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Auf einen Caffè mit Claudio Luti
Von Robert Volhard | 23. April 2014
Cosmit-Präsident Claudio Luti lädt in die „Red Lounge" auf der Messe zum „Caffè" ein. Foto © Adeline Seidel, Stylepark
Nicht für alles, was in diesem Jahr den Besuch in Mailand so angenehm belebend gemacht hat, ist Claudio Luti verantwortlich. Hat er etwa das traumhafte Wetter bestellt? Oder den Designern gute Ideen eingegeben? Und doch, es gab auf der Messe vieles, woran man seine Handschrift erkennen konnte. Claudio Luti war Geschäftsführer von Versace, als er 1988 seinem Schwiegervater das 1949 gegründete Unternehmen Kartell abkaufte und es seither erfolgreich auch durch schwierige Zeiten weltwirtschaftlicher Turbulenzen führte.

Es verwundert nicht, dass er schon am Morgen des ersten Messetags ganz ungezwungen zu einem gemeinsamen Caffè in die „Red Lounge“ eingeladen hat, an einen Ort, der nur einer handverlesenen Auswahl von „Freunden des Hauses“ offen steht. Dass man hier nicht nur Kollegen der Presse, sondern auch befreundete Designer und Architekten traf, und sich in lockerer Runde und entspannter Atmosphäre unterhalten konnte, war eine feine Sache. Auch die Erfindung der „Red Line“ für die Inhaber einer „Red Card“ erwies sich als Segen, eine Erleichterung, für die man Claudio Luti nur danken kann. Es ist schon angenehm, wenn man sich nicht mehr in dem für den Salone gewohnten Gedränge durch die Drehkreuzte zwängen muss.

Nicht allein beim Thema „Service“ wird deutlich, dass Claudio Luti die Mailänder Messe weiterentwickeln möchte. Was leicht übersehen werden kann, auch was das Branding angeht, wurde präzisierend eingegriffen, wird aktuell doch auf das kleine, an Apple erinnernde „i“ verzichtet, das sich bisher an den Salone geheftet hatte. Statt „iSalone del Mobile“ heißt es fortan also nur noch „Salone del Mobile.Milano“.

Im Gespräch zeigt sich Claudi Luti dann auch von dem noch nicht wieder auf dem besten Niveau befindlichen wirtschaftlichen Umfeld unbeeindruckt. „Der Salone“, sagt er, „ist ein Erfolg, die besten Aussteller präsentieren hier ihre Innovationen und es gibt eine lange Warteliste“. Auch wenn die italienische Möbelindustrie im Jahr 2013 abermals mit Umsatzeinbrüchen zu kämpfen hatte und noch immer rund 25 Prozent unter dem Umsatz von 2009 liegt, so sieht Luti im Salone doch viele Chancen für alle Hersteller, in die Erfolgsspur zurückzukehren. Was schon für die Vorjahre galt, gilt auch für 2014: Für sämtliche Aussteller, ob sie aus Italien oder dem Ausland kommen, wird der Export immer wichtiger. Bei Besuchern, die aus über 160 Ländern anreisen, so Luti, habe jeder die Chance, seinen Anteil am Export zu steigern. Wobei er nicht versäumt hinzuzufügen, dass insbesondere die italienischen Firmen noch viel lernen könnten. Denn auch wenn italienische Produkte in den Schaufenstern der Welt immer präsent seien, so könnten Länder wie Frankreich oder Deutschland doch oft einen deutlich größeren wirtschaftlichen Erfolg für sich verbuchen. So lautete seine ganz persönliche Empfehlung für die italienischen Firmen denn auch, sie müssten die Distribution, im Bereich des Vertriebs nicht weniger als in der Logistik, ebenso immer weiter steigern wie die Qualität der Produkte. Auch bei Kartell, seiner eigenen Firma, werde permanent am Qualitätsmanagement gearbeitet. Und was die Distribution angeht, so hat er weltweit viele eigene Flagship Stores aufgebaut. Sicher, so etwas kann sich nicht jedes Unternehmen leisten. Doch wäre auch Kartell mit knapp 100 Millionen Euro Umsatz ohne solche Maßnahmen nicht dort, wo das Unternehmen heute steht.

Als ich ihn fragte, welche Trends er beim Salone ausgemacht habe oder erwarte, antwortete er lächelnd, es sei gerade einmal 10 Uhr und der erste Tag der Messe, wie solle er da schon alles gesehen haben. Außerdem interessieren ihn Trends nur bedingt. Was ihn interessiere, sei allein die Qualität der Produkte. Bleibt nur hinzuzufügen: Oft wissen die Italiener eben am besten, worin die Qualität einer Sache besteht und wie man sie erreichen kann. Auch wenn nicht sie es uns verraten, sondern nur ihre Produkte. Grazie per il caffè!


www.cosmit.it
www.kartell.it

Lebendige Gesten auch am Morgen. Foto © Adeline Seidel, Stylepark
Die „Red Lounge" ist der Rückzugs- und Treffpunkt für die Inhaber der „Red Card". Foto © Adeline Seidel, Stylepark
Die Farbe Rot ist Programm... Foto © Adeline Seidel, Stylepark
News & Stories › 2014 › April
Auf einen Caffè mit Claudio Luti
von Robert Volhard | 23. April 2014
Es ist noch nicht ganz Zehn und der erste Tag der Messe, da bittet Claudio Luti, der Präsident von Cosmit, dem Veranstalter des Salone del Mobile, zum Caffè. Auch im zweiten Jahr als Präsident setzt er weiter auf Veränderung.
Nicht für alles, was in diesem Jahr den Besuch in Mailand so angenehm belebend gemacht hat, ist Claudio Luti verantwortlich. Hat er etwa das traumhafte Wetter bestellt? Oder den Designern gute Ideen eingegeben? Und doch, es gab auf der Messe vieles, woran man seine Handschrift erkennen konnte. Claudio Luti war Geschäftsführer von Versace, als er 1988 seinem Schwiegervater das 1949 gegründete Unternehmen Kartell abkaufte und es seither erfolgreich auch durch schwierige Zeiten weltwirtschaftlicher Turbulenzen führte.

Es verwundert nicht, dass er schon am Morgen des ersten Messetags ganz ungezwungen zu einem gemeinsamen Caffè in die „Red Lounge“ eingeladen hat, an einen Ort, der nur einer handverlesenen Auswahl von „Freunden des Hauses“ offen steht. Dass man hier nicht nur Kollegen der Presse, sondern auch befreundete Designer und Architekten traf, und sich in lockerer Runde und entspannter Atmosphäre unterhalten konnte, war eine feine Sache. Auch die Erfindung der „Red Line“ für die Inhaber einer „Red Card“ erwies sich als Segen, eine Erleichterung, für die man Claudio Luti nur danken kann. Es ist schon angenehm, wenn man sich nicht mehr in dem für den Salone gewohnten Gedränge durch die Drehkreuzte zwängen muss.

Nicht allein beim Thema „Service“ wird deutlich, dass Claudio Luti die Mailänder Messe weiterentwickeln möchte. Was leicht übersehen werden kann, auch was das Branding angeht, wurde präzisierend eingegriffen, wird aktuell doch auf das kleine, an Apple erinnernde „i“ verzichtet, das sich bisher an den Salone geheftet hatte. Statt „iSalone del Mobile“ heißt es fortan also nur noch „Salone del Mobile.Milano“.

Im Gespräch zeigt sich Claudi Luti dann auch von dem noch nicht wieder auf dem besten Niveau befindlichen wirtschaftlichen Umfeld unbeeindruckt. „Der Salone“, sagt er, „ist ein Erfolg, die besten Aussteller präsentieren hier ihre Innovationen und es gibt eine lange Warteliste“. Auch wenn die italienische Möbelindustrie im Jahr 2013 abermals mit Umsatzeinbrüchen zu kämpfen hatte und noch immer rund 25 Prozent unter dem Umsatz von 2009 liegt, so sieht Luti im Salone doch viele Chancen für alle Hersteller, in die Erfolgsspur zurückzukehren. Was schon für die Vorjahre galt, gilt auch für 2014: Für sämtliche Aussteller, ob sie aus Italien oder dem Ausland kommen, wird der Export immer wichtiger. Bei Besuchern, die aus über 160 Ländern anreisen, so Luti, habe jeder die Chance, seinen Anteil am Export zu steigern. Wobei er nicht versäumt hinzuzufügen, dass insbesondere die italienischen Firmen noch viel lernen könnten. Denn auch wenn italienische Produkte in den Schaufenstern der Welt immer präsent seien, so könnten Länder wie Frankreich oder Deutschland doch oft einen deutlich größeren wirtschaftlichen Erfolg für sich verbuchen. So lautete seine ganz persönliche Empfehlung für die italienischen Firmen denn auch, sie müssten die Distribution, im Bereich des Vertriebs nicht weniger als in der Logistik, ebenso immer weiter steigern wie die Qualität der Produkte. Auch bei Kartell, seiner eigenen Firma, werde permanent am Qualitätsmanagement gearbeitet. Und was die Distribution angeht, so hat er weltweit viele eigene Flagship Stores aufgebaut. Sicher, so etwas kann sich nicht jedes Unternehmen leisten. Doch wäre auch Kartell mit knapp 100 Millionen Euro Umsatz ohne solche Maßnahmen nicht dort, wo das Unternehmen heute steht.

Als ich ihn fragte, welche Trends er beim Salone ausgemacht habe oder erwarte, antwortete er lächelnd, es sei gerade einmal 10 Uhr und der erste Tag der Messe, wie solle er da schon alles gesehen haben. Außerdem interessieren ihn Trends nur bedingt. Was ihn interessiere, sei allein die Qualität der Produkte. Bleibt nur hinzuzufügen: Oft wissen die Italiener eben am besten, worin die Qualität einer Sache besteht und wie man sie erreichen kann. Auch wenn nicht sie es uns verraten, sondern nur ihre Produkte. Grazie per il caffè!


www.cosmit.it
www.kartell.it