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Zufall und Präzision
16. April 2013
Detail der Fassade, insgesamt wurden drei verschiedene Lochstärken verwendet. Foto © RMIG

Noch ist der Lehrbetrieb nicht aufgenommen, aber das neungeschossige Hauptgebäude markiert schon von weitem sichtbar den neuen Campus der Hochschule in Bergen, Norwegen. Vier ehemalige, denkmalgeschützte Eisenbahnwerkstätten wurden für die Hochschule im Stadtteil Kronstad umgebaut. Unter anderem beherbergen sie heute die Bibliothek für die rund 7.000 Studenten. Auf insgesamt 51.000 Quadratmetern wurden Sporteinrichtungen, Kulturzentrum, Kantinen und Cafés neben den erforderlichen Seminarräumen und Hörsälen untergebracht. Das Büro hlm arkitektur gewann den Wettbewerb, indem es vorschlug, die Alt- und Neubauten zu einem Ganzen zusammenfassen und mittels einer gelochten Fassade mit einem unregelmäßigen Muster eine visuelle Einheit zu schaffen. Die norwegische Künstlerin Anne-Gry Løland gewann den anschließenden Wettbewerb für die Gestaltung der enormen Fläche. RMIG übernahm die Fertigung der Lochbleche. So wurden die geschlossenen Seitenflächen des Turmhauses aber auch dessen Treppenhäuser mit den Metallpanelen verkleidet, die je nach Lichteinfall unterschiedlich schimmern. Auch der langgestreckte flache Trakt entlang der Hauptstraße und weitere Gebäudeteile wurden zumindest teilweise mit dem rätselhaften Muster überzogen und stellen so eine visuelle Verbindung zwischen den unterschiedlichen Gebäudeteilen her. Denn so kompakt der fünfgeschossige Riegel auch wirkt, im Inneren löst er sich in verschiedene Kommunikationszonen und Gärten auf.

Die Vorlage der Künstlerin Anne-Gry Løland besteht aus großen Zeichen und detaillierten Zeichnungen, die insgesamt ein unregelmäßiges vegetatives Muster ergibt, das nur aus einer größeren Entfernung wahrgenommen werden kann. In ihren textilen Arbeiten bearbeitet und zerstört sie Vorlagen ähnlich einer Ausbrandtechnik bis sie neue Muster freilegt. „Die Schönheit des Unvollkommenen“ nennt sie es. Diese intuitiven, zufallsgesteuerten Ergebnisse wurden diesmal jedoch sehr präzise von RMIG mit computergesteuerten Maschinen in Aluminiumbleche übertragen.

Fassadenverkleidung für das Treppenhaus. Foto © RMIG
Ansicht Eingangsbereich, kurz vor der Fertigstellung. Foto © RMIG
Fassadendetail mit gelochten Aluminiumpanelen, Entwurf Anne-Gry Løland. Foto © RMIG
Geschlossen Flächen und gelochte Partien ergeben je nach Distanz ein abstraktes Muster oder gegenständliche Darstellungen. Foto © RMIG
Detail des Lochmusters mit Blick auf Bergen. Foto © RMIG
Detail der Aluminiumfassade. Foto © RMIG
Nahsicht auf ein Aluminiumpaneel, mit einheitlicher Lochgröße. Foto © RMIG
Ansicht Hochhaus und Eingangsgebäude der Hochschule von Bergen. Foto © RMIG
Systeme
RMIG: RMIG ImagePerf, Gelochte Fassadenverkleidung, Hochschule Bergen @ Stylepark
RMIG
RMIG ImagePerf, Gelochte Fassadenverkleidung, Hochschule Bergen
Architektur › 2013 › April
Zufall und Präzision
16. April 2013
Noch ist der Lehrbetrieb nicht aufgenommen, aber das neungeschossige Hauptgebäude markiert schon von weitem sichtbar den neuen Campus der Hochschule in Bergen, Norwegen. Vier ehemalige, denkmalgeschützte Eisenbahnwerkstätten wurden für die Hochschule im Stadtteil Kronstad umgebaut. Unter anderem beherbergen sie heute die Bibliothek für die rund 7.000 Studenten. Auf insgesamt 51.000 Quadratmetern wurden Sporteinrichtungen, Kulturzentrum, Kantinen und Cafés neben den erforderlichen Seminarräumen und Hörsälen untergebracht. Das Büro hlm arkitektur gewann den Wettbewerb, indem es vorschlug, die Alt- und Neubauten zu einem Ganzen zusammenfassen und mittels einer gelochten Fassade mit einem unregelmäßigen Muster eine visuelle Einheit zu schaffen. Die norwegische Künstlerin Anne-Gry Løland gewann den anschließenden Wettbewerb für die Gestaltung der enormen Fläche. RMIG übernahm die Fertigung der Lochbleche. So wurden die geschlossenen Seitenflächen des Turmhauses aber auch dessen Treppenhäuser mit den Metallpanelen verkleidet, die je nach Lichteinfall unterschiedlich schimmern. Auch der langgestreckte flache Trakt entlang der Hauptstraße und weitere Gebäudeteile wurden zumindest teilweise mit dem rätselhaften Muster überzogen und stellen so eine visuelle Verbindung zwischen den unterschiedlichen Gebäudeteilen her. Denn so kompakt der fünfgeschossige Riegel auch wirkt, im Inneren löst er sich in verschiedene Kommunikationszonen und Gärten auf.

Die Vorlage der Künstlerin Anne-Gry Løland besteht aus großen Zeichen und detaillierten Zeichnungen, die insgesamt ein unregelmäßiges vegetatives Muster ergibt, das nur aus einer größeren Entfernung wahrgenommen werden kann. In ihren textilen Arbeiten bearbeitet und zerstört sie Vorlagen ähnlich einer Ausbrandtechnik bis sie neue Muster freilegt. „Die Schönheit des Unvollkommenen“ nennt sie es. Diese intuitiven, zufallsgesteuerten Ergebnisse wurden diesmal jedoch sehr präzise von RMIG mit computergesteuerten Maschinen in Aluminiumbleche übertragen.