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Eine Frage der Belichtung - Light+Building 2008
von Claudia Beckmann | 10. April 2008
Alle zwei Jahre ist es soweit: Die Messetore zur Light+Building öffnen sich und es wird im wahrsten Sinne des Wortes Licht. Auch in diesem Jahr hat die größte und wichtigste Lichtmesse in Frankfurt ihre Vorreiterrolle eindrucksvoll bestätigt. 2154 Aussteller waren dabei, zwei Drittel davon aus dem Ausland: Die großen und einflussreichen italienischen Firmen wie Flos, Artemide, Luceplan, Fontana Arte, iGuzzini oder Viabizzuno präsentierten sich ebenso eindrucksvoll wie die aufstrebenden spanischen Unternehmen Marset oder Santa&Cole. Die spektakulärsten Messestände lieferten mit Dark und Modular Lighting mal wieder die Belgier. Und natürlich war auch die deutsche designorientierte Lichtbranche nahezu geschlossen versammelt. Für Firmen wie Ingo Maurer, Anta, Tobias Grau und serien.lighting ist die Teilnahme bei der Light+Building inzwischen eine Selbstverständlichkeit. In der Festhalle demonstrierten Zumtobel, dieses Jahr erstmals mit seiner Interior Marke Lighteriors, Osram und Siteco ihre Stärke.Das Thema der diesjährigen Light+Building widerspiegelnd, ging der Trend klar zu energiesparenden Technologien. Im Mittelpunkt des Interesses standen natürlich LEDs, aber auch Leuchtstoffröhren oder Solarstrom spielten eine wichtige Rolle.
Trotz einiger neuer Entwürfe wurde deutlich, dass es bei dieser Light+Building vor allem um die Weiterentwicklung und Perfektionierung vorhandener oder das Etablieren neuer Technologien ging. Spürbar war, dass das Thema Energieeffizienz mit großer Ernsthaftigkeit und Innovationsfreude in der Branche aufgegriffen und diskutiert wird: Während LEDs gerade begonnen haben Teil unseres Alltags zu sein, bereiten Organische LEDs (OLEDs) bereits die nächste Lichtrevolution vor. Wie weit ihre Entwicklung heute schon fortgeschritten ist, zeigt Ingo Maurers neue Leuchte „Early Future". Sie besteht aus zehn rechteckigen OLED-Lichtkacheln, die frisch aus dem Osram-Labor kommen. Mit "Early Future" wurde ein entscheidender Schritt vom abstrakten OLED-Kunstobjekt zur funktionalen Designbeleuchtung der Zukunft vollzogen.Es hat sich mittlerweile herausgestellt, dass die Trennung zwischen dekorativem und technischem Licht problematisch ist. So verwunderte es kaum, dass diese Schwierigkeiten auch in der Zuordnung der Hersteller zu bestimmten Bereiche zeigten. Da half es auch nichts, dass man noch eine weitere Kategorie eingeführt hat: die „Technisch Designorientierten Leuchten". Es bleibt die Frage, ob diese Einordnungen überhaupt sinnvoll sind. Für den Besucher erscheinen sie ohnehin nicht sehr erheblich. Allerdings wird eine solche Gliederung für die Messe selbst notwendig bleiben, nicht zu letzt als strategisches Instrument.Dass Licht längst nicht mehr gleich Licht ist, ließ sich gleich mehrfach beobachten: Die Stimmung im Raum lässt sich durch farbliche Lichtmodulation längst gezielt lenken. Lichtkonzepte werden heute kontextabhängig gedacht. Gleiches gilt aber auch für Schalter-Serien und Steuerungssysteme, Produkte, die eigens auf individuelle Bedürfnisse und Lebensumfelder zugeschnitten werden. Der Schalterhersteller Merten demonstrierte das mit seinem vom Studio Urquiola gestalteten Messestand, der aus acht kleinen Türmen bestand, in denen spielerisch unterschiedliche Wohnsituationen dargestellt wurden. Jedem Raum waren in Funktion und Gestaltung entsprechende Schalter zugeordnet. Am Freitagabend endet die Light+Building 2008 - abermals mit vielen positiven Eindrücken auf Seiten der Aussteller und Besucher. Die Lichtwelt wird sich weiter drehen, wohin, sehen wir im nächsten Jahr bei der Euroluce in Mailand - oder spätestens bei der Light+Building 2010.
Discocó von Christophe Mathieu für Marset
Mercury Cluster von Ross Lovegrove für Artemide
Cara von Andreas Ostwald für Anta
Lunar von Konstantin Grcic für Flos
Early Future von Ingo Maurer