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Auf dem Speedway in die Zukunft
von Sandra Hofmeister | 29. Mai 2010
Speedway in action

Elektroautos gelten derzeit als Hoffnungsträger für eine schadstoffarme, grüne Zukunft. Doch die eingeschränkte Reichweite ihres Batteriesystems bleibt ein technisches Problem, für das mittelfristig keine Lösung in Sicht ist. Deshalb schlug der Münchner Industriedesigner Christian Förg einen anderen Weg ein: Er konzipierte in seiner viel beachteten Diplomarbeit mit dem Titel „Speedway - ein alternatives Verkehrssystem" ein ergänzendes Antriebssystem, das den Stromern Aufladen und Fahren auf langer Strecke erlaubt. „Speedway" ist der Name dieses Verkehrssystems, das ebenso visionär wie realisierbar scheint und die Mobilität der Zukunft grundsätzlich verändern könnte. Sandra Hofmeister sprach mit Christian Förg über die Chancen und Risiken sowie über die Vorteile und Realisierbarkeit des Magnetwellenantriebs für den Individualverkehr.

Sie haben ein Verkehrssystem mit Linearmotor konzipiert, das für den Individualverkehr genutzt werden kann. Welches sind die entscheidenden Komponenten ihres Konzepts, wie müssen wir uns den „Speedway"vorstellen?

Ich bin überzeugt, dass Benzinmotoren erst dann ausgedient haben, wenn sich eine Lösung für das Langstreckenproblem bei Elektroautos findet. Mit dem Speedway habe ich ein Verkehrssystem entwickelt, das elektrische Autos für Langstrecken nutzbar macht, und das Problem der Reichweite löst. Um nicht auf eine Wunderbatterie zu warten, die vielleicht gar nicht kommt, bin ich von vorhandenen Technologien ausgegangen. Der Speedway funktioniert durch einen Linearantrieb, der unter der Autobahnoberfläche verlegt wird. Dieser Antrieb erzeugt ein wanderndes Magnetfeld, das die Fahrzeuge auf der Straße bewegt - ähnlich wie beim Transrapid. Stark vereinfacht geht es also um ein Kabelsystem, das unter dem Asphalt verlegt wird, beispielsweise dann, wenn eine Fahrbahnsanierung ansteht. Damit die Autos diesen Antrieb nutzen können, müssen sie mit einem Gegenpol ausgerüstet werden, einer Art Blechplatte unter dem Fahrgestell. Die Nachrüstung ist völlig problemlos und sowohl bei Elektroautos als auch bei Benzinern möglich.

Welche Vorteile ergeben sich aus diesem neuen Antriebssystem?

Autobahnen und Straßen könnten nach und nach mit den Stromspuren ausgerüstet werden. Wir brauchen weder eine neue Infrastruktur noch neue Fahrzeuge. Im Stadtverkehr können Elektroautos dann mit Batterie fahren. Bei Langstrecken hingegen klinken sie sich in das Speedway-System ein und werden vom Linearmotor angetrieben. Ich vergleiche das gerne mit einem Magneten, den man unter ein Blatt Papier schiebt und damit eine Münze bewegen kann, die auf dem Papier liegt. Das Speedway-System funktioniert ähnlich, nur dass kein Magnet, sondern Magnetwellen das Fahrzeug rollen lassen.

Wie muss man sich das Umschalten von der Batterie auf den Linearmotor vorstellen?

Das System macht das von selbst. Zusätzlich könnten die Batterien des Elektroautos über Induktion während des Fahrens geladen werden. Für eine Fahrt von München nach Hamburg würde das bedeuten, dass Sie sich auf dem Speedway einklinken und die Batterie ihres Stromers voll ist, wenn sie in Hamburg ankommen. Man braucht keine Elektrotankstellen mehr - der Speedway übernimmt nicht nur den Antrieb, sondern auch das Aufladen der Batterie.

Die Stromkonzerne müssen also dringend mit von der Partie sein.

Das stimmt - ohne große Konzerne lassen sich solche Ideen nicht in die breite Öffentlichkeit tragen und erst recht nicht in die Realität umsetzen. Wir könnten unglaublich viel Geld, das im Moment für Öl ausgegeben wird, in Zukunft für regionale Infrastruktur und lokal erzeugte Energien nutzen.

Dennoch muss man die Energiefrage beim Elektroauto auch kritisch sehen: Zwar stoßen Stromer kein Kohlenstoffdioxid aus ihrem Auspuff, dafür werden jedoch Abgase in Kernreaktoren und Kohlekraftwerken freigesetzt. Ohne regenerative Energien ist das Elektroauto kaum sinnvoll für die Ökobilanz.

Das sehe ich als ein rein politisches Problem, das wir lösen können, wenn wir wollen. Schließlich sind alle erforderlichen Technologien längst entwickelt. Es fehlt nur der politische Wille, ein klares Konzept für den Ökostrom in Bezug auf Elektroautos wirksam werden zu lassen.

Welche Konsequenzen hat der Linearmotor für die Regulierung der Geschwindigkeit? Müssen alle Fahrzeuge auf dem Speedway gleich schnell fahren?

Nein, die Bahntechnik kennt verschiedene Möglichkeiten, unterschiedliche Fahrzeuge mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten auf diesem Magnetwellensystem fahren zu lassen. Die Autos können sich dabei auch überholen oder als windschnittige Kolonne fahren. Niemand ist in seiner individuellen Mobilität eingeschränkt. Außerdem muss nicht jeder Autofahrer das Speedwaysystem nutzen, weil sich an der Oberfläche der Straße nichts ändert. Die Straße wird lediglich aufgewertet durch eine Nutzungsoption.

Haben Sie auch darüber nachgedacht, wie die Umstellung und der sanfte Einstieg zum Speedway funktionieren könnte?

Das ist tatsächlich das berühmte Problem zwischen der Henne und dem Ei, die beide zuerst da waren. Zwar scheint der Einstieg in das Magnetverkehrssystem relativ einfach, weil wir keine neue Infrastruktur brauchen und auch lediglich eine zusätzliche Option zur Verfügung stellen. Trotzdem kauft keiner ein Speedway-taugliches Auto, wenn es keine Strecken gibt. Anders herum baut auch niemand eine Strecke, wenn es keine Autos für sie gibt. Zu diesem grundsätzlichen Problem, wie man ein neues Verkehrssystem implementieren könnte, haben sich vor dem Hintergrund anderer Systeme schon viele Forscher den Kopf zerbrochen und Lösungswege aufgezeigt. Zunächst sollen nur einige wichtige Strecken für den Schwerlastverkehr ausgebaut werden. Die Fuhrunternehmen haben ein starkes wirtschaftliches Interesse am automatisierten Verkehr ohne Schadstoffausstoß und denken bei Anschaffungen langfristiger als Privatnutzer. Sukzessive kann dieses Prinzip dann ausgebaut werden. Wenn das Netz dicht genug ist, können Privatnutzer umsteigen. Auch beim Magnetantrieb könnte der sanfte Einstieg so funktionieren.

Statt sich mit Batteriefragen der Elektroautos zu beschäftigen, haben Sie ein neues Antriebssystem konzipiert. Woher ist die Inspiration für so ein System gekommen?

Das hat sich über ein Gastsemester an der Hochschule in Graz ergeben. Mir war wichtig, wissenschaftliche Fragen und Methoden mit Fragen des Designs zu verbinden. Deshalb habe ich mich diesem Thema genähert, indem ich die verschiedensten Technologien studiert und mich durch viele Patente durchgewälzt habe, die bereits existieren aber noch nicht umgesetzt wurden. Es gibt in der Industrie in unterschiedlichen Bereichen Förderroboter, die über das Straßensystem geladen werden. Es gibt dieses Antriebssystem im Zugverkehr und bei Achterbahnen. Im Prinzip ist das Speedway-System bereits vielfach getestet.

Wenn Sie also auf vorhandene Technologien zurückgegriffen haben, dann liegt die Frage nahe, warum es bisher nicht schon Patente auf Magnetverkehrssystem für Autos gab?

Es gibt verschiedene Patente, die auf andere Weise über die Straße Antriebssysteme schaffen, jedoch sehr viel komplexer sind als mein Vorschlag. Und es gibt Technologien, die man hervorragend für das Speedway-System einsetzen kann. Mein Ziel war nicht, ein schönes Auto zu entwickeln, sondern ein System zu schaffen, das diese Faktoren alle erfüllt. Ich bin oft gefragt worden, was daran Design sein soll, wenn das eigentlich Entscheidende unter dem Boden verschwindet. Aber Design ist in diesem Fall die Herangehensweise, Kreativität mit wissenschaftlichen Fragen zu kombinieren und sinnvolle Lösungen vorzuschlagen. Es geht mir also nicht um das Aufhübschen von Dingen.

Im Januar haben Sie Ihr Industriedesign-Studium in München abgeschlossen und kurz danach gemeinsam mit zwei Kollegen die Designagentur „Lumod" in München gegründet. Mit einem Projekt wie dem Speedway in den Beruf des freien Designers einzusteigen, ist nicht unbedingt einfach.

Das Speedway-Projekt ist für uns kein Einstiegsprojekt, es läuft parallel. Wir arbeiten ansonsten produkt- und projektbezogen im Investitionsgüter- und Medizintechnik-Bereich oder bei Consumer Electronics. Das Speedway-System ist für uns ein guter Anlass, darzustellen, dass Design keine reine Formgebungssache ist, sondern eine Methode, die nach realisierbaren Lösungen sucht. Es gibt doch gerade in Deutschland unglaublich viele Technologien, die nicht genutzt werden. Als Designer haben wir die Aufgabe, sinnvolle Anwendungsbereiche für solchen Technologien zu entwickeln. Ich finde diese Art der konzeptionellen Gestaltung sehr spannend.

www.lumod.com

Linear motor-concept: Es werden nur Autobahnen für Langstreckenfahrten umgebaut und auf diesen verbesserten Strecken können normale Fahrzeuge, Autos mit Adapter und Speedwayfahrzeuge gemischt und mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten fahren.
Split engine concept: Kurzstreckenantrieb für die Stadt und Linearantrieb für Langstrecken
Strassenschnitt: Der Linearmotor arbeitet berührungslos und kann deshalb in die bestehende Straßenstruktur eingebaut werden, ohne das bestehende System einzuschränken.
Section linear-engine: Linearmotor, der wie ein aufgeschnittener und ausgerollter Elektromotor funktioniert
Christian Förg
News & Stories › 2010 › Mai
Auf dem Speedway in die Zukunft
von Sandra Hofmeister | 29. Mai 2010
Der Industriedesigner Christian Förg hat mit „Speedway" ein Konzept für Elektroautos entwickelt, das mittels eines elektromagnetischen Feldes das Fahrzeug antreibt und gleichzeitig die Batterie auflädt.
Elektroautos gelten derzeit als Hoffnungsträger für eine schadstoffarme, grüne Zukunft. Doch die eingeschränkte Reichweite ihres Batteriesystems bleibt ein technisches Problem, für das mittelfristig keine Lösung in Sicht ist. Deshalb schlug der Münchner Industriedesigner Christian Förg einen anderen Weg ein: Er konzipierte in seiner viel beachteten Diplomarbeit mit dem Titel „Speedway - ein alternatives Verkehrssystem" ein ergänzendes Antriebssystem, das den Stromern Aufladen und Fahren auf langer Strecke erlaubt. „Speedway" ist der Name dieses Verkehrssystems, das ebenso visionär wie realisierbar scheint und die Mobilität der Zukunft grundsätzlich verändern könnte. Sandra Hofmeister sprach mit Christian Förg über die Chancen und Risiken sowie über die Vorteile und Realisierbarkeit des Magnetwellenantriebs für den Individualverkehr.

Sie haben ein Verkehrssystem mit Linearmotor konzipiert, das für den Individualverkehr genutzt werden kann. Welches sind die entscheidenden Komponenten ihres Konzepts, wie müssen wir uns den „Speedway"vorstellen?

Ich bin überzeugt, dass Benzinmotoren erst dann ausgedient haben, wenn sich eine Lösung für das Langstreckenproblem bei Elektroautos findet. Mit dem Speedway habe ich ein Verkehrssystem entwickelt, das elektrische Autos für Langstrecken nutzbar macht, und das Problem der Reichweite löst. Um nicht auf eine Wunderbatterie zu warten, die vielleicht gar nicht kommt, bin ich von vorhandenen Technologien ausgegangen. Der Speedway funktioniert durch einen Linearantrieb, der unter der Autobahnoberfläche verlegt wird. Dieser Antrieb erzeugt ein wanderndes Magnetfeld, das die Fahrzeuge auf der Straße bewegt - ähnlich wie beim Transrapid. Stark vereinfacht geht es also um ein Kabelsystem, das unter dem Asphalt verlegt wird, beispielsweise dann, wenn eine Fahrbahnsanierung ansteht. Damit die Autos diesen Antrieb nutzen können, müssen sie mit einem Gegenpol ausgerüstet werden, einer Art Blechplatte unter dem Fahrgestell. Die Nachrüstung ist völlig problemlos und sowohl bei Elektroautos als auch bei Benzinern möglich.

Welche Vorteile ergeben sich aus diesem neuen Antriebssystem?

Autobahnen und Straßen könnten nach und nach mit den Stromspuren ausgerüstet werden. Wir brauchen weder eine neue Infrastruktur noch neue Fahrzeuge. Im Stadtverkehr können Elektroautos dann mit Batterie fahren. Bei Langstrecken hingegen klinken sie sich in das Speedway-System ein und werden vom Linearmotor angetrieben. Ich vergleiche das gerne mit einem Magneten, den man unter ein Blatt Papier schiebt und damit eine Münze bewegen kann, die auf dem Papier liegt. Das Speedway-System funktioniert ähnlich, nur dass kein Magnet, sondern Magnetwellen das Fahrzeug rollen lassen.

Wie muss man sich das Umschalten von der Batterie auf den Linearmotor vorstellen?

Das System macht das von selbst. Zusätzlich könnten die Batterien des Elektroautos über Induktion während des Fahrens geladen werden. Für eine Fahrt von München nach Hamburg würde das bedeuten, dass Sie sich auf dem Speedway einklinken und die Batterie ihres Stromers voll ist, wenn sie in Hamburg ankommen. Man braucht keine Elektrotankstellen mehr - der Speedway übernimmt nicht nur den Antrieb, sondern auch das Aufladen der Batterie.

Die Stromkonzerne müssen also dringend mit von der Partie sein.

Das stimmt - ohne große Konzerne lassen sich solche Ideen nicht in die breite Öffentlichkeit tragen und erst recht nicht in die Realität umsetzen. Wir könnten unglaublich viel Geld, das im Moment für Öl ausgegeben wird, in Zukunft für regionale Infrastruktur und lokal erzeugte Energien nutzen.

Dennoch muss man die Energiefrage beim Elektroauto auch kritisch sehen: Zwar stoßen Stromer kein Kohlenstoffdioxid aus ihrem Auspuff, dafür werden jedoch Abgase in Kernreaktoren und Kohlekraftwerken freigesetzt. Ohne regenerative Energien ist das Elektroauto kaum sinnvoll für die Ökobilanz.

Das sehe ich als ein rein politisches Problem, das wir lösen können, wenn wir wollen. Schließlich sind alle erforderlichen Technologien längst entwickelt. Es fehlt nur der politische Wille, ein klares Konzept für den Ökostrom in Bezug auf Elektroautos wirksam werden zu lassen.

Welche Konsequenzen hat der Linearmotor für die Regulierung der Geschwindigkeit? Müssen alle Fahrzeuge auf dem Speedway gleich schnell fahren?

Nein, die Bahntechnik kennt verschiedene Möglichkeiten, unterschiedliche Fahrzeuge mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten auf diesem Magnetwellensystem fahren zu lassen. Die Autos können sich dabei auch überholen oder als windschnittige Kolonne fahren. Niemand ist in seiner individuellen Mobilität eingeschränkt. Außerdem muss nicht jeder Autofahrer das Speedwaysystem nutzen, weil sich an der Oberfläche der Straße nichts ändert. Die Straße wird lediglich aufgewertet durch eine Nutzungsoption.

Haben Sie auch darüber nachgedacht, wie die Umstellung und der sanfte Einstieg zum Speedway funktionieren könnte?

Das ist tatsächlich das berühmte Problem zwischen der Henne und dem Ei, die beide zuerst da waren. Zwar scheint der Einstieg in das Magnetverkehrssystem relativ einfach, weil wir keine neue Infrastruktur brauchen und auch lediglich eine zusätzliche Option zur Verfügung stellen. Trotzdem kauft keiner ein Speedway-taugliches Auto, wenn es keine Strecken gibt. Anders herum baut auch niemand eine Strecke, wenn es keine Autos für sie gibt. Zu diesem grundsätzlichen Problem, wie man ein neues Verkehrssystem implementieren könnte, haben sich vor dem Hintergrund anderer Systeme schon viele Forscher den Kopf zerbrochen und Lösungswege aufgezeigt. Zunächst sollen nur einige wichtige Strecken für den Schwerlastverkehr ausgebaut werden. Die Fuhrunternehmen haben ein starkes wirtschaftliches Interesse am automatisierten Verkehr ohne Schadstoffausstoß und denken bei Anschaffungen langfristiger als Privatnutzer. Sukzessive kann dieses Prinzip dann ausgebaut werden. Wenn das Netz dicht genug ist, können Privatnutzer umsteigen. Auch beim Magnetantrieb könnte der sanfte Einstieg so funktionieren.

Statt sich mit Batteriefragen der Elektroautos zu beschäftigen, haben Sie ein neues Antriebssystem konzipiert. Woher ist die Inspiration für so ein System gekommen?

Das hat sich über ein Gastsemester an der Hochschule in Graz ergeben. Mir war wichtig, wissenschaftliche Fragen und Methoden mit Fragen des Designs zu verbinden. Deshalb habe ich mich diesem Thema genähert, indem ich die verschiedensten Technologien studiert und mich durch viele Patente durchgewälzt habe, die bereits existieren aber noch nicht umgesetzt wurden. Es gibt in der Industrie in unterschiedlichen Bereichen Förderroboter, die über das Straßensystem geladen werden. Es gibt dieses Antriebssystem im Zugverkehr und bei Achterbahnen. Im Prinzip ist das Speedway-System bereits vielfach getestet.

Wenn Sie also auf vorhandene Technologien zurückgegriffen haben, dann liegt die Frage nahe, warum es bisher nicht schon Patente auf Magnetverkehrssystem für Autos gab?

Es gibt verschiedene Patente, die auf andere Weise über die Straße Antriebssysteme schaffen, jedoch sehr viel komplexer sind als mein Vorschlag. Und es gibt Technologien, die man hervorragend für das Speedway-System einsetzen kann. Mein Ziel war nicht, ein schönes Auto zu entwickeln, sondern ein System zu schaffen, das diese Faktoren alle erfüllt. Ich bin oft gefragt worden, was daran Design sein soll, wenn das eigentlich Entscheidende unter dem Boden verschwindet. Aber Design ist in diesem Fall die Herangehensweise, Kreativität mit wissenschaftlichen Fragen zu kombinieren und sinnvolle Lösungen vorzuschlagen. Es geht mir also nicht um das Aufhübschen von Dingen.

Im Januar haben Sie Ihr Industriedesign-Studium in München abgeschlossen und kurz danach gemeinsam mit zwei Kollegen die Designagentur „Lumod" in München gegründet. Mit einem Projekt wie dem Speedway in den Beruf des freien Designers einzusteigen, ist nicht unbedingt einfach.

Das Speedway-Projekt ist für uns kein Einstiegsprojekt, es läuft parallel. Wir arbeiten ansonsten produkt- und projektbezogen im Investitionsgüter- und Medizintechnik-Bereich oder bei Consumer Electronics. Das Speedway-System ist für uns ein guter Anlass, darzustellen, dass Design keine reine Formgebungssache ist, sondern eine Methode, die nach realisierbaren Lösungen sucht. Es gibt doch gerade in Deutschland unglaublich viele Technologien, die nicht genutzt werden. Als Designer haben wir die Aufgabe, sinnvolle Anwendungsbereiche für solchen Technologien zu entwickeln. Ich finde diese Art der konzeptionellen Gestaltung sehr spannend.

www.lumod.com