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Bücherschätze in der Tabakfabrik
von Arquine Magazine | 26. März 2014
Die neuen Bibliotheksräume sind hell und offen. Foto © Jaime Navarro
„La Ciudadela“ wurde zwischen 1793 und 1807 als Königliche Tabakwarenfabrik von Neuspanien errichtet. Der Entwurf stammte aus der Feder des spanischen Architekten Antonio González Velázquez, damals Dekan des Fachbereichs Architektur an der Hochschule San Carlos. Die Fabrik wurde über die Jahrhunderte als Kaserne, Gefängnis, Waffenfabrik und Schule genutzt, 1931 wurde das Gebäude unter Denkmalschutz gestellt und schließlich 1944 von José Vasconcelos restauriert. Zwei Jahre später wurde hier die größte Bibliothek von Mexiko eröffnete. Sie war ein wichtiger Bestandteil eines Bildungsplans, den Vasconcelos landesweit umsetzen wollte.

Seitdem beherbergt das Gebäude der ehemaligen Königlichen Tabakwarenfabrik eine der wichtigsten und ältesten mexikanischen Büchersammlungen mit knapp 450.000 Bänden. Der Originalbau besaß einen quadratischen Grundriss mit Seitenlängen von 168 Metern, der in vier 40 auf 40 Meter große und zwei kleinere Innenhöfe unterteilt war, die 1988 von dem Architekt Abraham Zabludovsky mit Metallschirmen überdacht wurden.

Die bislang letzte Baumaßnahme der La Ciudadela wurde von dem Architektbüro „Taller 6A“ – Alejandro Sánchez und Bernardo Gómez-Pimienta – entworfen und 2012 abgeschlossen. Der Entwurf umfasste die vollständige Restaurierung des Gebäudes. Hierbei wurden zusätzliche Räume für vielzählige, neue Nutzungsmöglichkeiten ergänzt: Eine Reihe von privaten Sammlungen, ein großer Buchladen, Leseräume, Räume für digitale Medien, eine Kinderbuchabteilung, ein Bereich für Sehbehinderte, ein Ausstellungsraum, ein fotografisches Zentrum, ein Theater, ein Café sowie neue Büroräume. Über dies wurde der Bibliotheksbereich selbst umfassend renoviert.

Nicht nur die Verbindung dieser unterschiedlichen Nutzungen von La Ciudadela sind gelungen, auch haben die Architekten Sánchez und Gómez-Pimienta ihr wichtigstes Ziel erreicht: den Charakter des Gebäudes zu erhalten und einen Rundgang entlang der Eingänge und Innenhöfe zu schaffen, sowohl um das Gebäude herum als auch entlang der Nordsüdachse.

Erstveröffentlichung des Artikels bei Arquine.
Die wandhohen Regale werden über eine zusätzliche Ebene zugänglich gemacht. Foto © Jaime Navarro
Die Leseräume sind in ihren Atmosphären durchaus unterschiedlich. Foto © Jaime Navarro
Der historische Bau verlangt immer wieder Sonderlösungen für Zugänge. Foto © Jaime Navarro
Die überdachten Innenhöfe bieten vielfältige Nutzungsmöglichkeiten. Foto © Jaime Navarro
Die Architekten konnten den Bestand weitestgehend in den Umbau integrieren. Foto © Jaime Navarro
Der Grundriss des Erdgeschosses zeigt die neuen Nutzungen in dem historischen Bau. Zeichnung © Taller 6A
Architektur › 2014 › März
Bücherschätze in der Tabakfabrik
von Arquine Magazine | 26. März 2014
„La Ciudadela” ist mit seinen flexiblen Nutzungsmöglichkeiten eine beispielhafte Restaurierung eines historischen Gebäudes – außerdem zeigt es, wie schön es ist, von Büchern umgeben zu sein.
„La Ciudadela“ wurde zwischen 1793 und 1807 als Königliche Tabakwarenfabrik von Neuspanien errichtet. Der Entwurf stammte aus der Feder des spanischen Architekten Antonio González Velázquez, damals Dekan des Fachbereichs Architektur an der Hochschule San Carlos. Die Fabrik wurde über die Jahrhunderte als Kaserne, Gefängnis, Waffenfabrik und Schule genutzt, 1931 wurde das Gebäude unter Denkmalschutz gestellt und schließlich 1944 von José Vasconcelos restauriert. Zwei Jahre später wurde hier die größte Bibliothek von Mexiko eröffnete. Sie war ein wichtiger Bestandteil eines Bildungsplans, den Vasconcelos landesweit umsetzen wollte.

Seitdem beherbergt das Gebäude der ehemaligen Königlichen Tabakwarenfabrik eine der wichtigsten und ältesten mexikanischen Büchersammlungen mit knapp 450.000 Bänden. Der Originalbau besaß einen quadratischen Grundriss mit Seitenlängen von 168 Metern, der in vier 40 auf 40 Meter große und zwei kleinere Innenhöfe unterteilt war, die 1988 von dem Architekt Abraham Zabludovsky mit Metallschirmen überdacht wurden.

Die bislang letzte Baumaßnahme der La Ciudadela wurde von dem Architektbüro „Taller 6A“ – Alejandro Sánchez und Bernardo Gómez-Pimienta – entworfen und 2012 abgeschlossen. Der Entwurf umfasste die vollständige Restaurierung des Gebäudes. Hierbei wurden zusätzliche Räume für vielzählige, neue Nutzungsmöglichkeiten ergänzt: Eine Reihe von privaten Sammlungen, ein großer Buchladen, Leseräume, Räume für digitale Medien, eine Kinderbuchabteilung, ein Bereich für Sehbehinderte, ein Ausstellungsraum, ein fotografisches Zentrum, ein Theater, ein Café sowie neue Büroräume. Über dies wurde der Bibliotheksbereich selbst umfassend renoviert.

Nicht nur die Verbindung dieser unterschiedlichen Nutzungen von La Ciudadela sind gelungen, auch haben die Architekten Sánchez und Gómez-Pimienta ihr wichtigstes Ziel erreicht: den Charakter des Gebäudes zu erhalten und einen Rundgang entlang der Eingänge und Innenhöfe zu schaffen, sowohl um das Gebäude herum als auch entlang der Nordsüdachse.

Erstveröffentlichung des Artikels bei Arquine.