transparent_layer
db-images/cms/banner/img/l2_v369288_958_728_90-1.jpg
Blättern: First Back
von 571 Forward End
Hamburgs strahlend weiße Landmarke
6. August 2013
Ein Ausstellungsgebäude und so genannte Informationswege gehören zu dem Projekt Energieberg, aber der Horizontalweg ist das schönste Element. Foto © RMIG

Jahrzehntelang war das Gelände nicht zugänglich und kaum jemand hätte es auch betreten wollen: Die Deponie Georgswerder in der Nähe von Wilhelmsburg. Jetzt ist sie Teil der Internationalen Bauausstellung in Hamburg und bekommt damit plötzlich ein zweites Leben. Und das auch noch als nachhaltiges Vorzeigeprojekt mit einem spektakulären Rundweg! Die schwebende Konstruktion mit Blechen von RMIG erstreckt sich nicht nur über den 40 Meter hohen Hügel, sondern bietet auch einen spektakulären Blick über Hamburg und den Hafen.

Was mit einem Trümmerberg der Nachkriegszeit begann, wurde bald zur Deponie für Haushaltsmüll,- später auch für Industrieabfälle wie Lacke und Farben und – man ahnt es – entwickelte sich zum Umweltproblem. Dioxin trat aus und der Untergrund musste aufwändig gesichert werden, später wurde die Oberfläche mit Dichtungsbahnen und Oberboden abgedeckt.

Heute gilt der Hügel als technisches Bauwerk, das zu geregelten Zeiten besichtigt werden kann, denn die ehemalige Deponie produziert auf vielfältige Art Energie und zeigt, dass auch Müll noch effektiv genutzt werden kann. Das Berliner Büro Häfner Jimenez gewann 2009 den Wettbewerb zur Umgestaltung zum „Energieberg Georgswerder“. So genannte Schauwege informieren über die Geschichte der Deponie, während der Horizontweg als eine waagerechte Ebene angelegt wurde, die mit ihren unterschiedlich hohen Stützen die Topografie des Hügels nachzeichnet. Der Steg mit Brüstungen aus Lochblechen von RMIG hat eine Länge von immerhin 900 Metern. Strahlend weiß zeichnet er eine weithin sichtbare gerade Linien in die Landschaft. Seine Breite variiert, an Aussichtspunkten mit Blick in die Hamburger Innenstadt misst er bis zu sieben Metern. Von hier aus sind auch die Windräder gut zu sehen, die zusammen mit der Photovoltaikanlage auf dem Südhang Energie für 4000 Haushalte produzieren. In einem Informationsgebäude wird das nachhaltige Modellprojekt unter dem Titel „Der gebändigte Drache“ detailliert erläutert, zum Beispiel auch, dass die Deponie durch Zersetzungsprozesse Methangas produziert, das in einer benachbarten Kupferhütte Verwendung findet.

Aber am spektakulärsten bleibt der Rundweg, der im flachen Hamburg für einen fantastischen Ausblick sorgt. Abends leuchtet er geheimnisvoll und ist weithin als neue Landmarke sichtbar. Dafür wurden LEDs in den Handlauf integriert, die die Lochbleche von RMIG unversehens transparent erscheinen lassen. Und natürlich wird hier der vor Ort erzeugte Strom verwendet.

Niemand hätte gedacht, dass aus einer Mülldeponie einmal ein beliebtes Ausflugsziel entstehen könnte. Aber der Blick bis zum Michel und der Baustelle der Elbphilharmonie ist einmalig für Hamburg. Foto © RMIG
Die Landschaftsarchitekten Häfner – Jimenez setzten auf robuste Materialien wie die verzinkten Blechprofilbohlen und Brüstungen aus Lochblech von RMIG. Foto © RMIG
Windräder und Photovoltaikanlagen auf dem Deponieberg erzeugen Strom für 4000 Haushalte in Hamburg-Wilhelmsburg. Foto © RMIG
Nachts leuchtet der Rundweg mit den Lichtern des Hafens um die Wette. Foto © RMIG
Die Brüstungen von RMIG werden von außen beleuchtet und wirken so deutlich transparenter. Foto © RMIG
Im Handlauf angebrachte LEDs nutzen die Lochbleche von RMIG als Reflektionsfläche. Foto © RMIG
Die LEDs leuchten nicht überall gleich stark sondern setzen Akzente. Foto © RMIG
RMIG auf vimeo
Systeme
RMIG: Parkhaus Bildungscampus, Heilbronn @ Stylepark
RMIG
Parkhaus Bildungscampus, Heilbronn
RMIG: Streckmetall - Fassadenbekleidung, Nationalstadion @ Stylepark
RMIG
Streckmetall - Fassadenbekleidung, Nationalstadion
RMIG: Geprägte, perforierte Fassadenbekleidung, Neue Oper Oslo @ Stylepark
RMIG
Geprägte, perforierte Fassadenbekleidung, Neue Oper Oslo
RMIG: RMIG ImagePerf, Perforierte Aluminiumpaneele, Maison du Portugal @ Stylepark
RMIG
RMIG ImagePerf, Perforierte Aluminiumpaneele, Maison du Portugal
RMIG: RMIG ImagePerf, Borupgaard @ Stylepark
RMIG
RMIG ImagePerf, Borupgaard
RMIG: Energieberg, Georgswerder @ Stylepark
RMIG
Energieberg, Georgswerder
RMIG: RMIG ImagePerf, Rinkeby Academy, Stockholm @ Stylepark
RMIG
RMIG ImagePerf, Rinkeby Academy, Stockholm
RMIG: Gelochter Sonnenschutz, Lycée Polyvalent, Saint Romain @ Stylepark
RMIG
Gelochter Sonnenschutz, Lycée Polyvalent, Saint Romain
RMIG: Perforiertes Treppengeländer, Bismarckturm, Dresden @ Stylepark
RMIG
Perforiertes Treppengeländer, Bismarckturm, Dresden
Architektur › 2013 › August
Hamburgs strahlend weiße Landmarke
6. August 2013
Jahrzehntelang war das Gelände nicht zugänglich und kaum jemand hätte es auch betreten wollen: Die Deponie Georgswerder in der Nähe von Wilhelmsburg. Jetzt ist sie Teil der Internationalen Bauausstellung in Hamburg und bekommt damit plötzlich ein zweites Leben. Und das auch noch als nachhaltiges Vorzeigeprojekt mit einem spektakulären Rundweg! Die schwebende Konstruktion mit Blechen von RMIG erstreckt sich nicht nur über den 40 Meter hohen Hügel, sondern bietet auch einen spektakulären Blick über Hamburg und den Hafen.

Was mit einem Trümmerberg der Nachkriegszeit begann, wurde bald zur Deponie für Haushaltsmüll,- später auch für Industrieabfälle wie Lacke und Farben und – man ahnt es – entwickelte sich zum Umweltproblem. Dioxin trat aus und der Untergrund musste aufwändig gesichert werden, später wurde die Oberfläche mit Dichtungsbahnen und Oberboden abgedeckt.

Heute gilt der Hügel als technisches Bauwerk, das zu geregelten Zeiten besichtigt werden kann, denn die ehemalige Deponie produziert auf vielfältige Art Energie und zeigt, dass auch Müll noch effektiv genutzt werden kann. Das Berliner Büro Häfner Jimenez gewann 2009 den Wettbewerb zur Umgestaltung zum „Energieberg Georgswerder“. So genannte Schauwege informieren über die Geschichte der Deponie, während der Horizontweg als eine waagerechte Ebene angelegt wurde, die mit ihren unterschiedlich hohen Stützen die Topografie des Hügels nachzeichnet. Der Steg mit Brüstungen aus Lochblechen von RMIG hat eine Länge von immerhin 900 Metern. Strahlend weiß zeichnet er eine weithin sichtbare gerade Linien in die Landschaft. Seine Breite variiert, an Aussichtspunkten mit Blick in die Hamburger Innenstadt misst er bis zu sieben Metern. Von hier aus sind auch die Windräder gut zu sehen, die zusammen mit der Photovoltaikanlage auf dem Südhang Energie für 4000 Haushalte produzieren. In einem Informationsgebäude wird das nachhaltige Modellprojekt unter dem Titel „Der gebändigte Drache“ detailliert erläutert, zum Beispiel auch, dass die Deponie durch Zersetzungsprozesse Methangas produziert, das in einer benachbarten Kupferhütte Verwendung findet.

Aber am spektakulärsten bleibt der Rundweg, der im flachen Hamburg für einen fantastischen Ausblick sorgt. Abends leuchtet er geheimnisvoll und ist weithin als neue Landmarke sichtbar. Dafür wurden LEDs in den Handlauf integriert, die die Lochbleche von RMIG unversehens transparent erscheinen lassen. Und natürlich wird hier der vor Ort erzeugte Strom verwendet.