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von 573 Forward End
Ein Beschützer im Transitraum
30. September 2014
„Neue Kathedrale“, so bezeichneten die Kölner Bürger die neue U-Bahnstation „Heumarkt“. Denn das Bauwerk mit einem Luftraum von 30 Metern Tiefe kommt durchaus den Dimensionen einer Kirche nahe. 2004 hatte man mit den ersten Baumaßnahmen begonnen: Die U-Bahnstation sollte erweitert und gegen Hochwasserschäden und Brandgefahr gesichert werden. Im Dezember 2013 wurde dieser wichtige Verkehrsknotenpunkt für den Kölner Nahverkehr wieder eröffnet. Er umfasst eine Gesamtfläche von 20.000 Quadratmetern, die auf drei Ebenen verteilt sind. Ein hohes Gewölbe und weite Sichtachsen lassen die U-Bahnstation großzügig, offen und elegant erscheinen – trotz des mitunter hektischen Treibens der knapp 10.000 Fahrgäste am Tag.
In der U-Bahn Station Heumarkt verkehren sowohl Bahnen der Nord-Süd-Linie wie auch Bahnen, die den Osten der Stadt mit dem Westen verbinden. Die sich kreuzenden Ebenen sind über eine Zwischenetage, die als Einkaufsmeile genutzt wird, miteinander verbunden. Es herrscht also ein reges Treiben im Untergrund – und gerade deshalb sind besondere Sicherheitsmaßnahmen wichtig. Während der Architekt Ulrich Coersmeier für offene und übersichtliche Wege sorgte, übernahm der Hersteller Colt die Brandschutzmaßnahmen. Denn im Falle eines Brandes muss der Rauch eingedämmt und gelenkt werden, damit er sich nicht unkontrolliert ausbreitet. Sogenannte Rauchschürzen dienen hier als Schutzwall gegen die Schwaden und begrenzen diese auf definierte Bereiche. Insgesamt 160 Meter dieser automatischen Brandschutzwächter – Colt nennt sie „SmokeMaster SM-5“ – wurden umlaufend in den Deckenöffnungen verbaut.

Wenn Alarm ausgelöst wird, müssen die Rauchschürzen innerhalb von sechzig Sekunden auf eine Durchgangshöhe von zwei Metern abrollen. Zudem müssen sie mindestens dreißig Minuten extrem hohen Temperaturen standhalten - die Rauchschürzen von Colt halten sogar doppelt so lange. Die „SmokeMaster SM-5“ sind rauchdicht zu Wand und Decke zu positionieren – bei einer so offen gestalteten U-Bahnstation wie dem „Heumarkt“ eine kniffelige Aufgabe. Doch auch hier erweist sich Colt als Partner, realisierte das Unternehmen doch im Bahnhof eine Leckage, die gegen Null tendiert, auch in schwierigen Eckbereichen. Im Falle eines Brandes sind die Passanten also vor unkontrollierter Rauchentwicklung bestens geschützt. Einen Schreck mag jedoch so manchem Fahrgast die akustische Kunstinstallation von Werner Reitener einjagen, denn der Künstler lässt in den Abendstunden per Zufallsgenerator einen Geisterzug auf einem beliebigen Gleis „einfahren“.
Der „SmokeMaster SM-5“ wird bei Alarm innerhalb von 60 Sekunden automatisch abgerollt. Foto © Colt International
Vor dem Einbau musste Colt im gesamten Gebäude Rauchabschnitte definieren.
Foto © Colt International
Der „SmokeMaster-5“ muss nach dem Brandschutzkonzept der STUVAtec eingebaut werden. Foto © Colt International
Die Brandschürzen sind nach EN 12101-1 zertifiziert. Foto © Colt International
Eine besondere Herausforderung für Colt war die Weitläufigkeit der U-Bahn-Station. Foto © Colt International
Die Rauchschürzkästen müssen rauchdicht zur Wand und Decke installiert werden. Foto © Colt International
Systeme
Colt: SmokeMaster SM5  @ Stylepark
Colt
SmokeMaster SM5
Architektur › 2014 › September
Ein Beschützer im Transitraum
30. September 2014
„Neue Kathedrale“, so bezeichneten die Kölner Bürger die neue U-Bahnstation „Heumarkt“. Denn das Bauwerk mit einem Luftraum von 30 Metern Tiefe kommt durchaus den Dimensionen einer Kirche nahe. 2004 hatte man mit den ersten Baumaßnahmen begonnen: Die U-Bahnstation sollte erweitert und gegen Hochwasserschäden und Brandgefahr gesichert werden. Im Dezember 2013 wurde dieser wichtige Verkehrsknotenpunkt für den Kölner Nahverkehr wieder eröffnet. Er umfasst eine Gesamtfläche von 20.000 Quadratmetern, die auf drei Ebenen verteilt sind. Ein hohes Gewölbe und weite Sichtachsen lassen die U-Bahnstation großzügig, offen und elegant erscheinen – trotz des mitunter hektischen Treibens der knapp 10.000 Fahrgäste am Tag.
In der U-Bahn Station Heumarkt verkehren sowohl Bahnen der Nord-Süd-Linie wie auch Bahnen, die den Osten der Stadt mit dem Westen verbinden. Die sich kreuzenden Ebenen sind über eine Zwischenetage, die als Einkaufsmeile genutzt wird, miteinander verbunden. Es herrscht also ein reges Treiben im Untergrund – und gerade deshalb sind besondere Sicherheitsmaßnahmen wichtig. Während der Architekt Ulrich Coersmeier für offene und übersichtliche Wege sorgte, übernahm der Hersteller Colt die Brandschutzmaßnahmen. Denn im Falle eines Brandes muss der Rauch eingedämmt und gelenkt werden, damit er sich nicht unkontrolliert ausbreitet. Sogenannte Rauchschürzen dienen hier als Schutzwall gegen die Schwaden und begrenzen diese auf definierte Bereiche. Insgesamt 160 Meter dieser automatischen Brandschutzwächter – Colt nennt sie „SmokeMaster SM-5“ – wurden umlaufend in den Deckenöffnungen verbaut.

Wenn Alarm ausgelöst wird, müssen die Rauchschürzen innerhalb von sechzig Sekunden auf eine Durchgangshöhe von zwei Metern abrollen. Zudem müssen sie mindestens dreißig Minuten extrem hohen Temperaturen standhalten - die Rauchschürzen von Colt halten sogar doppelt so lange. Die „SmokeMaster SM-5“ sind rauchdicht zu Wand und Decke zu positionieren – bei einer so offen gestalteten U-Bahnstation wie dem „Heumarkt“ eine kniffelige Aufgabe. Doch auch hier erweist sich Colt als Partner, realisierte das Unternehmen doch im Bahnhof eine Leckage, die gegen Null tendiert, auch in schwierigen Eckbereichen. Im Falle eines Brandes sind die Passanten also vor unkontrollierter Rauchentwicklung bestens geschützt. Einen Schreck mag jedoch so manchem Fahrgast die akustische Kunstinstallation von Werner Reitener einjagen, denn der Künstler lässt in den Abendstunden per Zufallsgenerator einen Geisterzug auf einem beliebigen Gleis „einfahren“.