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von 2143 Forward End
Grafik © Sabrina Spee, Stylepark
von Thomas Wagner | 1. Januar 2016
Wieder ist der Kalender umgeschlagen, das Zählwerk eine Ziffer weitergerückt, auf 2016. Woran soll man bei der 16 denken, die von nun an 366 Tage lang an der 20 hängt? Eine Zahl des Maßes und der Vollkommenheit sei die 16, lehrt uns bedächtig die Zahlenmystik, und ein Symbol der Ganzheit obendrein. Wird das 21. Jahrhundert womöglich langsam erwachsen? Mit seinen Sixteen?

Aber reicht der Charme eines sechzehnjährigen Jahrtausends auch, um unsere existenziellen Zweifel zu zerstreuen? Oder bleibt nicht vielmehr so einiges unberechenbar? Seit alle permanent von Zukunft reden, beschleicht unsereinen doch gelegentlich der Verdacht, wir könnten keine haben, bei selbstgemachten Risiken wie Klimawandel oder Künstliche Intelligenz. Nicht als Individuen, da ist so oder so irgendwann Schluss, aber als Gattung. Auch wenn’s wahrscheinlich keiner mitkriegt in den unendlichen kosmischen Weiten.

Die alten Inder waren da bescheidener, für sie bestand der Mensch wenigstens noch aus, ja, genau: 16 Teilen. An der idealen Frau fand der Inder 16 Schönheitszeichen – und 16 Schmuckstücke gab es für die Schöne. Welch ein wunderbarer Stoff für Bollywood! Ist die 16 also doch eher eine Sweet Little Sixteen? ... Trotz Kriegen rund herum, trotz Flüchtlingskrise und billigem Polittheater? ... all the Cats wanna dance with / Sweet Little Sixteen?

Was die existenziellen Risiken angeht, so hat der schwedische Philosoph Nick Bostrom, ein nüchterner Nützlichkeitsdenker, das sollte man wissen, eine Handlungsmaxime aufgestellt und ihr den simplen Namen „Maxipok“ gegeben. Sie lautet: „Maximise the probability of an ,OK outcome’, where an OK outcome is any outcome that avoids existential catastrophe.“ Ohne näher darauf eingehen zu wollen, was Bostrom unter einer „existenziellen Katastrophe“ versteht: Die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, dass etwas gut ausgeht, und alles, was halbwegs gut ausgeht besser zu finden als eine existenzielle Katastrophe, das gilt wahrscheinlich nicht nur für die Gattung. Ob Sweet little Sixteen das weiß? Und wir mit ihr?
News & Stories › 2016 › Januar
2016
von Thomas Wagner | 1. Januar 2016
Das Zählwerk ist wieder weitergerückt. An die 20 haben wir uns schon gewöhnt. Wie aber steht es um die süße kleine 16?
Wieder ist der Kalender umgeschlagen, das Zählwerk eine Ziffer weitergerückt, auf 2016. Woran soll man bei der 16 denken, die von nun an 366 Tage lang an der 20 hängt? Eine Zahl des Maßes und der Vollkommenheit sei die 16, lehrt uns bedächtig die Zahlenmystik, und ein Symbol der Ganzheit obendrein. Wird das 21. Jahrhundert womöglich langsam erwachsen? Mit seinen Sixteen?

Aber reicht der Charme eines sechzehnjährigen Jahrtausends auch, um unsere existenziellen Zweifel zu zerstreuen? Oder bleibt nicht vielmehr so einiges unberechenbar? Seit alle permanent von Zukunft reden, beschleicht unsereinen doch gelegentlich der Verdacht, wir könnten keine haben, bei selbstgemachten Risiken wie Klimawandel oder Künstliche Intelligenz. Nicht als Individuen, da ist so oder so irgendwann Schluss, aber als Gattung. Auch wenn’s wahrscheinlich keiner mitkriegt in den unendlichen kosmischen Weiten.

Die alten Inder waren da bescheidener, für sie bestand der Mensch wenigstens noch aus, ja, genau: 16 Teilen. An der idealen Frau fand der Inder 16 Schönheitszeichen – und 16 Schmuckstücke gab es für die Schöne. Welch ein wunderbarer Stoff für Bollywood! Ist die 16 also doch eher eine Sweet Little Sixteen? ... Trotz Kriegen rund herum, trotz Flüchtlingskrise und billigem Polittheater? ... all the Cats wanna dance with / Sweet Little Sixteen?

Was die existenziellen Risiken angeht, so hat der schwedische Philosoph Nick Bostrom, ein nüchterner Nützlichkeitsdenker, das sollte man wissen, eine Handlungsmaxime aufgestellt und ihr den simplen Namen „Maxipok“ gegeben. Sie lautet: „Maximise the probability of an ,OK outcome’, where an OK outcome is any outcome that avoids existential catastrophe.“ Ohne näher darauf eingehen zu wollen, was Bostrom unter einer „existenziellen Katastrophe“ versteht: Die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, dass etwas gut ausgeht, und alles, was halbwegs gut ausgeht besser zu finden als eine existenzielle Katastrophe, das gilt wahrscheinlich nicht nur für die Gattung. Ob Sweet little Sixteen das weiß? Und wir mit ihr?