Thomas Demand hat den historischen Metzler-Saal im Frankfurter Städel-Museum mit einem Vorhang ausgekleidet, der kein Vorhang, sondern das Bild eines solchen ist. „Saal" heißt das Kunstwerk, das ohne die Zusammenarbeit mit dem dänischen Textilhersteller Kvadrat nicht hätte realisiert werden können.
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Die Ausweitung des Raumes
von Annette Tietenberg
Während die NASA nach der Rückkehr der „Atlantis" wehmütig von der bemannten Raumfahrt Abschied nimmt, lässt eine Ausstellung des slowakischen Künstlers Roman Ondák im Kunsthaus Zürich die Aufbruchstimmung wieder aufleben, die einst mit der Erkundung des Weltraums verbunden war. Was, fragt Roman Ondák, ist eigentlich aus dem sowjetischen Sputnik, dem ersten Satelliten aus dem Jahr 1957, geworden? Ist er tatsächlich beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre verglüht? Oder zieht er weiter seine Kreise?In einigen Pavillons und Arbeiten der 54. Kunstbiennale von Venedig lässt sich die Rückkehr aus dem Bild in den Raum und damit ins unkomprimierbare Hier und Jetzt verfolgen.
Gleich in drei Länderpavillons verwenden Künstler Klänge, Gesang und Oper, um den aktuellen Zustand der Welt metaphorisch zu beschreiben und zu kommentieren. Im isländischen Pavillon ist es die Flüchtlingspolitik, im ungarischen die Krise des postkommunistischen Systems, die Lied werden. Im niederländischen Pavillon wird die „Opera" sodann zum Modell einer nationalen Arbeitsgemeinschaft.
Ein Labyrinth hat Mike Nelson in den Britischen Pavillon eingebaut. Es könnte gleichermaßen unserer Fantasie entsprungen sein oder sich in Istanbul befinden – und es irritiert unsere Vorstellung von Ort, Zeit und Handlung von Grund auf.
Angel Vergara legt sich im Pavillon Belgiens mit den elektronischen Medien und dem von diesem produzierten Nachrichtenstrom an. Als Maler versucht er, sich mit den Mitteln der Malerei gegen die Flut der bewegten Bilder zu verteidigen.
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Schlinge, Schlinge über alles
von Barbara Basting
Selten verlief eine Kunstfront bei der Biennale von Venedig so klar wie die diesjährige zwischen Befürwortern und Gegnern von Christoph Schlingensiefs deutschem Pavillon, auf dem das eingemeisselte „Germania“ mit dem Schriftzug „Egomania“ überpinselt war, in Anspielung an einen Film Schlingensiefs von 1986.News & Stories | 54. Kunstbiennale Venedig – supported by Ligne Roset
Widerstand - erstarrt oder verflüssigt?
von Barbara Basting
„Crystal of Resistance“, Kristall des Widerstands, diesen Titel hat der Künstler Thomas Hirschhorn seiner Arbeit für den Schweizer Pavillon der Biennale von Venedig gegeben. Aber was genau hat es mit diesem Kristall und mit dem Widerstand auf sich?Rasselnde Panzerketten, jede Menge Tauben und eine Kirche für einen toten Künstler: die venezianische Kunstbiennale ist auch dieses Jahr vor allem ein Spektakel. Gleichwohl ist vieles etwas zu feinsinnig, zu pathetisch und – trotz einiger guter Arbeiten – am Ende zu harmlos geraten. Das wirft die Frage auf: Wohin steuert der internationale Kunstbetrieb?
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Seh-Stücke – multidial
von Jochen Stöckmann
Knapp vierhundert Motive hat Gerwald Rockenschaub auf einer siebzig Meter langen Wand arrangiert, die gerade im Kunstmuseum Wolfsburg zu sehen ist. Ist es ein großes buntes Bild, eine Werbeschlacht oder ein semiologischer Tsunami?News & Stories
Wohnen in Stapeln
von Peter-Philipp Schmitt
Der US-amerikanische Künstler Mike Bouchet stellt in der Frankfurter Schirn Kunsthalle ein zerlegtes Fertighaus des Typs „Sir Walter Scott" aus. Die Skulpturengruppe ging aus der Arbeit „Watershed" hervor, die Mike Bouchet im Rahmen der Biennale im Hafenbecken des Arsenale in Venedig realisierte.News & Stories
Die Zeit und der Knoten
von Andreas Bee
Aus einem Faden aus Knoten wird mit der Zeit ein Knoten aus lauter Knoten. Der Künstler Jens Risch schafft Objekte, die aus einem langwierigen Prozess hervorgehen und bei denen man nur schwer unterscheiden kann, was an ihnen Teil, was Ganzes ist.News & Stories
Architektur mit Witz und Verve: Venezianische Streifzüge Folge 11
von Georg-Christof Bertsch
Wie würden wir bauen, wenn wir bauen könnten, wie wir wollten? Wie würden unsere Städte aussehen, würden unsere verschütteten Träume wahr? Marjetica Potrč führt es im Arsenale in Venedig spielerisch leicht vor Augen.News & Stories
Das Palästina-Syndrom: Venezianische Streifzüge Folge 9
von Georg-Christof Bertsch
Kann Kunst dazu beitragen, dem Kreislauf der Gewalt zu entkommen? Palästina ist kein anerkannter Staat, hat also keinen offiziellen Pavillon. Trotzdem zeigt die Schau „Palestine c/o Venice", wie vielfältig und lebendig man als Untermieter agieren kann.News & Stories
Die Windhunde des Kunstbetriebs: Venezianische Streifzüge Folge 7
von Thomas Wagner
In den Giardini ist das Spektakel in vollem Gang. Überall Menschen und überall Kunst. Alles ist wichtig, alles fordert Aufmerksamkeit. Doch im Film „Giardini" von Steve McQueen im Pavillon Großbritanniens begegnet der Besucher einem überraschend anderen Bild der venezianischen Biennale-Gärten und der Kunst.News & Stories
Die luxuriösen Leiden des Mr. B.: Venezianische Streifzüge Folge 5
von Thomas Wagner
Ein Haus voll Kunst, das zum Verkauf steht, und ein modernistischer Bungalow, in dessen edlen Sitzmulden Wodka-Tonic schlürfende Jünglinge posieren. Mit „The Collectors" haben Michael Elmgreen und Ingar Dragset nicht nur ein Psychogramm heutiger Kunstsammler geschaffen.News & Stories
Deutschland, deine Küche: Venezianische Streifzüge Folge 3
von Thomas Wagner
Was soll man nun glauben: Ist der Deutsche Pavillon auch diesmal eine Enttäuschung? Oder hat Liam Gillick genau das geliefert, was von ihm zu erwarten war?News & Stories
U.F.O. – Grenzgänge zwischen Kunst und Design
von Claudia Beckmann
Mit der zunehmenden Unbestimmtheit und Hybridität von Objekten beschäftigt sich die Ausstellung „U.F.O. - Grenzgänge zwischen Kunst und Design" im NRW-Forum Kultur und Wirtschaft in Düsseldorf.News & Stories
Als wäre ich selbst der Star meiner eigenen Glitzerwelt
Er porträtiert sich selbst als Cowboy und baut aus Ton Industrieprodukte nach. Jon Smith studierte am Institute of Contemporary and Interdisciplinary Art im englischen Bath und lebt heute als freier Künstler in den Niederlanden. Nina Reetzke traf sich mit ihm zum Gespräch.Die Ausstellung „Baumeister der Revolution" im Berliner Martin-Gropius-Bau zeigt sowjetische Kunst und Architektur aus den Jahren 1915-35. Die geometrische Formgebung verleiht den Kunstwerken eine architektonische Note, die sich in Namen wie „Malerische Architektonik" ausdrückt.
Es scheint ein normaler Stechbeitel für Bildhauer zu sein. Allein, es irritiert die ungewöhnlich kurze Klinge. Zweieinhalb Jahre brauchte der Frankfurter Künstler Jürgen Krause, um die ursprünglich über zehn Zentimeter lange Schneide mit der Hand mehr und mehr abzuschleifen – der Stechbeitel ist dabei zu einem Beweisstück des Schleifens geworden.
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Wenn es einen Schalter hat, kann man das Kunstwerk anmachen
Seine Arbeiten wirken vertraut und fremd zugleich. Martin Brüger ergänzt Alltagsdinge um einfache Einschübe. Mal ändern sich die Proportionen, dann wandelt sich die Farbwirkung, oder es entsteht eine Art Rahmen. Nina Reetzke sprach mit dem Darmstädter Künstler über seine Sicht auf das, was uns umgibt.News & Stories | 54. Kunstbiennale Venedig – supported by Ligne Roset
Vom Unterwegssein
von Joerg Bader
Es hat den Anschein, als sei das Thema der „Nation“, auch bei der Biennale von Venedig, noch längst nicht erledigt. Nach wie vor spielt die Staatsangehörigkeit eine große Rolle bei der Beantwortung der Fragen, wer dazugehören darf und wer dazu verurteilt bleibt, unterwegs zu sein. Das zeigen Beispiele wie der Pavillon der Roma und das verstörende fotografische Werk des Taiwanesen Hsieh Chun-Te.Das Museum für Moderne Kunst in Frankfurt, kurz MMK, feiert sein zwanzigjähriges Bestehen mit einer großen Jubiläumsausstellung, nicht nur im eigenen Haus.
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Venezia, Piazza Tahrir
von Barbara Basting
Bei den bisherigen Biennalen konnte man am ägyptischen Pavillon getrost vorbeilaufen, waren dort doch regimetreue Inszenierungen zu sehen, die nicht in einen künstlerischen Kontext zu passen schienen. Doch mit den Unruhen im Nahen Osten findet auch in der arabischen Kunstwelt eine Revolution statt – wie die Videos von Ahmed Basiony beweisen.News & Stories | 54. Kunstbiennale Venedig – supported by Ligne Roset
Tintoretto – einer von uns?
von Annette Tietenberg
Schon im Vorfeld wurde die Entscheidung der Biennale-Direktorin Bice Curiger, einen venezianischen Maler des 16. Jahrhunderts in ihr Ausstellungskonzept einzubeziehen, kontrovers diskutiert. Die Nachricht, in den Giardini seien neben jüngsten Produktionen aus den Ateliers und Galerien in Berlin, London, New York, Sydney und Shanghai drei Gemälde von Jacopo Tintoretto zu sehen, rief Erstaunen, Bewunderung und Empörung hervor. Nun ist es soweit: Im Padiglione Centrale ist die zeitgenössische Kunst nicht mehr allein zu Haus. Ist der Brückenschlag über Jahrhunderte hinweg ein geschickter Schachzug der Kuratorin? Oder ein peinlicher Kniefall vor der Überlegenheit der Historie?News & Stories | 54. Kunstbiennale Venedig – supported by Ligne Roset
Amerikanische Turnstunde
von Thomas Wagner
Vor dem Pavillon der Vereinigten Staaten rasseln die Ketten eines Panzers. Doch keine Sorge, Venedig wurde nicht von der Army besetzt. Vielmehr untersucht das Künstlerduo Jennifer Allora und Guillermo Calzadilla vor und im Pavillon den Zusammenhang von Körper, Politik und Macht.News & Stories | 54. Kunstbiennale Venedig – supported by Ligne Roset
Mitgefangen, mitgehangen
von Annette Tietenberg
Als Fälscher von Bildern, die es nie gegeben hat, stellt Markus Schinwald sich vor. Die Porträts im Wohnzimmerformat, die er im Österreichischen Pavillon der 54. Kunstbiennale präsentiert, stammen aus dem 19. Jahrhundert. Was ihnen fehlte, um ein zeitgemäßes Bild des Prothesengotts Mensch abgeben zu können, hat der Künstler schlicht und einfach ergänzt. Mit Hilfe von retouchierten Schnüren, Tüchern, Ringen und Ketten werden die Körper salonfähig gemacht. Wie in Schinwalds Videos zu sehen ist, ändern nachträgliche Korrekturen und widerstandslos erbrachte Anpassungsleistungen nichts daran, dass die menschlichen Gestalten eigentümlich bindungslos durch Zeit und Raum schweben.News & Stories | 54. Kunstbiennale Venedig – supported by Ligne Roset
Jenseits von Angst und Afrika
von Thomas Wagner
Am 4. Juni wird in Venedig die 54. Kunstbiennale eröffnet. Selbst heute, wo sich der Horizont der Kunst enorm erweitert hat, wo sie als Spektakel und Event auftritt, ist sie noch immer eine wichtige Inspirationsquelle – nicht zuerst, aber auch für das Design. Deshalb werden wir in den kommenden Wochen von den wichtigsten Ausstellungen und Länderpavillons der Biennale berichten.News & Stories
Art Basel
von Peter Raue
Mit der diesjährigen Art Basel scheint die Finanzkrise überwunden. Denn die Galeristen wurden von einem unerwarteten Kaufrausch der Gäste beglückt. Einmal mehr beweist Olafur Eliasson mit der Ausstellung „Innen Stadt Außen", dass er in der Lage ist, mit relativ bescheidenen Mitteln große Effekte zu erzielen.


























































