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Frankfurter Hochhäuser
2000 bis 2010
7. November 2014

Wie kam es, dass gerade Frankfurt am Main nach dem Zweiten Weltkrieg als erste und lange Zeit einzige deutsche Stadt himmelwärts strebte und mittlerweile eine sehenswerte Skyline besitzt? Das Deutsche Architekturmuseum in Frankfurt am Main geht dieser Frage nach und setzt sich mit der Hochhausgeschichte der Stadt in der Ausstellung „Himmelstürmend. Hochhausstadt Frankfurt“ auseinander.


Für uns Anlass genug, einige Hochhäuser aus verschiedenen Jahrzehnten vorzustellen, die das Gesicht der Stadt am Main heute prägen. Zur Ausstellungseröffnung am 7. November 2014 erscheint auch die begleitende Publikation „Hochhausstadt Frankfurt. Bauten und Visionen seit 1945“, der wir die folgenden Texte und Bilder entnommen haben.

Foto © Jörg Hempel
Westhafen Tower
Architekten: Schneider + Schumacher
Höhe: 112 Meter || Geschosse: 31 || Gebaut: 2001-2003

Direkt am Main gelegen bildet der Westhafen-Tower gemeinsam mit dem Brückengebäude und dem Westhafen-Haus eine Landmarke für das Wohn- und Büroquartier Westhafen und empfängt gleichzeitig Bahn- und Autofahrer in der Stadt.Die Büroflächen innerhalb des grünlichen gläsernen Zylinders orientieren sich an einem quadratischen Grundriss, der sich an einer Seite halbkreisförmig ausbuchtet. Durch stockwerkweise Rotation um jeweils 90 Grad entstehen 4-geschossige Wintergärten, die den Energieaufwand des Westhafen-Tower erheblich reduzieren. Zudem sorgen dreieckige, zu öffnende Fensterflügel für ein angenehmes Raumklima. (Peter Körner)
Foto © Roland Meinecke
Wohnhochhaus Skylight
Architekten: Richard Rogers Partnership
Höhe: 85 Meter || Geschosse: 25 || Gebaut: 1999-2001

Das Wohnhochhaus Skylight bildet zusammen mit einem kammförmigen Bürogebäude sowie vier Stadtvillen ein Ensemble auf dem Areal des ehemaligen Postscheckamts. Dem Gedanken verpflichtet, durch Wohntürme eine Belebung des Zentrums zu erzielen, bietet der Turm Luxusapartments mit Pförtnerservice. Das Angebot wird ergänzt durch Gastronomie, Läden und ein Fitnesscenter im anschließenden Büroriegel. Die beigefarbene Kunststeinfassade sowie der gläserne Aufzug des asymmetrischen Turms schaffen eine Hightech-Architektur ganz im Sinne von Richard Rogers. (Evelyn Steiner)
Abbildung © Uwe Dettmar
KfW-Westarkade
Architekten: Sauerbruch Hutton
Höhe: 59 Meter || Geschosse:15 || Gebaut: 2006-2010

Auf dem früheren Grundstück der Deutschen Bibliothek (der Vorläuferin der Deutschen Nationalbibliothek), die 1997 ihren Neubau an der Adickesallee bezog, errichtete die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ab 2006 – nach dem Abriss des Bibliotheksgebäudes – ein Hochhaus für ihre Tochter KfW-IPEX-Bank. Die eigenständige Figur aus einem geschwungenen Sockelbau, der in einen verdrehten Hochhauskörper übergeht, komplettiert den KfW-Campus unweit des Palmengartens. Während sich der Sockel an der Straßenflucht orientiert und die Höhe der benachbarten Nordarkade aufnimmt, wendet sich der Turm nur mit der Schmalseite der Straße zu und ist vornehmlich zum Park und dem KfW-Haupthaus gerichtet. Auffallend ist die in verschiedenen Farbtönen changierende Fassade, die als Doppelfassade ausgebildet ist. In der sogenannten Druckringfassade wird unter Ausnutzung des Windes ein Überdruck erzeugt, um für natürliche Lüftung zu sorgen; ausklappbare Lamellen regulieren die Luftzufuhr. Diese Fassadenkonstruktion ist mit dafür verantwortlich, dass der Bau zu den energieeffizientesten Bürogebäuden weltweit zählt. (Evelyn Steiner)
Bild © Thomas Eicken
Opernturm
Architekten: Prof. Christoph Mäckler Architekten
Höhe: 170 Meter || Geschosse: 42 || Gebaut: 2006-2010

Bereits 1927 gab es die nicht ganz ernst gemeinte Idee einer Hochhausansammlung am Opernplatz, die in den Frankfurter Nachrichtenpubliziert wurde. Realität wurde diese Vision jedoch erst ab 1959 mit dem Zürich-Haus, das den Beginn der Hochhausentwicklung im Westend darstellte. Das Parkgrundstück der jüdischen Bankiersfamilie Rothschild gelangte 1938 in Folge der einsetzenden ›Arisierung‹ in Besitz der Stadt. Nach Kriegsende erhoben die Rothschilds Anspruch auf Restitution und erhielten ein Drittel des Grünareals als Bauland zurück. Auf dem restlichen Grund liegt heute der Rothschildpark. Die Zürich-Versicherung kaufte Ende der 1950er-Jahre das Grundstück und baute auf diesem ihre Deutschlandzentrale. Aufgrund der städteplanerischen Anforderungen – eine Einfassung des Opernplatzes sowie eine Öffnung zum Park – wurden ein schmales Hochhaus und ein niedriger Längsriegel errichtet. Deren Gestaltung und Fassadenkonstruktion waren für ihre Zeit ein Novum: Das Zürich-Haus, ein oben gerade abgeschlossener Kubus mit quadratischem Grundriss, wurde mit einzelnen dünnen Sandwichelementen aus blau emailliertem Glas und Blech verkleidet, die als Vorhangfassade vor einen Stahlbetonkern gehängt wurden. Westlich des Zürich-Hauses ließ die Versicherung 1965 einen 17-geschossigen Erweiterungsbau errichten. Nach Aufhebung seines Denkmalschutzes wurde das Zürich-Haus 2002 abgerissen. Der neue Bauherr Tishman Speyer ließ an dessen Stelle den 170 Meter hohen Opernturm errichten, der dank seiner hellen Kalksteinfassade mit der von Richard Lucae entworfenen Alten Oper (1873–1880) korrespondiert. Der massive Kubus wird von einem senkrechten Fassadenschlitz durchbrochen, der den Solitär als Doppelturm erscheinen lässt. Die mit Arkaden versehene Blockrandbebauung orientiert sich an der Traufhöhe der niedrigen Bauten in ihrer Nachbarschaft und vermittelt so zwischen dieser und dem hoch hinaufragenden Opernturm. (Myriam Pflugmann)


Himmelstürmend. Hochausstadt Frankfurt
8. November 2014 bis 19. April 2015
Architekturmuseum Frankfurt am Main
www.dam-online.de

Hochhausstadt Frankfurt – Bauten und Visionen seit 1945
Philipp Sturm (Hrsg.), Peter Cachola Schmal (Hrsg.)
Geb., 320 S., 232 Abb.
Prestel Verlag
49,95 Euro
Architektur › 2014 › November
Frankfurter Hochhäuser
2000 bis 2010
7. November 2014
Häuser von nicht unerheblicher und deshalb erwähnenswerter Höhe hat Frankfurt am Main einige zu bieten. Was aber ist da alles gen Himmel gewachsen? Wir stellen Ihnen die wichtigsten Bauten vor, sortiert nach Jahrzehnten.

Wie kam es, dass gerade Frankfurt am Main nach dem Zweiten Weltkrieg als erste und lange Zeit einzige deutsche Stadt himmelwärts strebte und mittlerweile eine sehenswerte Skyline besitzt? Das Deutsche Architekturmuseum in Frankfurt am Main geht dieser Frage nach und setzt sich mit der Hochhausgeschichte der Stadt in der Ausstellung „Himmelstürmend. Hochhausstadt Frankfurt“ auseinander.


Für uns Anlass genug, einige Hochhäuser aus verschiedenen Jahrzehnten vorzustellen, die das Gesicht der Stadt am Main heute prägen. Zur Ausstellungseröffnung am 7. November 2014 erscheint auch die begleitende Publikation „Hochhausstadt Frankfurt. Bauten und Visionen seit 1945“, der wir die folgenden Texte und Bilder entnommen haben.

Westhafen Tower
Architekten: Schneider + Schumacher
Höhe: 112 Meter || Geschosse: 31 || Gebaut: 2001-2003

Direkt am Main gelegen bildet der Westhafen-Tower gemeinsam mit dem Brückengebäude und dem Westhafen-Haus eine Landmarke für das Wohn- und Büroquartier Westhafen und empfängt gleichzeitig Bahn- und Autofahrer in der Stadt.Die Büroflächen innerhalb des grünlichen gläsernen Zylinders orientieren sich an einem quadratischen Grundriss, der sich an einer Seite halbkreisförmig ausbuchtet. Durch stockwerkweise Rotation um jeweils 90 Grad entstehen 4-geschossige Wintergärten, die den Energieaufwand des Westhafen-Tower erheblich reduzieren. Zudem sorgen dreieckige, zu öffnende Fensterflügel für ein angenehmes Raumklima. (Peter Körner)
Wohnhochhaus Skylight
Architekten: Richard Rogers Partnership
Höhe: 85 Meter || Geschosse: 25 || Gebaut: 1999-2001

Das Wohnhochhaus Skylight bildet zusammen mit einem kammförmigen Bürogebäude sowie vier Stadtvillen ein Ensemble auf dem Areal des ehemaligen Postscheckamts. Dem Gedanken verpflichtet, durch Wohntürme eine Belebung des Zentrums zu erzielen, bietet der Turm Luxusapartments mit Pförtnerservice. Das Angebot wird ergänzt durch Gastronomie, Läden und ein Fitnesscenter im anschließenden Büroriegel. Die beigefarbene Kunststeinfassade sowie der gläserne Aufzug des asymmetrischen Turms schaffen eine Hightech-Architektur ganz im Sinne von Richard Rogers. (Evelyn Steiner)
KfW-Westarkade
Architekten: Sauerbruch Hutton
Höhe: 59 Meter || Geschosse:15 || Gebaut: 2006-2010

Auf dem früheren Grundstück der Deutschen Bibliothek (der Vorläuferin der Deutschen Nationalbibliothek), die 1997 ihren Neubau an der Adickesallee bezog, errichtete die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ab 2006 – nach dem Abriss des Bibliotheksgebäudes – ein Hochhaus für ihre Tochter KfW-IPEX-Bank. Die eigenständige Figur aus einem geschwungenen Sockelbau, der in einen verdrehten Hochhauskörper übergeht, komplettiert den KfW-Campus unweit des Palmengartens. Während sich der Sockel an der Straßenflucht orientiert und die Höhe der benachbarten Nordarkade aufnimmt, wendet sich der Turm nur mit der Schmalseite der Straße zu und ist vornehmlich zum Park und dem KfW-Haupthaus gerichtet. Auffallend ist die in verschiedenen Farbtönen changierende Fassade, die als Doppelfassade ausgebildet ist. In der sogenannten Druckringfassade wird unter Ausnutzung des Windes ein Überdruck erzeugt, um für natürliche Lüftung zu sorgen; ausklappbare Lamellen regulieren die Luftzufuhr. Diese Fassadenkonstruktion ist mit dafür verantwortlich, dass der Bau zu den energieeffizientesten Bürogebäuden weltweit zählt. (Evelyn Steiner)
Opernturm
Architekten: Prof. Christoph Mäckler Architekten
Höhe: 170 Meter || Geschosse: 42 || Gebaut: 2006-2010

Bereits 1927 gab es die nicht ganz ernst gemeinte Idee einer Hochhausansammlung am Opernplatz, die in den Frankfurter Nachrichtenpubliziert wurde. Realität wurde diese Vision jedoch erst ab 1959 mit dem Zürich-Haus, das den Beginn der Hochhausentwicklung im Westend darstellte. Das Parkgrundstück der jüdischen Bankiersfamilie Rothschild gelangte 1938 in Folge der einsetzenden ›Arisierung‹ in Besitz der Stadt. Nach Kriegsende erhoben die Rothschilds Anspruch auf Restitution und erhielten ein Drittel des Grünareals als Bauland zurück. Auf dem restlichen Grund liegt heute der Rothschildpark. Die Zürich-Versicherung kaufte Ende der 1950er-Jahre das Grundstück und baute auf diesem ihre Deutschlandzentrale. Aufgrund der städteplanerischen Anforderungen – eine Einfassung des Opernplatzes sowie eine Öffnung zum Park – wurden ein schmales Hochhaus und ein niedriger Längsriegel errichtet. Deren Gestaltung und Fassadenkonstruktion waren für ihre Zeit ein Novum: Das Zürich-Haus, ein oben gerade abgeschlossener Kubus mit quadratischem Grundriss, wurde mit einzelnen dünnen Sandwichelementen aus blau emailliertem Glas und Blech verkleidet, die als Vorhangfassade vor einen Stahlbetonkern gehängt wurden. Westlich des Zürich-Hauses ließ die Versicherung 1965 einen 17-geschossigen Erweiterungsbau errichten. Nach Aufhebung seines Denkmalschutzes wurde das Zürich-Haus 2002 abgerissen. Der neue Bauherr Tishman Speyer ließ an dessen Stelle den 170 Meter hohen Opernturm errichten, der dank seiner hellen Kalksteinfassade mit der von Richard Lucae entworfenen Alten Oper (1873–1880) korrespondiert. Der massive Kubus wird von einem senkrechten Fassadenschlitz durchbrochen, der den Solitär als Doppelturm erscheinen lässt. Die mit Arkaden versehene Blockrandbebauung orientiert sich an der Traufhöhe der niedrigen Bauten in ihrer Nachbarschaft und vermittelt so zwischen dieser und dem hoch hinaufragenden Opernturm. (Myriam Pflugmann)


Himmelstürmend. Hochausstadt Frankfurt
8. November 2014 bis 19. April 2015
Architekturmuseum Frankfurt am Main
www.dam-online.de

Hochhausstadt Frankfurt – Bauten und Visionen seit 1945
Philipp Sturm (Hrsg.), Peter Cachola Schmal (Hrsg.)
Geb., 320 S., 232 Abb.
Prestel Verlag
49,95 Euro