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Die fabelhafte Lichtwelt des Paul Cocksedge
von Claudia Beckmann | 26. Februar 2008
Wenn Graphit Strom leitet, kann man dann mit einem Bleistift Licht machen? Man kann! Einer, der die Welt mit den begeisterten Augen eines Kindes betrachtet, das soeben seinen ersten Physik- oder Chemiebaukasten geschenkt bekommen hat, ist der Brite Paul Cocksedge. Er ist jung und er macht Licht. Mit Gin Tonic, Bleistiften oder mit Blumen.Seine Lichtobjekte zeigen höchst künstlerische Verfahren, die die Grundsätze des Lichts infrage stellen. Cocksedge experimentiert mit Gin Tonic und optischen Lichtfärbungen, mit einer Blumenvase, die beim Hineinstellen einer Blume und deren Anlehnen an den metallenen Rand einen unsichtbaren Stromkreis schließt und damit eine Birne im Fuß der Vase zum Leuchten bringt oder mit einem Blatt Papier, auf das ein nicht ganz geschlossener Kreis gezeichnet ist, und das mit einer Klemme an einer dünnen Metallstange befestigt ist. Eine Glühbirne, die wiederum auf das obere Ende der Metallstange aufgeschraubt ist, beginnt zu leuchten, sobald die beiden offenen Enden des Kreises mit einem Bleistiftstrich verbunden werden. Radiert man den Teil wieder aus, erlischt das Licht. Etwas verwirrt fragt man sich: "Watt?", wie das Objekt auch heißt, und sucht vergebens nach versteckten Schaltern und Kabeln. Aber tatsächlich ist es alleine der Graphit des Bleistiftes, der den Strom leitet. Paul Cocksedge's Entwürfen ist allen gemein, dass die Funktion des Leuchtens selbst zugunsten einer poetischen Aussage in den Hintergrund tritt.Als eine Geste mit großer Wirkung lässt sich auch die Lichtinstallation bezeichnen, die Cocksedge jetzt für die medizinische Forschungsstiftung Wellcome Trust in London realisiert hat: Zwei ausgebreitete Arme erstrecken sich an der Schaufensterfront über die gesamte Breite des Glasgebäudes. Die eine Hand deutet auf die nächste Gebäudetür, hinter der sich eine öffentliche Ausstellung über die Arbeit der Gesundheitsorganisation befindet. Die Körpermitte bildet die Architektur des Gebäudes selbst, in der sich das "Herz" der Wellcome Trust befindet. Von einem Moment zum anderen wird die Haut des fotorealistischen Armpaares durchsichtig und die Venen und Arterien im Inneren der Arme leuchten rötlich und bläulich auf. Dann stoppt das Licht und die "magische" Haut bedeckt das anatomische Innenleben der Arme wieder.
Und wieder erzählt Cocksedge mit seinem Lichtspiel eine kleine Geschichte, die weit über das Lichtmachen hinaus geht.www.paulcocksedge.co.uk
News & Stories › 2008 › Februar
Die fabelhafte Lichtwelt des Paul Cocksedge
von Claudia Beckmann | 26. Februar 2008
Wenn Graphit Strom leitet, kann man dann mit einem Bleistift Licht machen? Man kann! Einer, der die Welt mit den begeisterten Augen eines Kindes betrachtet, das soeben seinen ersten Physik- oder Chemiebaukasten geschenkt bekommen hat, ist der Brite Paul Cocksedge. Er ist jung und er macht Licht. Mit Gin Tonic, Bleistiften oder mit Blumen.
Wenn Graphit Strom leitet, kann man dann mit einem Bleistift Licht machen? Man kann! Einer, der die Welt mit den begeisterten Augen eines Kindes betrachtet, das soeben seinen ersten Physik- oder Chemiebaukasten geschenkt bekommen hat, ist der Brite Paul Cocksedge. Er ist jung und er macht Licht. Mit Gin Tonic, Bleistiften oder mit Blumen.Seine Lichtobjekte zeigen höchst künstlerische Verfahren, die die Grundsätze des Lichts infrage stellen. Cocksedge experimentiert mit Gin Tonic und optischen Lichtfärbungen, mit einer Blumenvase, die beim Hineinstellen einer Blume und deren Anlehnen an den metallenen Rand einen unsichtbaren Stromkreis schließt und damit eine Birne im Fuß der Vase zum Leuchten bringt oder mit einem Blatt Papier, auf das ein nicht ganz geschlossener Kreis gezeichnet ist, und das mit einer Klemme an einer dünnen Metallstange befestigt ist. Eine Glühbirne, die wiederum auf das obere Ende der Metallstange aufgeschraubt ist, beginnt zu leuchten, sobald die beiden offenen Enden des Kreises mit einem Bleistiftstrich verbunden werden. Radiert man den Teil wieder aus, erlischt das Licht. Etwas verwirrt fragt man sich: "Watt?", wie das Objekt auch heißt, und sucht vergebens nach versteckten Schaltern und Kabeln. Aber tatsächlich ist es alleine der Graphit des Bleistiftes, der den Strom leitet. Paul Cocksedge's Entwürfen ist allen gemein, dass die Funktion des Leuchtens selbst zugunsten einer poetischen Aussage in den Hintergrund tritt.Als eine Geste mit großer Wirkung lässt sich auch die Lichtinstallation bezeichnen, die Cocksedge jetzt für die medizinische Forschungsstiftung Wellcome Trust in London realisiert hat: Zwei ausgebreitete Arme erstrecken sich an der Schaufensterfront über die gesamte Breite des Glasgebäudes. Die eine Hand deutet auf die nächste Gebäudetür, hinter der sich eine öffentliche Ausstellung über die Arbeit der Gesundheitsorganisation befindet. Die Körpermitte bildet die Architektur des Gebäudes selbst, in der sich das "Herz" der Wellcome Trust befindet. Von einem Moment zum anderen wird die Haut des fotorealistischen Armpaares durchsichtig und die Venen und Arterien im Inneren der Arme leuchten rötlich und bläulich auf. Dann stoppt das Licht und die "magische" Haut bedeckt das anatomische Innenleben der Arme wieder.
Und wieder erzählt Cocksedge mit seinem Lichtspiel eine kleine Geschichte, die weit über das Lichtmachen hinaus geht.www.paulcocksedge.co.uk