transparent_layer
db-images/cms/banner/img/l1_v369374_958_728_90-1.jpg
Blättern: First Back
von 2143 Forward End
Ein Abend mit Karl
von Robert Volhard | 17. April 2013
Vorsicht! An diese Models muss Karl sich erst noch gewöhnen. „Nuage“ Regal von Cassina. Foto © Karl Lagerfeld for Cassina
Für sein 85-jähriges Firmenjubiläum hat sich Cassina nicht lumpen lassen. Am Dienstagabend der Design Week lud der Hersteller zur Präsentation mit Karl Lagerfeld. Zur Feier der Firmengründung beschenkte sich Cassina selbst mit einer von Lagerfeld fotografierten Kollektion der Möbelklassiker aus dem Hause des Fabrikanten. Das Resultat ist schlichtweg beeindruckend. Dass Mode und Möbel sich in ähnlichen Biosphären generieren und ihr Publikum erreichen ist hinlänglich bekannt. Lagerfeld zeigt gekonnt, wie die Synthese beider zur ästhetischen Perfektion führen kann. Mit seinem geschulten Blick für elegante Silhouetten, die sonst nur Körper umhüllen, arrangierte er ausgesuchte Klassiker von Cassina in strenger, ikonenhafter Manier: Da sind Gio Pontis „Superleggera“ Stühle wild übereinander gewürfelt, Jean-Marie Massauds „Aspen“ Sofas steht Kopf und Le Corbusiers „LC14“ Holzboxen stapeln sich zu einer hochhausähnlichen Landschaft zusammen.

Wie Yin und Yang

Besonders emblematisch ist jedoch ein Bild: Die beiden fluffigen, in Schwarz und Weiß gehaltenen „Tre Pezzi Wool Chairs“ von Franco Albini arrangiert Karl so aufeinander, dass sie wie ein Yin-Yang verschmelzen. Schwarz und Weiß feiern Hochzeit. Damit hat schon Coco Chanel ihren Weg zum Olymp der Mode geebnet. Und Karl Lagerfeld führt diese Erfolgsstory seit Jahren fort.
Zum ersten Mal, so heißt es, hat er sich nun für Cassina in das Feld des Möbeldesigns gewagt. Klassiker neu zu interpretieren, das fällt Lagerfeld nicht schwer, ist quasi seine Berufung. Und dies hat er mit seinen Fotografien für Cassina nur zu deutlich manifestiert. Die Bilder verraten natürlich seine Herkunft als Modemacher – und nicht zuletzt als Modefotograf, als solcher der heute 75-Jährige seine Karriere einst begann.

Die kleine schwarze Jacke

Für die Liebhaber modischer Extravaganzen gibt es zusätzlich eine Schau von Karl Lagerfeld zu Chanels „The Little Black Jacket“. In der Rotonda della Besana, ein eindrucksvolles Gebäude mit rund angelegtem, erhabenem Säulengang am ehemaligen Stadtrand Milanos, zeigt der Tausendsassa 113 Fotografien, die er im vergangenen Jahr in Zusammenarbeit mit Carine Roitfeld, der Ex-Chefin der französischen Vogue, zum ersten Mal vorgestellt hat. Die Kollektion zeigt eine Reinterpretation des Chanel Klassikers, der 1954 von Coco Chanel entworfen wurde und hier von prominenten „Kleiderständern“ wie Sarah Jessica Parker, Jane Birkin oder Lily Allen zur Schau gestellt wird. Besonders eindrucksvoll erscheinen die Inszenierungen mit Yoko Ono, Uma Thurman und Charlotte Casiraghi, um nur drei zu nennen.

Letztendlich war es aber auch ein Abend mit Karl, dem Menschen. Trotz des großen Andrangs, war es auch möglich, mit Karl auf Tuchfühlung zu gehen und einige Worte zu wechseln. Welch‘ eine Überraschung, dass er doch so nahbar ist, sympathischer als sein mediales Bild, das ihn allzu oft als Meister der Selbstinszenierung mit einer guten Portion Eitelkeit darstellt. Das macht ihn am Ende noch eindrucksvoller. Dass er schließlich erwähnt, noch nie den Stylepark-Newsletter gelesen zu haben, kann man dem Designgenie mit Zopf und Brille aus Paris dann doch nicht verübeln.


www.chanel.com
www.cassina.com

Ying Yang oder die Chanel-Adaption von Karl Lagerfeld für Cassina. „Auckland“ Sessel von Jean-Marie Massaud sowie „Tre Pezzi Wool Chair“ von Franco Albini. Foto © Karl Lagerfeld for Cassina
„Zig Zag“ von Gerrit Thomas Rietfeld für Cassina, festgehalten von Karl Lagerfeld. Foto © Karl Lagerfeld for Cassina
Drehmoment. Cassinas „LC7“, durch die Brille von Lagerfeld. Foto © Karl Lagerfeld for Cassina
Schwarz? Oder Weiß? Der „Superleggera“ von Gio Ponti und frisch coloriert, der“LC2”. Foto © Karl Lagerfeld for Cassina
Ansichtssache. Von „Nuage”. Foto © Karl Lagerfeld for Cassina
Gewürfelt: der „Superleggera“ im Cassina Showroom. Foto © Robert Volhard, Stylepark
Gestapelt: „LC14” Boxen von Le Corbusier. Foto © Robert Volhard, Stylepark
Dario Rinero, CEO von Poltrona Frau, Karl Lagerfeld und Matteo di Montezemolo, CEO Charme Group. Foto © Robert Volhard, Stylepark
Luca di Montezemolo, Ferrari-Chef und Gründer der Charme Group, Karl Lagerfeld, Marco Tronchetti Provera, CEO Pirelli, und Nicolas Chedid. Foto © Robert Volhard, Stylepark
Ausstellung „The Little Black Jacket“ – Chanels Klassiker reinterpretiert von Karl Lagerfeld und Carine Roitfeld, zu sehen in der Rotonda della Besana. Foto © Robert Volhard, Stylepark
Prominente „Kleiderständer“. Ausstellung „The Little Black Jacket“ – Chanels Klassiker reinterpretiert von Karl Lagerfeld und Carine Roitfeld. Foto © Robert Volhard, Stylepark
Karl, Selbstbildnis. Ausstellung „The Little Black Jacket“ – Chanels Klassiker reinterpretiert von Karl Lagerfeld und Carine Roitfeld. Foto © Robert Volhard, Stylepark
News & Stories › 2013 › April
Ein Abend mit Karl
von Robert Volhard | 17. April 2013
Kein geringerer als Karl Lagerfeld adelte den diesjährigen Salone del Mobile. Der Meister der Eleganz hielt Hof mit Cassina, für die er ausgesuchte Möbelklassiker auf Zelluloid festgehalten hat. Eine Hochzeit von Ikonen, die ihresgleichen sucht. Und ein einmaliger, persönlicher Abend mit Karl.
Für sein 85-jähriges Firmenjubiläum hat sich Cassina nicht lumpen lassen. Am Dienstagabend der Design Week lud der Hersteller zur Präsentation mit Karl Lagerfeld. Zur Feier der Firmengründung beschenkte sich Cassina selbst mit einer von Lagerfeld fotografierten Kollektion der Möbelklassiker aus dem Hause des Fabrikanten. Das Resultat ist schlichtweg beeindruckend. Dass Mode und Möbel sich in ähnlichen Biosphären generieren und ihr Publikum erreichen ist hinlänglich bekannt. Lagerfeld zeigt gekonnt, wie die Synthese beider zur ästhetischen Perfektion führen kann. Mit seinem geschulten Blick für elegante Silhouetten, die sonst nur Körper umhüllen, arrangierte er ausgesuchte Klassiker von Cassina in strenger, ikonenhafter Manier: Da sind Gio Pontis „Superleggera“ Stühle wild übereinander gewürfelt, Jean-Marie Massauds „Aspen“ Sofas steht Kopf und Le Corbusiers „LC14“ Holzboxen stapeln sich zu einer hochhausähnlichen Landschaft zusammen.

Wie Yin und Yang

Besonders emblematisch ist jedoch ein Bild: Die beiden fluffigen, in Schwarz und Weiß gehaltenen „Tre Pezzi Wool Chairs“ von Franco Albini arrangiert Karl so aufeinander, dass sie wie ein Yin-Yang verschmelzen. Schwarz und Weiß feiern Hochzeit. Damit hat schon Coco Chanel ihren Weg zum Olymp der Mode geebnet. Und Karl Lagerfeld führt diese Erfolgsstory seit Jahren fort.
Zum ersten Mal, so heißt es, hat er sich nun für Cassina in das Feld des Möbeldesigns gewagt. Klassiker neu zu interpretieren, das fällt Lagerfeld nicht schwer, ist quasi seine Berufung. Und dies hat er mit seinen Fotografien für Cassina nur zu deutlich manifestiert. Die Bilder verraten natürlich seine Herkunft als Modemacher – und nicht zuletzt als Modefotograf, als solcher der heute 75-Jährige seine Karriere einst begann.

Die kleine schwarze Jacke

Für die Liebhaber modischer Extravaganzen gibt es zusätzlich eine Schau von Karl Lagerfeld zu Chanels „The Little Black Jacket“. In der Rotonda della Besana, ein eindrucksvolles Gebäude mit rund angelegtem, erhabenem Säulengang am ehemaligen Stadtrand Milanos, zeigt der Tausendsassa 113 Fotografien, die er im vergangenen Jahr in Zusammenarbeit mit Carine Roitfeld, der Ex-Chefin der französischen Vogue, zum ersten Mal vorgestellt hat. Die Kollektion zeigt eine Reinterpretation des Chanel Klassikers, der 1954 von Coco Chanel entworfen wurde und hier von prominenten „Kleiderständern“ wie Sarah Jessica Parker, Jane Birkin oder Lily Allen zur Schau gestellt wird. Besonders eindrucksvoll erscheinen die Inszenierungen mit Yoko Ono, Uma Thurman und Charlotte Casiraghi, um nur drei zu nennen.

Letztendlich war es aber auch ein Abend mit Karl, dem Menschen. Trotz des großen Andrangs, war es auch möglich, mit Karl auf Tuchfühlung zu gehen und einige Worte zu wechseln. Welch‘ eine Überraschung, dass er doch so nahbar ist, sympathischer als sein mediales Bild, das ihn allzu oft als Meister der Selbstinszenierung mit einer guten Portion Eitelkeit darstellt. Das macht ihn am Ende noch eindrucksvoller. Dass er schließlich erwähnt, noch nie den Stylepark-Newsletter gelesen zu haben, kann man dem Designgenie mit Zopf und Brille aus Paris dann doch nicht verübeln.


www.chanel.com
www.cassina.com