Stylepark Newsletter #286 | 05/2013
es gibt, wer würde sich noch darüber wundern, heutzutage SpezialistInnen für alles und jedes. Erst neulich konnten wir ein Interview mit zwei Soziologinnen lesen, die sich als Fachfrauen in Sachen „Krisenkommunikation“ entpuppten. Dabei, so stellte sich schnell heraus, geht es um wirklich schwierige Fragen. Etwa darum, wie Behörden die Bevölkerung bei Katstrophen aller Art warnen, worüber sie informieren und ob sie besser verschweigen sollten, was sie selbst noch nicht wissen, um keine Panik zu erzeugen. Ob Hagelschlag, Chemieunfall oder Pferdefleisch im Joghurt – wer darüber informiert ist, wo Gefahren lauern, der kann sich darauf einstellen.
Früher, mancher wird sich daran erinnern, gab es für einige dieser Fälle Sirenen: Wenn diese heulten, wusste jeder, dass irgendetwas geschehen war. Was das war und welche Maßnahmen zu ergreifen seien, konnte die Sirene nicht mitteilen. Also wird in besonders akuten Fällen heute – neben Radio, Fernsehen und Zeitung – auch eine Kommunikation per SMS empfohlen. Ob es auch noch Lautsprecherwagen gibt, die dann mit einfachen Botschaften durch die Straßen fahren, darüber sagten die Soziologinnen leider nichts.
Stattdessen wussten sie von einer fundamentalen Unsicherheit darüber zu berichten, wie man sich im Falle einer Katastrophe verhalten soll. Sicher, Übungen sind wichtig. Gibt es aber, wie in den Niederlanden, einmal pro Woche Warnsignale, so denkt man im Ernstfall, es handele sich um eine Übung. In Deutschland, meinten die Expertinnen, gebe es hingegen zu wenige Übungen. Hier wüssten die Menschen oft gar nicht, wie sie reagieren sollen. Das fange damit an, dass die eine Hälfte sage: Wenn ich Sirenen höre, gehe ich rein und mache die Fenster zu. Die andere Hälfte der Menschen aber sage: Ich gehe raus und versuche herauszufinden, was los ist.
So ist es immer, nicht nur wenn die Sirenen heulen: Es kann nicht schaden, wenn man weiß, was zu tun ist. Nun ist es aber genug mit der Krisenkommunikation. Bleiben Sie einfach im Haus, halten Sie die Fenster geschlossen und beginnen Sie zu lesen.
Wir wünschen viel Vergnügen beim Schauen, Lesen und Denken.
Ihr Stylepark-Team
News & Stories | Salone del Mobile Mailand 2013
Fragen an Ippolito Pestellini Laparelli (OMA)
Die neue Kollektion von Rem Kohlhaas‘ Office OMA für Knoll International ist eine der positiven Überraschungen vom Mailänder Salone. Daniel von Bernstorff sprach mit Ippolito Pestellini Laparelli, Leiter des OMA-Designteams, über die Zusammenarbeit mit Knoll, die Poesie von Marmor als bewegtes Element und das Ende von Autorendesign.
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