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Auf ein Tässchen Tee
von Martina Metzner | 2. März 2014
Nach dem Bohei um den Kaffee-im-Gehen, ist jetzt Tee-zum-Sitzen angesagt: neue Teekannen-Designs inklusive. „Wan“ von Sebastian Herkner für Rosenthal. Foto © Rosenthal
Lange Zeit hat sie in der hintersten Ecke des Küchenschranks verharrt, jetzt rückt sie wieder ans Tageslicht: die Teekanne. Denn sie hat das Zeug zum Shootingstar. Auf der weltweit größten Konsumgütermesse Ambiente in Frankfurt sieht man sie an fast jedem Stand. Ob Naoto Fukasawa für Alessi (eine metallene Teekanne, die man direkt vom Herd auf den Tisch stellen kann), oder das Service „Wan“ von Sebastian Herkner für Rosenthal: Nicht etwa die große, mächtige Teekanne im Stile von Alfi, nein, sondern die kleine Bauchige, die in der Linie der kleinen Kannen für die japanische Teezeremonie steht und die nur ein kleines Fassungsvermögen hat, ist ins Visier der Designer gerückt. Denn nach dem Bohei um Kaffee, avanciert Tee zum neuen Zeitgeist-Getränk, das eine kurze Auszeit für Körper und Geist verspricht. Schon längst bestellen informierte Großstädter etwa nicht mehr Latte Macchiato mit Karamel-Geschmack sondern „Weißes Glück“ – eine Mischung aus weißem und grünem Tee, der noch ziehen muss, während er aufgetischt wird. Dass lukullische Vergnügen ist damit auch ein praktisches: Es entschleunigt unsere Zeit und öffnet für einen Moment das Spektrum unserer Sinne. Kommt ein optisches Vergnügen in Form einer stilvollen Verpackung dazu, ist die kleine Auszeit perfekt. Also, nicht mehr Coffee-to-go, sondern Tea-to-sit.
Elegante Reminiszenz: „Wan“ von Sebastian Herkner für Rosenthal. Noch vor ein paar Jahren wäre man bass erstaunt, wenn sich ein aufstrebendes Design-Talent der Gestaltung eines „Teeservice“ gewidmet hätte. Doch die alten Zeiten kehren wieder, ob mit Hornbrillen, Häkeldecken oder eben Teekannen. Dem bekennenden Teetrinker Herkner kann’s recht sein. Sein Gespür für klassisch-elegante Formen, das er schon bei „Bell“ für Classicon unter Beweis stellte, steht auch einer Teekanne ausgezeichnet. Foto © Rosenthal
Japanisch für Anfänger: „Cha“ von Naoto Fukasawa für Alessi. Was der Kreativdirektor von Muji auch anfasst, es ist stets durchdacht und verbindet japanische Tradition mit modernen Aspekten. Auch bei „Cha“ hat Fukasawa dieses Prinzip angewandt: Die Teekanne aus Edelstahl mit hitzeresistentem Harz-Haltegriff kann als Wasserkessel auf dem Herd als auch auf dem Tisch als Teekanne verwendet werden. Foto © Alessi
BIG dekoriert Gropius: „TAC BIG Cities“ – BIG und Kilo Design für Rosenthal. Dass sich Bjarke Ingels (BIG) nun auch weniger weltbewegenden Dingen wie Porzellan-Design widmet, lässt hell hören. Doch was er zusammen mit dem dänischen Kollegen Lars Holme Larsen von Kilo Design für Rosenthal kredenzt, ist schlicht einfallslos: und zwar dem Gropius-Design „TAC“ von 1969 eine Skyline der Städte Berlin, Moskau, Paris oder New York zu verpassen. Das, lieber Bjarke Ingels, hätte auch ein Tourishop nicht besser machen können. Foto © Rosenthal
Japanisch-italienische Freundschaft: „Cha“ von Federica Capitani für Rosenthal. Dieses kleine Teeservice gehört neben „Wan“ von Sebastian Herkner zu den gelungensten seiner Art in der Reihe der Neuvorstellungen auf der Ambiente. Für die minimalistische Kollektion aus Teekanne, -becher, -teller und -schalen hat sich die italienische Designerin Federica Capitani – nach Stationen bei Patricia Urquiola und Marcel Wanders seit 2009 selbstständig – von der japanischen Teezeremonie-Tradition inspirieren lassen. Ein wunderbares Beispiel bilateraler Vereinigung. Foto © Rosenthal
Dänische Teekomposition: „Cylinda“ von Arne Jacobsen für Stelton. 1967 hatte der dänische Architekt und Gestalter den Einfall zu dieser Teekanne – bei einem Dinner. Der Stiefsohn, zufällig Vertriebsleiter bei Stelton, schnappte die Idee auf. Seitdem ist das Edelstahl-Service „Cylinda“ ein Klassiker von Stelton – und überzeugt gerade heute wieder durch seine Unaufgeregtheit und Prägnanz.
Foto © Martina Metzner, Stylepark
Pixel-Parade: „Format Unsealed“ von Christophe de la Fontaine und Inesa Malafej (Dekor) für Rosenthal Studio-line. In Zusammenarbeit mit der Studentin Inesa Malafej von der Royal Danish Academy of Fine Arts in Kopenhagen ist ein Dekor entstanden, das grafische Elemente aus der Computerwelt auf Porzellan bannt. Allein die Linie „Format“ von Christophe de la Fontaine ist in ihrer Formensprache schon außergewöhnlich – dass Dekor unterstreicht dies noch. Ein ultramodernes Service, das durchaus polarisiert. Gratulation an Rosenthal für diesen Blick über den gewohnten Tellerrand! Foto © Rosenthal
Kanne vom „Stardesigner“: Michael Michalsky für WMF. Leider wahr: Die Michalskysierung macht auch vor dem gedeckten Tisch nicht Halt. Nach Teppichen (für Reinkemeier Rietberg) und Tapeten (für A.S. Création) hat sich Michalsky nun mit WMF zusammengetan, um seinen Designanspruch auf den gedeckten Tisch auszuweiten. Die umfangreiche Kollektion mit Bestecken, Gläsern und Porzellan stellt auch eine Teekanne vor – die nicht viel besser als ein 08/15-Geschirr aus dem Kaufhaus daherkommt. Zumindest aber auch nicht viel schlechter.
Foto © Martina Metzner, Stylepark
Goldener Genuß: „My China „Ca‘ D‘ Oro“ von Sieger Design für Fürstenberg. Die beiden Brüder Michael und Christian Sieger von Sieger Design haben schon immer ein Gespür fürs Exklusive und Extravagante – siehe die Armaturen für Dornbracht. Nun entführen sie uns mit ihrer sechsten Porzellanserie für die Manufaktur Fürstenberg nach Venedig, in den Palazzo „Ca d‘ Oro“, wo Michael Sieger einige Jahre gewohnt hat. Das Dekor der neuen Serie spiegele laut Sieger Grundrisse von gotischen Kirchen wieder. Oder war es doch der Karneval, der ihn dazu inspirierte? Foto © Sieger Design
Glänzende Zeiten: „Mavi“ von ASA Selection. Auf dem Stand von ASA sah man quasi einen ganzen Catwalk von Teekannen. Diese hier ist uns besonders ins Auge gefallen, glänzt sie doch mit einem Metallbügel. Der warme Kupferton verleiht dem weißen Keramik eine warme und edle Note. Glanz und Schimmer also nicht nur am Möbel, sondern auch auf dem Tisch. Kommt noch der kupferfarbene Löffel dazu, ist die Einladung zum stilvollen Tee am Sonntagnachmittag perfekt. Foto © Asa

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News & Stories › 2014 › März
Auf ein Tässchen Tee
von Martina Metzner | 2. März 2014
Nach dem Bohei um Kaffee, trinkt nun plötzlich jeder Tee. Und damit ist die Teekanne ins Visier der Designer gerückt. Klein, bauchig und in japanischem Stil ist sie der Shootingstar auf der Konsumgütermesse Ambiente in Frankfurt. Wir präsentieren die stilvollsten Exemplare in einer Bilderschau.

Lange Zeit hat sie in der hintersten Ecke des Küchenschranks verharrt, jetzt rückt sie wieder ans Tageslicht: die Teekanne. Denn sie hat das Zeug zum Shootingstar. Auf der weltweit größten Konsumgütermesse Ambiente in Frankfurt sieht man sie an fast jedem Stand. Ob Naoto Fukasawa für Alessi (eine metallene Teekanne, die man direkt vom Herd auf den Tisch stellen kann), oder das Service „Wan“ von Sebastian Herkner für Rosenthal: Nicht etwa die große, mächtige Teekanne im Stile von Alfi, nein, sondern die kleine Bauchige, die in der Linie der kleinen Kannen für die japanische Teezeremonie steht und die nur ein kleines Fassungsvermögen hat, ist ins Visier der Designer gerückt. Denn nach dem Bohei um Kaffee, avanciert Tee zum neuen Zeitgeist-Getränk, das eine kurze Auszeit für Körper und Geist verspricht. Schon längst bestellen informierte Großstädter etwa nicht mehr Latte Macchiato mit Karamel-Geschmack sondern „Weißes Glück“ – eine Mischung aus weißem und grünem Tee, der noch ziehen muss, während er aufgetischt wird. Dass lukullische Vergnügen ist damit auch ein praktisches: Es entschleunigt unsere Zeit und öffnet für einen Moment das Spektrum unserer Sinne. Kommt ein optisches Vergnügen in Form einer stilvollen Verpackung dazu, ist die kleine Auszeit perfekt. Also, nicht mehr Coffee-to-go, sondern Tea-to-sit.