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Wie ein großes, abstraktes Gemälde
27. Oktober 2009
Während im Innern des Brandhorst Museums in München, realisiert durch die Berliner Architekten Sauerbruch Hutton, das Hauptaugenmerk darauf liegt, ideale Ausstellungsbedingungen zu schaffen, soll das Äußere auf seine Rolle als Ort lebendiger Kunst aufmerksam machen: Die polychrome Fassade wirkt wie ein großes abstraktes Gemälde. Die Außenhaut ist mehrschichtig aufgebaut. Vor der Unterkonstruktion und der Wärmedämmung befindet sich eine horizontal gefaltete zweifarbige Blechhaut, deren Feinperforation den Lärm des Autoverkehrs absorbiert.

Vor dieser horizontal betonten Fassadenfläche wurden 36.000 einzelne Keramikstäbe vertikal angebracht, die in insgesamt 23 verschiedenen Farben glasiert sind. Sie wurden in drei Familien unterschiedlicher Farbigkeit und Tonalität (hell-mittel-dunkel) auf drei Felder verteilt, dass der optische Eindruck entsteht, das Haus bestehe aus drei ineinander verzahnten Einzelvolumen. In der Fläche erzeugen die Überlagerung der horizontalen und vertikalen Linien, der Kontrast und das Verschmelzen der Farben eine Gesamtwirkung, die die geschlossenen Außenwände des Hauses in Schwingung versetzt, fast entmaterialisiert, denn die Oberfläche des Hauses verändert sich mit der Bewegung des Betrachters.

Zwischen der Schrägsicht, in der sich die vertikalen Keramikstäbe zu einer massiven Fläche zusammen ziehen, und der Frontalsicht, bei der sich die mineralische Haut öffnet und der horizontal betonte Hintergrund sichtbar und dominant wird, ergeben sich zahllose Variationen in Materialität und Struktur. Die Farbgruppen vereinen sich aus der Ferne gesehen zu einem neutralen Farbton mit jeweils anderer Helligkeit und eigenem Farbeinschlag. Aus der Nähe betrachtet löst sich jedes dieser Felder wiederum in seine unterschiedlichen Einzelfarben auf.

www.sauerbruchhutton.de
www.nbk.de
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TERRART®-BAGUETTE, glasiert weiß
Architektur › 2009 › Oktober
Wie ein großes, abstraktes Gemälde
27. Oktober 2009
Von farblichen Tonalitäten, materiellen Überlagerungen und optischen Schwingungen.
Während im Innern des Brandhorst Museums in München, realisiert durch die Berliner Architekten Sauerbruch Hutton, das Hauptaugenmerk darauf liegt, ideale Ausstellungsbedingungen zu schaffen, soll das Äußere auf seine Rolle als Ort lebendiger Kunst aufmerksam machen: Die polychrome Fassade wirkt wie ein großes abstraktes Gemälde. Die Außenhaut ist mehrschichtig aufgebaut. Vor der Unterkonstruktion und der Wärmedämmung befindet sich eine horizontal gefaltete zweifarbige Blechhaut, deren Feinperforation den Lärm des Autoverkehrs absorbiert.

Vor dieser horizontal betonten Fassadenfläche wurden 36.000 einzelne Keramikstäbe vertikal angebracht, die in insgesamt 23 verschiedenen Farben glasiert sind. Sie wurden in drei Familien unterschiedlicher Farbigkeit und Tonalität (hell-mittel-dunkel) auf drei Felder verteilt, dass der optische Eindruck entsteht, das Haus bestehe aus drei ineinander verzahnten Einzelvolumen. In der Fläche erzeugen die Überlagerung der horizontalen und vertikalen Linien, der Kontrast und das Verschmelzen der Farben eine Gesamtwirkung, die die geschlossenen Außenwände des Hauses in Schwingung versetzt, fast entmaterialisiert, denn die Oberfläche des Hauses verändert sich mit der Bewegung des Betrachters.

Zwischen der Schrägsicht, in der sich die vertikalen Keramikstäbe zu einer massiven Fläche zusammen ziehen, und der Frontalsicht, bei der sich die mineralische Haut öffnet und der horizontal betonte Hintergrund sichtbar und dominant wird, ergeben sich zahllose Variationen in Materialität und Struktur. Die Farbgruppen vereinen sich aus der Ferne gesehen zu einem neutralen Farbton mit jeweils anderer Helligkeit und eigenem Farbeinschlag. Aus der Nähe betrachtet löst sich jedes dieser Felder wiederum in seine unterschiedlichen Einzelfarben auf.

www.sauerbruchhutton.de
www.nbk.de