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Die Anziehungskraft des Gegensätzlichen
von Milenka Thomas | 13. Juli 2012
Mit einer Novelle über eine gespaltene Persönlichkeit erlangte der schottische Schriftsteller Robert Louis Stevenson 1886 literarische Berühmtheit. 126 Jahre später dienen der schizophrene Doktor Jekyll und sein böses Alter Ego Mister Hyde als gestalterisches Leitmotiv für die erste Kollektion des französischen Labels „La Chance“. Dessen Gründer Jean-Baptiste Souletie und Louise Breguet luden hierfür elf Designer ein, Licht- und Möbelobjekte mit jeweiligem Gegenpart zu schaffen. Nicht alle Produkte entstanden eigens für „Jekyll & Hyde“. So wurde etwa der Stuhl „Tembo“ vom Note Design Studio in der farbenfrohen „Hyde“-Variante bereits 2011 präsentiert und später um das düstere „Jekyll“-Pendant ergänzt.

Das Leitmotiv setzte jeder Gestalter auf unterschiedliche Art und Weise um. Die holländische Designerin Susanne de Graef visualisierte den Unterschied mittels divergenter Formgebung. Die filigranen Polyesterfäden ihrer Hängeleuchte „Rhythm of Light“ laufen beim einen Objekt nach unten aus, beim Gegenpart führen sie im geschwungenen Bogen nach oben. Das Designerduo Léa Padovani und Sébastien Kieffe verwendet für seine Lampe „Vulcain“ kontrastierende Materialien, der Sockel ist mal aus Corian, mal aus Aluminium. Die gängigste Methode scheint die Verwendung zweier Farbvarianten. So stellt Luca Nichetto der aluminiumfarbenen „Jekyll“-Variante seines „Float“ Couchtisches eine „Hyde“-Version mit gelber Tischplatte gegenüber.

Auch die Interpretation der beiden Persönlichkeitsausprägungen schien weitestgehend der Vorstellung der Designer überlassen. So ist bemerkenswert, dass der im literarischen Vorbild freundlichere „Jekyll“-Charakter in dieser Kollektion nicht selten das düstere Pendant darstellt. Am eindrucksvollsten wird der Kontrast bei Noé Duchaufour Lawrences Sofa „Borghese“ herausgearbeitet. Das Möbel mutet in der „Jekyll“-Variante mit seinem schwarzen Karbonrahmen und den anthrazitfarbenen Stoffen einer nächtlichen Baumlandschaft an, während die „Hyde“-Version mit seinem weißem Gestell und frischen Grüntönen dem größten öffentlichen Park Roms bei Tag huldigt.

Am Ende hält uns die „Jekyll & Hyde“-Kollektion von „La Chance“ selbst den Spiegel vor und konfrontiert uns mit der Frage, welcher Seite wir die eigene Persönlichkeit zuordnen.

www.lachance.fr
„Bolt“ von Note Design Studio, Foto © Stanislas Wolff | Die folgenden Collagen zeigen jeweils links die „Jekyll"-Variante und rechts die „Hyde"-Version.
„Borghese“ von Noé Duchaufour Lawrance, Foto © Stanislas Wolff
„Rhythm of Light“ von Susanne de Graef, Foto © Stanislas Wolff
„Float“ von Luca Nichetto, Foto © Stanislas Wolff
„Tip Top“ von Jonah Takagi, Foto © Stanislas Wolff
„Rocky“ von Charles Kalpakian, Foto © Stanislas Wolff
„Vulcain“ von Pool, Foto © Stanislas Wolff
„Tembo“ von Note Design Studio, Foto © Stanislas Wolff
„Climb“ von Bashko Trybek, Foto © Stanislas Wolff
„Magnum“ von Pierre Favresse, Foto © Stanislas Wolff
„Iconic“ von Dan Yeffet und Lucie Koldova, Foto © Stanislas Wolff
„Anémone“ von François Dumas, Foto © Stanislas Wolff
Produkte
La Chance: Anémone @ Stylepark
La Chance
Anémone
François Dumas
La Chance: Private @ Stylepark
La Chance
Private
Dan Yeffet
La Chance: Climb @ Stylepark
La Chance
Climb
Bashko Trybek
La Chance: Borghese @ Stylepark
La Chance
Borghese
Noé Duchaufour-Lawrance
La Chance: Float @ Stylepark
La Chance
Float
Luca Nichetto
La Chance: Rocky @ Stylepark
La Chance
Rocky
Charles Kalpakian
La Chance: Iconic @ Stylepark
La Chance
Iconic
Dan Yeffet
La Chance: Vulcain @ Stylepark
La Chance
Vulcain
La Chance: Bolt @ Stylepark
La Chance
Bolt
Note Design Studio
La Chance: Tembo @ Stylepark
La Chance
Tembo
Note Design Studio
La Chance: Magnum @ Stylepark
La Chance
Magnum
Pierre Favresse
La Chance: Tip Top @ Stylepark
La Chance
Tip Top
Jonah Takagi
La Chance: Rhythm of Light @ Stylepark
La Chance
Rhythm of Light
Susanne de Graef
News & Stories › 2012 › Juli
Die Anziehungskraft des Gegensätzlichen
von Milenka Thomas | 13. Juli 2012
Kürzlich präsentierte das französische Label „La Chance“ seine erste Möbel- und Leuchtenkollektion „Jekyll & Hyde“. Getreu dem literarischen Vorbild gibt es zu jedem Objekt einen passenden Gegenpart.
Mit einer Novelle über eine gespaltene Persönlichkeit erlangte der schottische Schriftsteller Robert Louis Stevenson 1886 literarische Berühmtheit. 126 Jahre später dienen der schizophrene Doktor Jekyll und sein böses Alter Ego Mister Hyde als gestalterisches Leitmotiv für die erste Kollektion des französischen Labels „La Chance“. Dessen Gründer Jean-Baptiste Souletie und Louise Breguet luden hierfür elf Designer ein, Licht- und Möbelobjekte mit jeweiligem Gegenpart zu schaffen. Nicht alle Produkte entstanden eigens für „Jekyll & Hyde“. So wurde etwa der Stuhl „Tembo“ vom Note Design Studio in der farbenfrohen „Hyde“-Variante bereits 2011 präsentiert und später um das düstere „Jekyll“-Pendant ergänzt.

Das Leitmotiv setzte jeder Gestalter auf unterschiedliche Art und Weise um. Die holländische Designerin Susanne de Graef visualisierte den Unterschied mittels divergenter Formgebung. Die filigranen Polyesterfäden ihrer Hängeleuchte „Rhythm of Light“ laufen beim einen Objekt nach unten aus, beim Gegenpart führen sie im geschwungenen Bogen nach oben. Das Designerduo Léa Padovani und Sébastien Kieffe verwendet für seine Lampe „Vulcain“ kontrastierende Materialien, der Sockel ist mal aus Corian, mal aus Aluminium. Die gängigste Methode scheint die Verwendung zweier Farbvarianten. So stellt Luca Nichetto der aluminiumfarbenen „Jekyll“-Variante seines „Float“ Couchtisches eine „Hyde“-Version mit gelber Tischplatte gegenüber.

Auch die Interpretation der beiden Persönlichkeitsausprägungen schien weitestgehend der Vorstellung der Designer überlassen. So ist bemerkenswert, dass der im literarischen Vorbild freundlichere „Jekyll“-Charakter in dieser Kollektion nicht selten das düstere Pendant darstellt. Am eindrucksvollsten wird der Kontrast bei Noé Duchaufour Lawrences Sofa „Borghese“ herausgearbeitet. Das Möbel mutet in der „Jekyll“-Variante mit seinem schwarzen Karbonrahmen und den anthrazitfarbenen Stoffen einer nächtlichen Baumlandschaft an, während die „Hyde“-Version mit seinem weißem Gestell und frischen Grüntönen dem größten öffentlichen Park Roms bei Tag huldigt.

Am Ende hält uns die „Jekyll & Hyde“-Kollektion von „La Chance“ selbst den Spiegel vor und konfrontiert uns mit der Frage, welcher Seite wir die eigene Persönlichkeit zuordnen.

www.lachance.fr