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Fundstücke: Licht und Semantik bei Hannes Wettstein
von Sandra Hofmeister | 1. März 2008
Lebendiges Licht kann man auf verschiedene Arten fühlen und erfahren, als hell und dunkel, in Form von gebündelten Strahlen oder Reflexen an der Wand.
Der Schweizer Gestalter Hannes Wettstein spricht in diesem Zusammenhang von "Lichtsemantik". Für seinen Entwurf der Leuchtenfamilie "Scope" war sie der maßgebliche Hintergrund.Alles an der nüchternen Schreibtischleuchte ist darauf ausgerichtet, der Bedeutung von Licht gerecht zu werden. Nichts sollte davon ablenken, weder selbstverliebte Lampenschirme noch aufdringliche Schalter, die unnötig auffallen. "Wir wollten ein selbstverständliches, ein harmloses Produkt machen. Eines, das es schon längst hätte geben müssen", beschreibt Hannes Wettstein sein Entwurfskonzept von Scope. Vier Jahre lang hat der Züricher Gestalter mit seinem Team und den Ingenieuren von Belux an der Entwicklung der Leuchte gearbeitet. Viele Diskussionen, Zeichnungen Modelle haben diesen Prozess begleitet. "Jetzt ist sie da, und sie ist beinahe unsichtbar", sagt Hannes Wettstein und ist zufrieden mit dem Ergebnis seiner Arbeit.Nüchtern und zurückhaltend rahmt die Leuchte wie ein Passepartout ganz unterschiedliche Situationen. Hinter ihrer reduzierten, einfachen Gestalt verbirgt sich ein Konglomerat komplexer Lösungen: Die Gelenke arbeiten auf kleinstem Kugelraum mit progressiver Spannung und exzentrischer Aufhängung von Federelementen; sie sind unauffällig und leicht zu bewegen. Die Oberfläche des angeschrägten Reflektors ist aus Polycarbonat, das in der Autoindustrie für die Leichtbauweise verwendet wird. Der Reflektor selbst ist durchlüftet und temperiert, man kann ihn mit den Händen drehen und wenden, ohne sich die Finger zu verbrennen. Der Schalter ist in den Reflektor integriert. Er schmiegt sich umrandet von einem Strahlenkranz in dessen zylindrische Oberseite. Energiesparlampen können ohne Vorschaltgerät gekauft und eingesetzt werden, denn auch dieses ist bei der Leuchte eingebaut. Scope gibt sich Mühe, ihre Qualitäten möglichst leise preiszugeben und nicht vom Licht selbst abzulenken. Man könne nur Kompromisse machen, wenn sie zum Schluss als Qualität erkennbar seien, sagt Hannes Wettstein trocken. Und er meint es auch so.www.hanneswettstein.ch
www.belux.ch"Fundstücke" ist eine Kooperation der Baumeister-Redaktion mit Stylepark
Im April bekommt die Schreibtischvariante Nachwuchs: Auf der Light + Building wird erstmals die ganze Scope-Familie mit Boden-, Wand- und Deckenleuchten vorgestellt.