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Ad absurdum grün
3. Januar 2011
Fenster- und Türenelemente, die als Geländer dienen und horizontal vor die großzügigen Fensterflächen gehängt sind. Oder Fensterrahmen, die unvermittelt und losgelöst an der Fassade sitzen. Das Einfamilienhaus von den Architekten Weichlbauer Ortis im österreichischen Frohnleiten stellt die gewohnte Nutzung eines Hauses auf den Kopf. Das Spiel, das zwei ineinander verschobene, leicht gedrehte Kuben erzeugen, oder die augenfälligen Stiegenelemente, die entweder als rein ästhetische Momente oder auch als Stützen zu dienen scheinen, wird bis ins Absurde betrieben. Harte, lineare Betonquader wurden in einem samtweichen grünen Kunstrasen verpackt. Aus einem orangefarbenen Mülleimer auf der Terrasse hängt ein Wasseranschluss. Ein Fensterprofil als Handlauf und eine Tür, durch die man besser nicht gehen sollte... Nichts scheint hier da zu sein, wo es hingehört.

Weichlbauer und Ortis
Grüner Kunstrasen umhüllt die Fassade des Einfamilienhauses. Lieferant: Firma Lenzing GmbH
Die Betonbauarbeiten übernahm das ortsansässige Unternehmen Ortis GmbH
Der orangefarbene Mülleimer dient als Wasserstation und steht prominent vor dem Wohnhaus
Inmitten eines bäuerlichen Umfelds befindet sich das von Weichlbauer Ortis entworfene Wohnhaus
Perspektivwechsel und Relativität: Den Architekten diente das Bild „Relativität“ von M.C. Escher als Vorbild. Escher verband die grundsätzlichen Regeln der Perspektive in solcher Weise, dass sich für den Betrachter richtige, aber doch unmögliche Raumgefüge und Darstellungen ergaben
Wahrnehmung und Emergenz: Für die Architekten von Weichlbauer Ortis „emergiert“ die Form und Gestalt aus einer Art „digitalem Komposthaufen“ oder „Häckslergut“ - das Gesamtbild entsteht infolge des Zusammenspiels seiner Elemente
Einfamilienhaus in Frohnleiten, Österreich von Weichlbauer Ortis Architekten | Fotos © Peter Eder
Großzügige Fensterflächen mit Ausblick ins Grüne, geliefert von der Firma Dr. Maitz GmbH
Architektonisches Data-Mixing: Fenster- und Türenelemente, die als Geländer dienen oder Treppen, die nicht die Funktion einer Treppe erfüllen
Paradoxe Kombination: Das Fensterprofil als Handlauf
Geometrisch optische Täuschungen: Aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet ergeben sich wechselnde Raumformationen
Am Anfang des Entwurfsprozesses steht eine Vielzahl kleiner Elemente. In der Folge werden Einzelteile selektiert, transformiert und eingefärbt. Die Architekten nennen ihre Planungstechnik „freestyle planning“