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Ansichten eines Flaneurs
von Claudia Beckmann | 3. Februar 2009
Es ist wahrlich keine kleine Messe - sechzehn Hallen sind es, die alle zwei Jahre zur BAU in München ihre Pforten öffnen. Eine Art labyrinthischer Mikrokosmos rund ums Thema Bauen erschließt sich dem Besucher. „Gleiche Nut wie bei HP5" liest man auf einem Werbeplakat. Ach so! Eine Messe für Profis.Wir durchschreiten die unzähligen Hallen und Gänge mit dem Blick eines Fachfremden, eines unbedarften Flaneurs. Offensichtlich ist, dass diese Messe vor allem von dem Streben nach neuen Technologien und Innovationen getrieben wird. Noch ist hier von dem prognostizierten Einbruch der Bauwirtschaft nichts zu spüren. Dämmschäume, Dachziegeln, Fenster und Beschläge in Hülle und Fülle - alles was das Bauherz begehrt. Auf den ersten Blick wirkt die Messe für eine Designjournalistin wie ein fremdes Paralleluniversum.

Aber dann treffen wir auf Bekanntes, zumindest auf dessen zarte Knospen. Erst vereinzelt, dann immer häufiger, kämpft sich eine interessante Facette durch den Technikdschungel an die Oberfläche. Es ist die gestalterische Anwendung der Produkte, der Wunsch nach kreativen Ausdrucksformen. Ein Begriff raunt dabei durch die Hallen und ist auch in den Gesprächen mit den Herstellern immer wieder zu hören: Emotion. Das ist das Schlüsselwort. Aber was verbirgt sich hinter diesem Begriff in der Sprache der Baubranche? Wir würden es wohl mit Gestaltung, mit dem sinnlichen und ästhetischen Einsatz von Werkstoffen beschreiben. Die Antwort wird hier am ehesten den Architekten zugetraut. Denn das, was beispielhaft für jenen emotionalen Einsatz von Produkten angeführt wird, sind zumeist von Architekten initiierte Projekte, die gemeinsam mit Firmen innovative Lösungen entwickelt und den Produkten durch diesen neuartigen Einsatz eine bislang verborgene Qualität verliehen haben. Mehr noch: aus dem Zusammenspiel von Herstellern und Architekten entwickelt sich derzeit ein neuer gestalterischer Bereich, der Material, Architektur und Design neu zusammenführt und über erhebliches Potenzial verfügt.

Unser Blick schweift weiter über zahlreiche Stände und Hallen, die formal in verschiedene Bereiche unterteilt sind, doch branchenübergreifend wird ein verbindendes Element spürbar: Die Ambitionen einiger Firmen, Produkte mit ganz unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten gestalterisch einzusetzen und ihnen dadurch eine neue Emotionalisierung zu verleihen.

Was am Anfang fremd und verwunderlich schien, macht einer Begeisterung Platz, die in dem Fremden viel Vertrautes entdeckt hat. Denn so viel steht fest: die Baubranche hat sich dem Design geöffnet. Wir sind gespannt wohin die Reise geht.

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