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Hauchdünne Blätter
aus Rose und Wenge
27. November 2014
Holz ist vielseitig einsetzbar, lässt Räume wie Produkte warm erscheinen – und wird mit dem Alter meist nur schöner. Furniere sind ebenso flexibel wie robust. Jedes Furnierblatt ist ein Unikat, denn Wuchsmerkmale wie Jahresringe und Farbnuancen spiegeln die Geschichte des Baumes auf den hauchdünnen Brettern wider. Maserungen, Verfärbungen oder kleine Astlöcher verleihen dem Holz ein einzigartiges Oberflächenbild: So entstehen dunkle, längliche Punkte durch Harzeinlagerungen oder schillernde Tupfen, sogenannte Spiegel, verursacht durch quer angeschnittene Markstrahlen. Auch das Farbspiel von Furnier ist äußerst facettenreich. Das nordamerikanische Furnier „Vavona Maser“ beispielsweise leuchtet in einem satten Rot-Braun, das afrikanisches Holz „Wenge“ ist dagegen so dunkel, dass es dem Farbton von Holzkohle gleicht.

Rund 200 Holzarten können zu Furnier verarbeitet werden. Der Werkstoff wird zur Veredelung von Möbeln, aber auch für hochwertige Konzertflügel und die Verkleidung in Autos, Flugzeugen oder Schiffen verwendet. Die Initiative Furnier + Natur e.V. (IFN) berichtet in der Internetkampagne FurnierGeschichten über Designer, Künstler und Handwerker, die mit dem Naturprodukt Furnier arbeiten und einen Blick in ihre Werkstätten gewähren.

So lagern im Keller der Schreinerei von Designerin Sarah Maier 120 verschiedene Furniersorten mit exotisch klingenden Namen wie „Indisch Apfel“, „Makassar“, „Brasilianisches Schiefer“ oder „Satinnussbaum“, die sie für ihre Möbel verwendet. Ihr Highboard „HB1“ zum Beispiel wurde mit rundumlaufendem Furnier aus karibischem Rosenholz versehen, das dem Möbel eine rustikale und zugleich edle Note verleiht. „Zeitlos schön, bedingungslos bedienungsfreundlich und mit herausragender Haptik sollen unsere Objekte im alltäglichen Gebrauch erfreuen“, so die Designerin aus Markgröningen, die sich oft von ihren zahlreichen Furnieren zu neuen Entwürfen inspirieren lässt.

Etwas unkonventioneller mag es der Tischlermeister Achim Allrich aus Köln. Im Rahmen eines Workshops baut er mit seinen Auszubildenden Kiteboards aus übereinander gelagerten Furnieren, die sich auch im Praxistest als voll wassertauglich erweisen. Das Furnier der Pappel eignet sich hierfür besonders, denn es ist leicht sowie elastisch und hält deshalb eine Menge aus. „Als Tischler fasziniert mich am Werkstoff Holz vor allem, dass es warm ist und lebt und immer wieder anders ist.“, so Allrich, der sich selbst gerne mit einem selbstgebauten Kiteboard von einem Drachen übers Wasser ziehen lässt.
Und auch Rolf Senti, der furnierte Badewannen fertigt sowie Michael Bröker, der begehbare Kleiderschränke mit Furnier veredelt, lassen sich von dem Naturmaterial inspirieren. Der Tiroler Roland Wolf, der in seiner eigenen Manufaktur Brillengestelle aus Furnier herstellt, bekennt: „Du solltest das Holz ernst nehmen. Es tut sonst mit dir, was es will.“

www.furniergeschichten.de
Das Highboard mit rundlaufendem Furnier von Sarah Maier wurde aus mexikanischem Rosenholz gefertigt. Foto © Initiative Furnier + Natur e. V.
Das Projekt „Kiteboard” soll junge Handwerker für den Werkstoff Furnier begeistern – das Holz verleiht jedem Kiteboard ein individuelles Muster.
Foto © Initiative Furnier + Natur e. V.
Jedes seiner Werksstücke ist ein Unikat. Foto © Initiative Furnier + Natur e. V.
Rolf Senti fertigt Badewannen mit Furnieren aus urwüchsigem Holz.
Foto © Initiative Furnier + Natur e. V.
Die begehbaren Kleiderschränke von Michael Bröker wirken durch das Furnier edel und zeitlos. Foto © Initiative Furnier + Natur e. V.
Die Brillengestelle von Roland Wolf bestehen ausschließlich aus Furnier und kommen ganz ohne Schrauben aus. Foto © Initiative Furnier + Natur e. V.
Möbel aus Holzfurnier von Sarah Maier. Video © Initiative Furnier + Natur e. V.
Badewannen aus Holzfurnier von Rolf Senti. Video © Initiative Furnier + Natur e. V.
Begehbare Kleiderschränke aus Holzfurnier von Michael Bröker.
Video © Initiative Furnier + Natur e. V.
Brillen aus Holzfurnier von Roland Wolf.
Video © Initiative Furnier + Natur e. V.
Architektur › 2014 › November
Hauchdünne Blätter
aus Rose und Wenge
27. November 2014
Holz ist vielseitig einsetzbar, lässt Räume wie Produkte warm erscheinen – und wird mit dem Alter meist nur schöner. Furniere sind ebenso flexibel wie robust. Jedes Furnierblatt ist ein Unikat, denn Wuchsmerkmale wie Jahresringe und Farbnuancen spiegeln die Geschichte des Baumes auf den hauchdünnen Brettern wider. Maserungen, Verfärbungen oder kleine Astlöcher verleihen dem Holz ein einzigartiges Oberflächenbild: So entstehen dunkle, längliche Punkte durch Harzeinlagerungen oder schillernde Tupfen, sogenannte Spiegel, verursacht durch quer angeschnittene Markstrahlen. Auch das Farbspiel von Furnier ist äußerst facettenreich. Das nordamerikanische Furnier „Vavona Maser“ beispielsweise leuchtet in einem satten Rot-Braun, das afrikanisches Holz „Wenge“ ist dagegen so dunkel, dass es dem Farbton von Holzkohle gleicht.

Rund 200 Holzarten können zu Furnier verarbeitet werden. Der Werkstoff wird zur Veredelung von Möbeln, aber auch für hochwertige Konzertflügel und die Verkleidung in Autos, Flugzeugen oder Schiffen verwendet. Die Initiative Furnier + Natur e.V. (IFN) berichtet in der Internetkampagne FurnierGeschichten über Designer, Künstler und Handwerker, die mit dem Naturprodukt Furnier arbeiten und einen Blick in ihre Werkstätten gewähren.

So lagern im Keller der Schreinerei von Designerin Sarah Maier 120 verschiedene Furniersorten mit exotisch klingenden Namen wie „Indisch Apfel“, „Makassar“, „Brasilianisches Schiefer“ oder „Satinnussbaum“, die sie für ihre Möbel verwendet. Ihr Highboard „HB1“ zum Beispiel wurde mit rundumlaufendem Furnier aus karibischem Rosenholz versehen, das dem Möbel eine rustikale und zugleich edle Note verleiht. „Zeitlos schön, bedingungslos bedienungsfreundlich und mit herausragender Haptik sollen unsere Objekte im alltäglichen Gebrauch erfreuen“, so die Designerin aus Markgröningen, die sich oft von ihren zahlreichen Furnieren zu neuen Entwürfen inspirieren lässt.

Etwas unkonventioneller mag es der Tischlermeister Achim Allrich aus Köln. Im Rahmen eines Workshops baut er mit seinen Auszubildenden Kiteboards aus übereinander gelagerten Furnieren, die sich auch im Praxistest als voll wassertauglich erweisen. Das Furnier der Pappel eignet sich hierfür besonders, denn es ist leicht sowie elastisch und hält deshalb eine Menge aus. „Als Tischler fasziniert mich am Werkstoff Holz vor allem, dass es warm ist und lebt und immer wieder anders ist.“, so Allrich, der sich selbst gerne mit einem selbstgebauten Kiteboard von einem Drachen übers Wasser ziehen lässt.
Und auch Rolf Senti, der furnierte Badewannen fertigt sowie Michael Bröker, der begehbare Kleiderschränke mit Furnier veredelt, lassen sich von dem Naturmaterial inspirieren. Der Tiroler Roland Wolf, der in seiner eigenen Manufaktur Brillengestelle aus Furnier herstellt, bekennt: „Du solltest das Holz ernst nehmen. Es tut sonst mit dir, was es will.“

www.furniergeschichten.de