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von 2139 Forward End
Ein Auto für soziales Engagement
von Sung Gul Hwang | 26. Oktober 2014
Am Wochenende strömen die Menschen in Seoul an den Han-Fluss. Dort stellen sie ihre Zelte auf und bleiben bis zum Abend. Foto © Audi AG
Haben Sie schon einmal von „Glamping“ gehört? Camping ist im koreanischen Seoul der letzte Schrei, allerdings nicht in der spartanischen Variante. Im Gegenteil: Die Menschen kaufen sich eine exklusive Outdoor-Ausrüstung im Wert von mehreren Tausend Euro und verbringen den Tag im Luxus-Zelt am Ufer des Han-Flusses. Abends müssen sie allerdings wieder einpacken - Übernachtungen sind hier gesetzlich nicht erlaubt. Der Tagesausflug hat vor allem ein Ziel: zu zeigen, was man hat. „Glamping“ dient vor allem als Statussymbol. Wie auch das Fahrrad. Fahrräder waren noch vor wenigen Jahren vor allem günstige Transportmittel. Heute geben Koreaner gerne 20.000 Euro und mehr für vergoldete Drahtesel mit Sätteln aus Alligator-Leder aus.

Doch das wichtigste Statussymbol in Seoul ist noch immer das Auto. Während westliche Medien schon das „Ende des Autos als Statussymbol“ proklamieren, gilt auf den Straßen im Szeneviertel Gangnam nur eine Regel: Größer, schicker, teurer. Glänzende Limousinen mit getönten Scheiben dominieren den Asphalt - nur wer hinter dem dunklen Glas unsichtbar bleibt, ist wirklich wichtig. In der erfolgsorientierten Gesellschaft Koreas gibt es nur einen validen Weg: den nach oben. Das gilt für die Karriere wie für die Anschaffung neuer Autos. Jeder, der öffentlich darüber nachdenkt, auf ein kleineres Modell umzusteigen, muss mit Unverständnis und offener Kritik rechnen. Und statt des Eigenheims ist für jung vermählte Paare heute das Auto das erste Objekt der Begierde.

Als koreanisches Team beim Audi Urban Future Award 2014 sehen wir einen einfachen Grund für dieses Phänomen: Die meisten Menschen konsumieren mit der rechten Hirnhälfte, sie kaufen impulsiv, was ihnen gefällt. Aber wenn sie über eine solche Anschaffung sprechen, werden sie von ihrer linken Hirnhälfte geleitet: Die Leute erklären den Wert ihres Fahrzeugs mit logischen Argumenten und suchen vernünftige Gründe, warum sie es unbedingt brauchen.

Die Menschen müssen ihr Statusverlangen in Zukunft trotzdem nicht nur mit Pferdestärken oder Motorleistung stillen. Wir arbeiten aktuell an neuartigen Ideen, das Automobil auf andere Art mit dem eigenen Sozialstatus zu verbinden, damit das Bedürfnis nach Anerkennung der Gesellschaft zugutekommt. Wir könnten einen exklusiven (Automobil-)Club gründen für Menschen, die sich sozial engagieren möchten – zum Beispiel indem sie ihr privates Auto an andere verleihen, wenn sie es nicht brauchen, indem sie lokale Vereine unterstützen oder Straßenhunde retten.

Die Menschen wären sicherlich eher zu sozialem Engagement bereit, wenn wir garantieren, dass ihr Engagement von anderen auch wirklich wahrgenommen wird. Das wird mit der digitalen Vernetzung von Autos und der zunehmenden Präsenz sozialer Netzwerke immer einfacher, weil hier neue, immaterielle Möglichkeiten entstehen, sich von der Masse abzuheben.

Mehr Artikel zur Audi Urban Future Initiative 2014
Größer, schicker, teurer: Glänzende Limousinen mit getönten Scheiben dominieren die Straßen von Seoul. Foto © Audi AG
News & Stories › 2014 › Oktober
Ein Auto für soziales Engagement
von Sung Gul Hwang | 26. Oktober 2014
Das Team Seoul will das Auto benutzen, um in Korea soziales Engagement als Statussymbol zu etablieren.
Haben Sie schon einmal von „Glamping“ gehört? Camping ist im koreanischen Seoul der letzte Schrei, allerdings nicht in der spartanischen Variante. Im Gegenteil: Die Menschen kaufen sich eine exklusive Outdoor-Ausrüstung im Wert von mehreren Tausend Euro und verbringen den Tag im Luxus-Zelt am Ufer des Han-Flusses. Abends müssen sie allerdings wieder einpacken - Übernachtungen sind hier gesetzlich nicht erlaubt. Der Tagesausflug hat vor allem ein Ziel: zu zeigen, was man hat. „Glamping“ dient vor allem als Statussymbol. Wie auch das Fahrrad. Fahrräder waren noch vor wenigen Jahren vor allem günstige Transportmittel. Heute geben Koreaner gerne 20.000 Euro und mehr für vergoldete Drahtesel mit Sätteln aus Alligator-Leder aus.

Doch das wichtigste Statussymbol in Seoul ist noch immer das Auto. Während westliche Medien schon das „Ende des Autos als Statussymbol“ proklamieren, gilt auf den Straßen im Szeneviertel Gangnam nur eine Regel: Größer, schicker, teurer. Glänzende Limousinen mit getönten Scheiben dominieren den Asphalt - nur wer hinter dem dunklen Glas unsichtbar bleibt, ist wirklich wichtig. In der erfolgsorientierten Gesellschaft Koreas gibt es nur einen validen Weg: den nach oben. Das gilt für die Karriere wie für die Anschaffung neuer Autos. Jeder, der öffentlich darüber nachdenkt, auf ein kleineres Modell umzusteigen, muss mit Unverständnis und offener Kritik rechnen. Und statt des Eigenheims ist für jung vermählte Paare heute das Auto das erste Objekt der Begierde.

Als koreanisches Team beim Audi Urban Future Award 2014 sehen wir einen einfachen Grund für dieses Phänomen: Die meisten Menschen konsumieren mit der rechten Hirnhälfte, sie kaufen impulsiv, was ihnen gefällt. Aber wenn sie über eine solche Anschaffung sprechen, werden sie von ihrer linken Hirnhälfte geleitet: Die Leute erklären den Wert ihres Fahrzeugs mit logischen Argumenten und suchen vernünftige Gründe, warum sie es unbedingt brauchen.

Die Menschen müssen ihr Statusverlangen in Zukunft trotzdem nicht nur mit Pferdestärken oder Motorleistung stillen. Wir arbeiten aktuell an neuartigen Ideen, das Automobil auf andere Art mit dem eigenen Sozialstatus zu verbinden, damit das Bedürfnis nach Anerkennung der Gesellschaft zugutekommt. Wir könnten einen exklusiven (Automobil-)Club gründen für Menschen, die sich sozial engagieren möchten – zum Beispiel indem sie ihr privates Auto an andere verleihen, wenn sie es nicht brauchen, indem sie lokale Vereine unterstützen oder Straßenhunde retten.

Die Menschen wären sicherlich eher zu sozialem Engagement bereit, wenn wir garantieren, dass ihr Engagement von anderen auch wirklich wahrgenommen wird. Das wird mit der digitalen Vernetzung von Autos und der zunehmenden Präsenz sozialer Netzwerke immer einfacher, weil hier neue, immaterielle Möglichkeiten entstehen, sich von der Masse abzuheben.

Mehr Artikel zur Audi Urban Future Initiative 2014