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Für gute Ideen muss man kämpfen
Im Gespräch: Jürg Zumtobel
7. März 2016
Im Jahr 1963 trat der heute knapp 80 Jahre alte Jürg Zumtobel in das Familienunternehmen ein. Foto © Zumtobel Group
Jürg Zumtobel weiß, wie sehr Geschichten faszinieren können. Was immer er aus Wirtschaft und Architektur, von persönlichen Erlebnissen oder technischen Entwicklungen berichtet, seine Erzählungen gewähren spannende Einblicke in die Bauwirtschaft, die Lichtbranche und ins allgemeine Zeitgeschehen – wobei er seine Geschichten und Anekdoten gern mit einer Portion Humor verfeinert und mit einer Prise Autorität würzt. Im Jahr 1963 trat der heute knapp 80 Jahre alte Jürg Zumtobel in das Familienunternehmen ein. 1991 wurde der studierte Nachrichtentechniker Sprecher des Vorstands und schlug mit dem Unternehmen immer wieder Wege ein, die von Kollegen und Konkurrenten anfangs belächelt, später aber als strategisch wegweisende Entscheidung erkannt wurden. Eine seiner auf den ersten Blick überraschenden Ideen war es, die bis dahin nur intern erstellten Bilanzen des Unternehmens als öffentliche Geschäftsberichte individuell und aufwendig gestalten zu lassen und dafür weithin bekannte Architekten, Designer und Künstler zu gewinnen.

Adeline Seidel: Herr Zumtobel, mögen Sie eigentlich Geschäftsberichte? Oder würden Sie viel lieber Kunstbücher anregen und verlegen?

Jürg Zumtobel: Nein, Kunstbücher zu machen entspricht nicht meiner Vorstellung, das ist ein vollkommen anderes Geschäft. (lacht) Aber wie es zu unseren Geschäftsberichten gekommen ist, das ist ein bisserl eine längere Geschichte. Die Firma Zumtobel wurde 1950 von meinem Vater gegründet. Er war durch und durch Techniker und Ingenieur und hatte – im Gegensatz zur heutigen Zeit – noch eine ausgesprochen positive Einstellung zum Fortschritt durch beständige technische Innovation. In den 1980er Jahren wurde das Lichtgeschäft wesentlich komplexer und es hat sich gezeigt, dass diese reine, ich sage mal: Innovationsorientierung, verbunden mit einem per se guten Produktdesign, nicht mehr unbedingt die richtige Antwort auf die Fragen der Zeit darstellte. Es ging einfach um mehr als das Produkt, es ging um Licht an sich – und damit veränderte sich auch unsere Zielgruppe. Denn es gibt in alldem, was mit dem Bauen zu tun hat, einen einzigen Universalisten und holistisch orientierten Menschen – und das ist der Architekt. Der hat ein sehr, sehr breit gefächertes Interesse, das umfasst die reine Ästhetik, die Baustatik, soziale Aspekte, die Anpassung eines Gebäudes an die Umwelt und so weiter. Und wir bieten dem Architekten nicht nur ein Produkt, sondern eben eine Lösung für seine Ideen und Vorstellungen an. So! Das veränderte unsere Strategie, bei der wir nicht die Technik und die Innovation allein in den Vordergrund gestellt haben, sondern das Licht also solches. Deswegen haben wir auch beschlossen, den Geschäftsbericht so auszustatten, dass er unsere erweiterte Geisteshaltung repräsentiert. Dabei hat uns Otto Riewoldt, Herausgeber einer Architekturzeitschrift, sehr weitsichtig umfassend beraten und ist dann auch später als Mitarbeiter für Kommunikation und Marketing gänzlich zur Zumtobel Group gekommen.
Der Geschäftsbericht 2014/15: "Extraordinary Ideas – gestaltet von James Turrell. Foto © Zumtobel Group
Ist der Geschäftsbericht für Sie also eher ein Marketinginstrument als eine persönliche Leidenschaft?

Jürg Zumtobel: Er ist beides. Zum einen muss jede Art von Marketinginstrument – übrigens auch jedes Produkt – eine gewisse Leidenschaft ausdrücken. Ich persönlich bin sehr interessiert an Architektur und Kultur – und für mich ist all das, was mit Ästhetik und schöner Architektur zu tun hat ein ganz wesentlicher Faktor für Zumtobel.

Sammeln Sie selbst auch Kunst?

Jürg Zumtobel: Ja, ich sammle selber auch. Und wie alle Leute, die in dieser Richtung nicht eigens ausgebildet wurden wie Kunsthistoriker und Kuratoren, sammle ich das, was mir gefällt, weil ich mich mit Arbeiten umgeben möchte, mit denen ich auch leben kann.

Stehen die Geschäftsberichte bei Ihnen in einem gesonderten Regal?

Jürg Zumtobel: Nein, das nicht. Sie stehen dort, wo sie meiner Meinung nach am besten hinpassen. Nämlich dort, wo sich jede Menge andere Architektur- und Kunstbücher befinden. Aber: Ich bin wohl auch der einzige, der alle Geschäftsberichte hat. (lacht)
Das Werk Turrells findet im Bericht natürlich eine besondere Aufmerksamkeit. Foto © Zumtobel Group
Die Liste derjenigen, die einen Geschäftsbericht gestalten durften, ist ebenso lang wie abwechslungsreich und reicht, um nur wenige zu nennen, von David Chipperfield über Bruce Mau, Olafur Eliasson, Hani Rashid, Stefan Sagmeister, Sanaa, Snøhetta und Gerhard Merz bis zu James Turrell. Wie entscheiden Sie, wen Sie als nächstes ansprechen?

Jürg Zumtobel: Na ja, gut, mit dem James Turrell verbindet uns eine lange Bekanntschaft, und zwar seit seiner Ausstellung im Kunsthaus Bregenz vor knapp zwanzig Jahren. Außerdem fliegen wir beide sehr gerne. Das heißt: Ich bin gerne geflogen, aber weil ich ein Professional Rating hatte, ist da mit 65 leider Schluss. So. Aber kurz zur Auswahl und was dahintersteckt: Die Architektur ist unglaublich vielschichtig und der Architekt selbst ist vielseitig und an Kunst, Grafik, Fotografie und natürlich Architektur interessiert. Und all das soll sich auch in den Berichten widerspiegeln und visuell ansprechend sein. Schließlich macht ein Buch dieser Art nur Sinn, wenn man es anschaut, darin blättert und liest. Für den ersten Bericht, den wir 1991/92 gemacht haben, war es beispielsweise der Grafiker und Künstler Mikhail Anikst, mit dem wir zusammengearbeitet haben. Er kommt aus der konstruktivistischen, russischen Malerei und wir fanden ihn einfach sehr spannend. In jedem Jahr haben wir eine kleine Shortlist mit Personen oder Büros, die aus unterschiedlichen Professionen stammen und die wir interessant finden. Oft haben wir mit denen auch schon gearbeitet und kennen uns durch diese gemeinsamen Projekte – und dann entscheiden wir uns einfach.

War es selbstverständlich, dass die Tradition besonders gestalteter Geschäftsberichte auch unter dem CEO Ulrich Schumacher fortgeführt wird?

Jürg Zumtobel: Zum einen hat das Unternehmen diese Art der Geschäftsberichte nun verinnerlicht – die kann man nicht mehr einfach wegdenken. Und zum anderen sind CEOs nun mal unternehmerische Typen. Die stellen auch fest, was das für einen Wert für das Unternehmen hat: Mit den Geschäftsberichten betreiben wir ja eine wunderbare Markenpflege. Und intern ist es immer gelungen, alle davon zu überzeugen, dass diese Art der Berichte wichtig ist. Glauben sie mir: Für eine gute Idee muss man kämpfen, das geht nicht immer so frei! Im Prinzip sind Persistenz und Kontinuität das Allerwichtigste. Man muss einfach dabeibleiben.

Soll die aufwendige Gestaltung eigentlich von den Zahlen ablenken?

Jürg Zumtobel: (lacht) Frau Seidel, wir haben ja neben dem Geschäftsbericht noch einen Finanzbericht und der ist für den reinen Zahlenmenschen. Der Geschäftsbericht ist unsere Selbstdarstellung, er zeigt unser Netzwerk, unsere Freunde, die wir miteinbeziehen.

Gibt es in der langen Reihe einen Bericht, den Sie besonders gern mögen?

Jürg Zumtobel: Oh, das ist schwer zu sagen. Die Vielfalt bringt’s eigentlich. D’rum kann ich nicht sagen, ich habe einen Lieblingsbericht. Ich liebe das Konzept!
Die Geschäftsberichte von Zumtobel sind mit hochwertigen Kunstbüchern vergleichbar. Foto © Zumtobel Group
"Blumen im Licht" hieß der Geschäftsbericht 2001/02, der von Stefan Sagmeister gestaltet wurden. Foto © Zumtobel Group
Geschäftsbericht 2001/02, gestaltet von Stefan Sagmeister. Foto © Zumtobel Group
Geschäftsbericht 2001/02, gestaltet von Stefan Sagmeister. Foto © Zumtobel Group
Olafur Eliasson gestaltete den Geschäftsbericht 2007/08 mit dem Titel "Life in Space 3". Foto © Zumtobel Group
"Live in Space 3" von Olafur Eliasson. Foto © Zumtobel Group
"Live in Space 3" von Olafur Eliasson. Foto © Zumtobel Group
Für den Geschäftsbericht 2008/9 engagierte Zumtobel Francois Roche & Team vom Studio R&Sie(n). "Laboratorien für Licht und Nacht" betitelten die Architekten den Bericht.
Foto © Zumtobel Group
"Laboratorien für Licht und Nacht" by R&Sie(n). Foto © Zumtobel Group
"Laboratorien für Licht und Nacht" by R&Sie(n). Foto © Zumtobel Group
Anish Kapoor und Brighten the Corners waren für den Geschäftsbericht 2011/12 verantwortlich. Foto © Zumtobel Group
Der Geschäftsbericht 2011/12 von Anish Kapoor und Brighten the Corners. Foto © Zumtobel Group
Der Geschäftsbericht 2011/12 von Anish Kapoor und Brighten the Corners. Foto © Zumtobel Group
David Chipperfield Architects (DCA) und John Morgan studio, London gestalteten den Geschäftbericht 2012/13. Foto © Zumtobel Group
Der Architekt wählte eine sehr sachliche Gestaltung. Foto © Zumtobel Group
Jürg Zumtobel und James Turrell verbindet nicht nur das Interesse an Licht, sondern auch das Fliegen. Foto © Zumtobel Group
Turrells Arbeit an den Skyspaces begann in den 1970er Jahren und umfasst heute 75 solcher öffentlich zugänglicher Räume auf dem ganzen Erdball. Foto © Zumtobel Group
Turrells Arbeit im Roden Carter - Alpha Tunnel in Flagstaff USA. Foto © Zumtobel Group
Produkte
Zumtobel: Orea Wand @ Stylepark
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Zumtobel: Sequence @ Stylepark
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News & Stories › 2016 › März
Für gute Ideen muss man kämpfen
7. März 2016
David Chipperfield, Bruce Mau, Anish Kapoor, Stefan Sagmeister, Sanaa, Snøhetta und James Turrell – sie alle haben für die Zumtobel Group einen Geschäftsbericht gestaltet. Adeline Seidel hat bei Jürg Zumtobel nachgefragt, wie die Idee entstanden ist und woher seine Leidenschaft für schöne Bücher kommt.
Jürg Zumtobel weiß, wie sehr Geschichten faszinieren können. Was immer er aus Wirtschaft und Architektur, von persönlichen Erlebnissen oder technischen Entwicklungen berichtet, seine Erzählungen gewähren spannende Einblicke in die Bauwirtschaft, die Lichtbranche und ins allgemeine Zeitgeschehen – wobei er seine Geschichten und Anekdoten gern mit einer Portion Humor verfeinert und mit einer Prise Autorität würzt. Im Jahr 1963 trat der heute knapp 80 Jahre alte Jürg Zumtobel in das Familienunternehmen ein. 1991 wurde der studierte Nachrichtentechniker Sprecher des Vorstands und schlug mit dem Unternehmen immer wieder Wege ein, die von Kollegen und Konkurrenten anfangs belächelt, später aber als strategisch wegweisende Entscheidung erkannt wurden. Eine seiner auf den ersten Blick überraschenden Ideen war es, die bis dahin nur intern erstellten Bilanzen des Unternehmens als öffentliche Geschäftsberichte individuell und aufwendig gestalten zu lassen und dafür weithin bekannte Architekten, Designer und Künstler zu gewinnen.

Adeline Seidel: Herr Zumtobel, mögen Sie eigentlich Geschäftsberichte? Oder würden Sie viel lieber Kunstbücher anregen und verlegen?

Jürg Zumtobel: Nein, Kunstbücher zu machen entspricht nicht meiner Vorstellung, das ist ein vollkommen anderes Geschäft. (lacht) Aber wie es zu unseren Geschäftsberichten gekommen ist, das ist ein bisserl eine längere Geschichte. Die Firma Zumtobel wurde 1950 von meinem Vater gegründet. Er war durch und durch Techniker und Ingenieur und hatte – im Gegensatz zur heutigen Zeit – noch eine ausgesprochen positive Einstellung zum Fortschritt durch beständige technische Innovation. In den 1980er Jahren wurde das Lichtgeschäft wesentlich komplexer und es hat sich gezeigt, dass diese reine, ich sage mal: Innovationsorientierung, verbunden mit einem per se guten Produktdesign, nicht mehr unbedingt die richtige Antwort auf die Fragen der Zeit darstellte. Es ging einfach um mehr als das Produkt, es ging um Licht an sich – und damit veränderte sich auch unsere Zielgruppe. Denn es gibt in alldem, was mit dem Bauen zu tun hat, einen einzigen Universalisten und holistisch orientierten Menschen – und das ist der Architekt. Der hat ein sehr, sehr breit gefächertes Interesse, das umfasst die reine Ästhetik, die Baustatik, soziale Aspekte, die Anpassung eines Gebäudes an die Umwelt und so weiter. Und wir bieten dem Architekten nicht nur ein Produkt, sondern eben eine Lösung für seine Ideen und Vorstellungen an. So! Das veränderte unsere Strategie, bei der wir nicht die Technik und die Innovation allein in den Vordergrund gestellt haben, sondern das Licht also solches. Deswegen haben wir auch beschlossen, den Geschäftsbericht so auszustatten, dass er unsere erweiterte Geisteshaltung repräsentiert. Dabei hat uns Otto Riewoldt, Herausgeber einer Architekturzeitschrift, sehr weitsichtig umfassend beraten und ist dann auch später als Mitarbeiter für Kommunikation und Marketing gänzlich zur Zumtobel Group gekommen.
Ist der Geschäftsbericht für Sie also eher ein Marketinginstrument als eine persönliche Leidenschaft?

Jürg Zumtobel: Er ist beides. Zum einen muss jede Art von Marketinginstrument – übrigens auch jedes Produkt – eine gewisse Leidenschaft ausdrücken. Ich persönlich bin sehr interessiert an Architektur und Kultur – und für mich ist all das, was mit Ästhetik und schöner Architektur zu tun hat ein ganz wesentlicher Faktor für Zumtobel.

Sammeln Sie selbst auch Kunst?

Jürg Zumtobel: Ja, ich sammle selber auch. Und wie alle Leute, die in dieser Richtung nicht eigens ausgebildet wurden wie Kunsthistoriker und Kuratoren, sammle ich das, was mir gefällt, weil ich mich mit Arbeiten umgeben möchte, mit denen ich auch leben kann.

Stehen die Geschäftsberichte bei Ihnen in einem gesonderten Regal?

Jürg Zumtobel: Nein, das nicht. Sie stehen dort, wo sie meiner Meinung nach am besten hinpassen. Nämlich dort, wo sich jede Menge andere Architektur- und Kunstbücher befinden. Aber: Ich bin wohl auch der einzige, der alle Geschäftsberichte hat. (lacht)
Die Liste derjenigen, die einen Geschäftsbericht gestalten durften, ist ebenso lang wie abwechslungsreich und reicht, um nur wenige zu nennen, von David Chipperfield über Bruce Mau, Olafur Eliasson, Hani Rashid, Stefan Sagmeister, Sanaa, Snøhetta und Gerhard Merz bis zu James Turrell. Wie entscheiden Sie, wen Sie als nächstes ansprechen?

Jürg Zumtobel: Na ja, gut, mit dem James Turrell verbindet uns eine lange Bekanntschaft, und zwar seit seiner Ausstellung im Kunsthaus Bregenz vor knapp zwanzig Jahren. Außerdem fliegen wir beide sehr gerne. Das heißt: Ich bin gerne geflogen, aber weil ich ein Professional Rating hatte, ist da mit 65 leider Schluss. So. Aber kurz zur Auswahl und was dahintersteckt: Die Architektur ist unglaublich vielschichtig und der Architekt selbst ist vielseitig und an Kunst, Grafik, Fotografie und natürlich Architektur interessiert. Und all das soll sich auch in den Berichten widerspiegeln und visuell ansprechend sein. Schließlich macht ein Buch dieser Art nur Sinn, wenn man es anschaut, darin blättert und liest. Für den ersten Bericht, den wir 1991/92 gemacht haben, war es beispielsweise der Grafiker und Künstler Mikhail Anikst, mit dem wir zusammengearbeitet haben. Er kommt aus der konstruktivistischen, russischen Malerei und wir fanden ihn einfach sehr spannend. In jedem Jahr haben wir eine kleine Shortlist mit Personen oder Büros, die aus unterschiedlichen Professionen stammen und die wir interessant finden. Oft haben wir mit denen auch schon gearbeitet und kennen uns durch diese gemeinsamen Projekte – und dann entscheiden wir uns einfach.

War es selbstverständlich, dass die Tradition besonders gestalteter Geschäftsberichte auch unter dem CEO Ulrich Schumacher fortgeführt wird?

Jürg Zumtobel: Zum einen hat das Unternehmen diese Art der Geschäftsberichte nun verinnerlicht – die kann man nicht mehr einfach wegdenken. Und zum anderen sind CEOs nun mal unternehmerische Typen. Die stellen auch fest, was das für einen Wert für das Unternehmen hat: Mit den Geschäftsberichten betreiben wir ja eine wunderbare Markenpflege. Und intern ist es immer gelungen, alle davon zu überzeugen, dass diese Art der Berichte wichtig ist. Glauben sie mir: Für eine gute Idee muss man kämpfen, das geht nicht immer so frei! Im Prinzip sind Persistenz und Kontinuität das Allerwichtigste. Man muss einfach dabeibleiben.

Soll die aufwendige Gestaltung eigentlich von den Zahlen ablenken?

Jürg Zumtobel: (lacht) Frau Seidel, wir haben ja neben dem Geschäftsbericht noch einen Finanzbericht und der ist für den reinen Zahlenmenschen. Der Geschäftsbericht ist unsere Selbstdarstellung, er zeigt unser Netzwerk, unsere Freunde, die wir miteinbeziehen.

Gibt es in der langen Reihe einen Bericht, den Sie besonders gern mögen?

Jürg Zumtobel: Oh, das ist schwer zu sagen. Die Vielfalt bringt’s eigentlich. D’rum kann ich nicht sagen, ich habe einen Lieblingsbericht. Ich liebe das Konzept!