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Außen Dammgut, innen Strandgut
5. Juni 2015
Auf der westfriesischen Insel Texel ist das Klima rau und die Landschaft karg. Aus dieser Not haben die Inselbewohner früher eine Tugend gemacht und mit dem gestrandetem Treibholz Häuser gebaut oder es auch einfach als Brennholz verwendet. Dabei entdeckten sie beim „jutten“, so wie diese Jahrhundert alte Tradition des Sammelns heißt, so manch‘ historischen Schatz. Vor diesem Hintergrund hat das Delfter Architekturbüro Mecanoo 2011 das Museum „Kaap Skil“ im beschaulichen Oudeschild, einem Ort im Nordosten der Insel, realisiert. Auf drei Etagen mit insgesamt 1200 Quadratmetern zeigt es das Strandgut des hiesigen Wattenmeeres und nimmt den Besucher auf eine Reise in die Geschichte der Insel mit.

Dabei steht die Fassade sinnbildlich für das, was im Inneren des Museums ausgestellt wird: Der transparenten Glasfassade, die das Innere mit viel Tageslicht versorgt, ist eine zweite Fassade aus vertikalen Holzlamellen vorgehängt, die einst als Dammwand für den Noordhollandsch-Kanaal dienten. Das auf Gebäudeausrüstung spezialisierte Traditionsunternehmen Colt mit Sitz in Kleve hat das Holz aufbereitet, gesägt und es als Verschattungselemente in enger Absprache mit den Architekten als Sonderanfertigung montiert. Die Lamellen schützen das Museum aber nicht nur vor Wind und Sonne, sondern sorgen im Inneren auch für ein rhythmisches Wechselspiel aus Licht und Schatten, das den weißen Böden und Wänden auf subtile Weise Struktur verleiht. Die dunklen Einfärbungen des wiederaufbereiteten Holzes, welche durch die Nutzung entstanden sind, verleihen der Fassade einen ganz eigenen Charme, der vergangene Zeiten wieder aufleben lässt.

Markant sind auch die drei großen mechanischen Faltschiebeläden, die wie die vier Giebeldächer des Gebäudes scharfe Spitzen nach außen bilden und mit denen sich der Lichteinfall im Erdgeschoss zusätzlich regulieren lässt. So wird der Besucher im Innern nicht geblendet und kann ganz in Ruhe die archäologischen Funde und Schiffsmodelle in den Glasvitrinen bewundern und ins Goldene Zeitalter der Insel eintauchen – denn Texel war im 17. Jahrhundert ein wichtiger Hafen für die Schiffe der Westindien Kompanie, einer niederländischen Handelsflotte, die ihre Schiffe von dort aus auf Expeditionen in den Fernen Osten schickten.

www.kaapskil.nl

www.mecanoo.nl
Nützliches Strandgut: Die vertikalen Lamellen dienten einst als Dämmwände des
Noord-Holland-Kanaals. Foto © Colt International
Clevere Lüftung: In die Holzfassade wurden von Colt Faltschiebeläden eingebaut, die sich mechanisch öffnen und schließen lassen. Foto © Colt International
Weiße, helle Pracht: Die Glasfassade mit den vorgehängten Lamellen sorgt im Innern für den Durchblick. Foto © Mecanoo
Schlicht und schön: Die Fassade verweist auf die Tradition der Inselbewohner, Strandgut zu sammeln. Foto © Thijs Wolzak
Texel steht Kopf: Die Cafeteria von „Kaap Skil“ mit Miniaturlandschaft an der Decke.
Foto © Thijs Wolzak
Reise ins Goldene Zeitalter: Im Untergeschoss wurde der Ankerplatz aus dem
17. Jahrhundert nachgebildet. Foto © Thijs Wolzak
Systeme
Colt: Faltschiebeläden @ Stylepark
Colt
Faltschiebeläden
Colt: Textile Schiebeläden @ Stylepark
Colt
Textile Schiebeläden
Colt: Holzlamellen Kaap Skil @ Stylepark
Colt
Holzlamellen Kaap Skil
Colt: Zweireihige, interaktive Lamellenkonstruktion @ Stylepark
Colt
Zweireihige, interaktive Lamellenkonstruktion
Colt: Verstellbare, vertikale Großlamellenfassade @ Stylepark
Colt
Verstellbare, vertikale Großlamellenfassade
Colt: Metalllamellen / Shadometal @ Stylepark
Colt
Metalllamellen / Shadometal
Architektur › 2015 › Juni
Außen Dammgut, innen Strandgut
5. Juni 2015
Auf der westfriesischen Insel Texel ist das Klima rau und die Landschaft karg. Aus dieser Not haben die Inselbewohner früher eine Tugend gemacht und mit dem gestrandetem Treibholz Häuser gebaut oder es auch einfach als Brennholz verwendet. Dabei entdeckten sie beim „jutten“, so wie diese Jahrhundert alte Tradition des Sammelns heißt, so manch‘ historischen Schatz. Vor diesem Hintergrund hat das Delfter Architekturbüro Mecanoo 2011 das Museum „Kaap Skil“ im beschaulichen Oudeschild, einem Ort im Nordosten der Insel, realisiert. Auf drei Etagen mit insgesamt 1200 Quadratmetern zeigt es das Strandgut des hiesigen Wattenmeeres und nimmt den Besucher auf eine Reise in die Geschichte der Insel mit.

Dabei steht die Fassade sinnbildlich für das, was im Inneren des Museums ausgestellt wird: Der transparenten Glasfassade, die das Innere mit viel Tageslicht versorgt, ist eine zweite Fassade aus vertikalen Holzlamellen vorgehängt, die einst als Dammwand für den Noordhollandsch-Kanaal dienten. Das auf Gebäudeausrüstung spezialisierte Traditionsunternehmen Colt mit Sitz in Kleve hat das Holz aufbereitet, gesägt und es als Verschattungselemente in enger Absprache mit den Architekten als Sonderanfertigung montiert. Die Lamellen schützen das Museum aber nicht nur vor Wind und Sonne, sondern sorgen im Inneren auch für ein rhythmisches Wechselspiel aus Licht und Schatten, das den weißen Böden und Wänden auf subtile Weise Struktur verleiht. Die dunklen Einfärbungen des wiederaufbereiteten Holzes, welche durch die Nutzung entstanden sind, verleihen der Fassade einen ganz eigenen Charme, der vergangene Zeiten wieder aufleben lässt.

Markant sind auch die drei großen mechanischen Faltschiebeläden, die wie die vier Giebeldächer des Gebäudes scharfe Spitzen nach außen bilden und mit denen sich der Lichteinfall im Erdgeschoss zusätzlich regulieren lässt. So wird der Besucher im Innern nicht geblendet und kann ganz in Ruhe die archäologischen Funde und Schiffsmodelle in den Glasvitrinen bewundern und ins Goldene Zeitalter der Insel eintauchen – denn Texel war im 17. Jahrhundert ein wichtiger Hafen für die Schiffe der Westindien Kompanie, einer niederländischen Handelsflotte, die ihre Schiffe von dort aus auf Expeditionen in den Fernen Osten schickten.

www.kaapskil.nl

www.mecanoo.nl