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Design im Herzen Serbiens
von Nancy Jehmlich | 15. Juli 2010
Belgrad wächst, ist aufregend und schön. Es ist eine Stadt mit kreativen und engagierten Menschen. Und so ist eine Dichte an kulturellen Veranstaltungen wie selten zuvor entstanden, ob das Belgrader Filmfest oder das Theaterfestival, das mittlerweile zu den Ältesten und Wichtigsten in Europa zählt. Nun trafen sich während der Belgrade Design Week Anfang Juni Architektur- und Designinteressierte. An drei intensiven Tagen stellten Kreative aus unterschiedlichen Branchen ihre Arbeiten vor, hielten Vorträge und Präsentationen, regten Gespräche und Debatten an. So traten unter anderem Bjarke Ingels, Simon de Pury, Jacob van Rijs, Martí Guixé oder Jaime Hayon auf. Doch am Ende waren es nicht nur die spannenden und vor allem recht vielfältigen Darstellungen der Protagonisten - von Architektur über Design, Grafik und Produktdesign, bis hin zu Konfliktlösungen in der Kreativindustrie - sondern auch die Energie und Entschlossenheit der Initiatoren, die die Belgrade Design Week zu einem unverwechselbaren Erlebnis machten. Mit festem Willen und trotz finanzieller Schwierigkeiten sind die Organisatoren motiviert, Belgrad als eine Kreativmetropole zu etablieren, auch mit der Hilfe von vielen freiwilligen Helfern. Dieser erstaunliche Geist ist das eigentlich besondere Merkmal des privaten gemeinnützigen Events. "It's completely privately run, and it's completely one-to-one in its relationships - it's kind of like a family affair, where everybody is instantly local upon arrival, rather than a business affair like Milan or the London Design Festival," sagt der Gründer und Kreativdirektor Jovan Jelovac.

Am letzten Tag stellten sich die „zehn erfolgreichsten Menschen, die die kreative Industrie Belgrads verändert haben" vor. Darunter der Industriedesigner Damjan Stankovic. Er hat beispielweise die Ampel „Eko" entworfen, an deren äußeren Leuchtenrand eine Sekundenuhr die Wartezeit bis zur Grünschaltung anzeigt. Ein anderes Projekt ist das Trinkglas „Cipher", das so gemustert ist, das es je nach Getränk, ob Cola, Milch oder Orangensaft, den Inhalt als Schriftzug im bunt gepunkteten Muster anzeigt. Auch das Projekt Supernatural, das das ökologische Bewusstsein der serbischen Bevölkerung schärfen möchte, hat sich präsentiert oder das Studio Re:a.c.t, eine Gruppe von Architekten, die ihre Disziplin unter einem stärkerem sozialen und kulturellen Gesichtspunkt betrachten.

Insgesamt begeistert die Belgrade Design Week, die hauptsächlich von der Präsenz des Entertainers Jovan Jelovac getragen wird, durch ihre Leidenschaft, ihre Mühen, aber auch durch ihre charmante selektive Wahrnehmung - die Referenten wurden mit Superlativen wie dem „größten deutschen Designstar" oder dem „wichtigsten italienischen Hersteller klassischer Möbel" betitelt. Genauso charmant die Improvisiertheit: man muss nicht zwingend pünktlich anfangen, man muss auch nicht in Schlips und Kragen auftreten - die Lässigkeit, die Dinge hinzunehmen, wie sie kommen, war ansteckend und sorgte für eine entspannte Atmosphäre. Und Belgrad mit seinem Ruf als Stadt mit pulsierendem Nachtleben, die sogar zu einer der führenden europäischen Partystädte zählt, tat ihr übriges.

www.belgradedesignweek.com
Alle Fotos: Nancy Jehmlich, Stylepark
Kathedrale des Hl. Sava auf dem Vračar, Belgrad
Restaurant- und Kneipenmeile in der Innenstadt Belgrads
Abendessen mit Lars Holme Larsen von Kilo Design, Jacob van Rijs von MVRDV, Jens Martin Skibsted von Biomega und Bjarke Ingels von BIG (von links nach rechts)
Theater "Atelje 212", Veranstaltungsort der Belgrade Design Week
Impressionen aus Belgrad
Fußgängerzone in Belgrad
Häuser an der Fußgängerzone in Belgrad, Blick aus dem Belgrade Art Hotel
Impressionen aus Belgrad
Theater "Atelje 212", Veranstaltungsort der Belgrade Design Week
Belgrade Art Hotel in der Innenstadt
News & Stories › 2010 › Juli
Design im Herzen Serbiens
von Nancy Jehmlich | 15. Juli 2010
Das ambitionierte Projekt „Belgrade Design Week" bemüht sich voller Leidenschaft die serbische Hauptstadt als neue Designmetropole zu etablieren. Dabei gelingt dem Festival etwas viel Wertvolleres, nämlich Gleichgesinnte in einer aufregenden Stadt zusammenzuführen.
Belgrad wächst, ist aufregend und schön. Es ist eine Stadt mit kreativen und engagierten Menschen. Und so ist eine Dichte an kulturellen Veranstaltungen wie selten zuvor entstanden, ob das Belgrader Filmfest oder das Theaterfestival, das mittlerweile zu den Ältesten und Wichtigsten in Europa zählt. Nun trafen sich während der Belgrade Design Week Anfang Juni Architektur- und Designinteressierte. An drei intensiven Tagen stellten Kreative aus unterschiedlichen Branchen ihre Arbeiten vor, hielten Vorträge und Präsentationen, regten Gespräche und Debatten an. So traten unter anderem Bjarke Ingels, Simon de Pury, Jacob van Rijs, Martí Guixé oder Jaime Hayon auf. Doch am Ende waren es nicht nur die spannenden und vor allem recht vielfältigen Darstellungen der Protagonisten - von Architektur über Design, Grafik und Produktdesign, bis hin zu Konfliktlösungen in der Kreativindustrie - sondern auch die Energie und Entschlossenheit der Initiatoren, die die Belgrade Design Week zu einem unverwechselbaren Erlebnis machten. Mit festem Willen und trotz finanzieller Schwierigkeiten sind die Organisatoren motiviert, Belgrad als eine Kreativmetropole zu etablieren, auch mit der Hilfe von vielen freiwilligen Helfern. Dieser erstaunliche Geist ist das eigentlich besondere Merkmal des privaten gemeinnützigen Events. "It's completely privately run, and it's completely one-to-one in its relationships - it's kind of like a family affair, where everybody is instantly local upon arrival, rather than a business affair like Milan or the London Design Festival," sagt der Gründer und Kreativdirektor Jovan Jelovac.

Am letzten Tag stellten sich die „zehn erfolgreichsten Menschen, die die kreative Industrie Belgrads verändert haben" vor. Darunter der Industriedesigner Damjan Stankovic. Er hat beispielweise die Ampel „Eko" entworfen, an deren äußeren Leuchtenrand eine Sekundenuhr die Wartezeit bis zur Grünschaltung anzeigt. Ein anderes Projekt ist das Trinkglas „Cipher", das so gemustert ist, das es je nach Getränk, ob Cola, Milch oder Orangensaft, den Inhalt als Schriftzug im bunt gepunkteten Muster anzeigt. Auch das Projekt Supernatural, das das ökologische Bewusstsein der serbischen Bevölkerung schärfen möchte, hat sich präsentiert oder das Studio Re:a.c.t, eine Gruppe von Architekten, die ihre Disziplin unter einem stärkerem sozialen und kulturellen Gesichtspunkt betrachten.

Insgesamt begeistert die Belgrade Design Week, die hauptsächlich von der Präsenz des Entertainers Jovan Jelovac getragen wird, durch ihre Leidenschaft, ihre Mühen, aber auch durch ihre charmante selektive Wahrnehmung - die Referenten wurden mit Superlativen wie dem „größten deutschen Designstar" oder dem „wichtigsten italienischen Hersteller klassischer Möbel" betitelt. Genauso charmant die Improvisiertheit: man muss nicht zwingend pünktlich anfangen, man muss auch nicht in Schlips und Kragen auftreten - die Lässigkeit, die Dinge hinzunehmen, wie sie kommen, war ansteckend und sorgte für eine entspannte Atmosphäre. Und Belgrad mit seinem Ruf als Stadt mit pulsierendem Nachtleben, die sogar zu einer der führenden europäischen Partystädte zählt, tat ihr übriges.

www.belgradedesignweek.com