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Am liebsten baden wir im Grünen
von Thomas Wagner | 28. Februar 2013
Wer badete nicht am liebsten draußen in der Natur. Umspielen uns erst wieder laue Lüfte und spielen Klima und Wetter mit, so gibt es kaum etwas Schöneres, als im klaren Wasser eines Sees oder in den Fluten des Meeres Körper und Geist zu erfrischen. Ist man als Badender dabei obendrein noch umgeben von üppigem, sattem Grün, so taucht man gleichsam in die Natur selbst ein, der wir im Alltag eher selten begegnen. Noch das blau oder türkis schimmernde Nass eines Pools, auf dessen Oberfläche die Strahlen der Sonne funkeln, wirkt umso verlockender, ist dieser umgeben von Bäumen, saftigem Gras oder gar Palmen. Das Bad im eigenen Heim kann in dieser Hinsicht nur ein Kompromiss sein. Natur, das bedeutet hier zumeist: Wasser plus angenehme Materialien.

In der abendländische Kultur war es zuallererst der Garten, sei es der reale oder der imaginäre, der Zuflucht gewährte vor den Zumutungen und der Hektik von Arbeit und Geschichte. Ganz gleich, ob er sich, wie einst, in den Randzonen der Städte befand, oder ob er heute, wenn auch zögerlich, als Brachfläche, Guerilla-Garden oder als kleine grüne Enklave in die hoch verdichteten Megacities zurückkehrt. Gern sitzen wir eine Weile mitten in Paris im Jardin de Luxembourg oder flanieren in Rom durch den Park rund um die Villa Borghese.

„Wenn Voltaire“, so erklärt Robert Harrison, der ein erhellendes Buch über „Gärten“ geschrieben hat, „seinen Candide mit der berühmten Erklärung ,Il faut cultiver notre jardin’ beschließt, dann muss man den betreffenden Garten vor dem Hintergrund der Kriege, der Pest und der Naturkatastrophen sehen, die der Roman schildert. Die Betonung des Kultivierens ist wesentlich. Eben weil wir in die Geschichte geworfen sind, müssen wir unseren Garten bestellen.“

Hat Harrison nicht Recht? Brauchen wir nicht einen, wenn auch noch kleinen Garten, der uns wie durch ein Guckloch einen Blick aufs Paradies gewährt? Sollten wir nicht auch unser Bad – wenigstens etwas – wie einen Garten kultivieren? Es, so gut es geht, begrünen, in eine kleine grüne Oase verwandeln, um die heilenden und erlösenden Kräfte zu stärken, die im Garten ebenso zuhause sind wie im Wasser? Selbst die Trends in der „Erlebniswelt Bad“, die von der Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft e.V. (VDS) zur ISH ausgerufen werden, betonen – unter anderem – die Nähe zur Natur. Sie müssen die Badewanne ja nicht gleich direkt unter den Wasserfall hinter Ihrem Haus stellen.
Das Bad als Wohlfühloase, Foto © Karsten Jipp, VdS
Griffe und Thermostat verschmelzen zu einer Skulptur: Am unteren Ende des Auslaufs öffnet man den Wasserstrahl, am oberen stellt man die Temperatur ein, Foto © Axor Starck Original
Baden in der Natur, Foto © Karsten Jipp, VdS
Grün, wohin man schaut: Poliform-Messestand, Foto © Dimitrios Tsatsas, Stylepark
Duschen in Regenwaldatmosphäre, Foto © Dornbracht
Grünpflanzen halten Einzug in das Badezimmer, Foto © Stylepark
Bathroom Bubble, das Badezimmer als Rückzugsort, Foto © Constantin Meyer, VdS
News & Stories › 2013 › Februar
Am liebsten baden wir im Grünen
von Thomas Wagner | 28. Februar 2013
Wer gerne badet, der will eigentlich hinaus in die Natur. Weshalb also sollte nur die Technik des Bades „grün“ werden. Im Bild probt das Bad jedenfalls schon mal den Anschluss an Garten, See und Wald.
Wer badete nicht am liebsten draußen in der Natur. Umspielen uns erst wieder laue Lüfte und spielen Klima und Wetter mit, so gibt es kaum etwas Schöneres, als im klaren Wasser eines Sees oder in den Fluten des Meeres Körper und Geist zu erfrischen. Ist man als Badender dabei obendrein noch umgeben von üppigem, sattem Grün, so taucht man gleichsam in die Natur selbst ein, der wir im Alltag eher selten begegnen. Noch das blau oder türkis schimmernde Nass eines Pools, auf dessen Oberfläche die Strahlen der Sonne funkeln, wirkt umso verlockender, ist dieser umgeben von Bäumen, saftigem Gras oder gar Palmen. Das Bad im eigenen Heim kann in dieser Hinsicht nur ein Kompromiss sein. Natur, das bedeutet hier zumeist: Wasser plus angenehme Materialien.

In der abendländische Kultur war es zuallererst der Garten, sei es der reale oder der imaginäre, der Zuflucht gewährte vor den Zumutungen und der Hektik von Arbeit und Geschichte. Ganz gleich, ob er sich, wie einst, in den Randzonen der Städte befand, oder ob er heute, wenn auch zögerlich, als Brachfläche, Guerilla-Garden oder als kleine grüne Enklave in die hoch verdichteten Megacities zurückkehrt. Gern sitzen wir eine Weile mitten in Paris im Jardin de Luxembourg oder flanieren in Rom durch den Park rund um die Villa Borghese.

„Wenn Voltaire“, so erklärt Robert Harrison, der ein erhellendes Buch über „Gärten“ geschrieben hat, „seinen Candide mit der berühmten Erklärung ,Il faut cultiver notre jardin’ beschließt, dann muss man den betreffenden Garten vor dem Hintergrund der Kriege, der Pest und der Naturkatastrophen sehen, die der Roman schildert. Die Betonung des Kultivierens ist wesentlich. Eben weil wir in die Geschichte geworfen sind, müssen wir unseren Garten bestellen.“

Hat Harrison nicht Recht? Brauchen wir nicht einen, wenn auch noch kleinen Garten, der uns wie durch ein Guckloch einen Blick aufs Paradies gewährt? Sollten wir nicht auch unser Bad – wenigstens etwas – wie einen Garten kultivieren? Es, so gut es geht, begrünen, in eine kleine grüne Oase verwandeln, um die heilenden und erlösenden Kräfte zu stärken, die im Garten ebenso zuhause sind wie im Wasser? Selbst die Trends in der „Erlebniswelt Bad“, die von der Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft e.V. (VDS) zur ISH ausgerufen werden, betonen – unter anderem – die Nähe zur Natur. Sie müssen die Badewanne ja nicht gleich direkt unter den Wasserfall hinter Ihrem Haus stellen.