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von 2143 Forward End
Fundstücke: Schnürwerk mit Kultstatus
von Sandra Hofmeister | 1. Februar 2009
Dass Zaha Hadid ein rundherum zukunftsorientiertes Phänomen ist, wussten wir schon lange. Schließlich sind die kühnen Kurven und in Beton gegossenen Kapriolen der in Bagdad geborenen Architektin nicht nur schnöde Nutzbauten, sondern viel mehr: Bekenntnisse zu einer Lebensauffassung, die unbeirrt nach vorne blickt und statt des Stillstands die Dynamik in sich trägt. Es entspricht daher der Sache selbst und ihren Prinzipien, dass Zaha Hadid Architects nicht nur Museen, Fabriken, Bahnhöfe und Feuerwehrhäuschen entwerfen, sondern auch Blumenvasen, Besteck und Sofas. Ob diese Alltagsgegenstände nun immer praktikabel sind, mag dahingestellt bleiben, kommt einem aber angesichts der Strahlkraft des Gesamtwerks fast nebensächlich vor. Hier geht es um Visionen! Um Weltanschauungen! Nicht um lieblose Routine.

Einer der letzten Design-Coups von Zaha Hadid entdeckt nun ein neues Feld für sich, nämlich die Mode. Sicherlich war sie schon immer ein Thema, wenn auch nicht als kurzweiliger Ausdruck einer Saison. Die Londoner Architekten entwarfen kürzlich schillernd glänzende Sandalen aus Kunststoff, ohne Nähte und - wie nicht anders zu erwarten - äußerst dynamisch! Das Gehwerk macht die Entwurfsansätze von Gebäuden sichtbar, windet sich um den Fußknöchel und wickelt sich auf kurvigem Keilabsatz in Richtung Knie. Zukunftsträchtig sind die Sandalen, aus einem Guss gefertigt als ob's selbstverdichtender Beton wäre. Wer diese Schuhe trägt, muss über dem Boden schweben: wasserdicht, Recycling-tauglich, und der Zukunft zugewandt. Vielleicht muss man sich sogar wie in einem Science-Fiction-Film mit Zahas Schuhen fühlen. Doch das ist nur eine Vermutung. Gerne hätten wir ein Exemplar getestet, um zu beweisen, dass Zahas Schuhe viel mehr sind als schnöde Gummilatschen. Doch leider muss der Test noch warten, denn die Sandalen sind noch nicht im Handel. Sie wurden für den Brasilianischen Schuhhersteller Melissa entwickelt, der sich auf Kunststoff spezialisiert hat und neben Flipflops von Gisele Bündchen, Entwürfen von Vivienne Westwood oder den Campana Brüdern nun auch Zahas Schuhe in sein Sortiment aufnimmt. Als Limited Edition in insgesamt acht Farben. Ein Paar soll 200 Euro kosten und in Europa schon bald im Dover Street Market in London zu haben sein. Wie viele Exemplare es insgesamt geben wird, ist noch ungewiss, doch schon ab nächster Saison könnte die extravagante Fußbekleidung für Furore sorgen, an einem der berühmten Strände von Brasilien oder vielleicht doch irgendwo in Europa.

Sicher wird irgendwann der Tag kommen, an dem wir dann in Zahas Häusern wohnen, in ihren Kleider und Schuhen auf ihrem Sofa sitzen und aus ihren Tassen Kaffee trinken können. Und wenn dieser Tag da ist, dann ist die Zukunft zur Gegenwart geworden.

www.melissa.com.br/zahahadid
Photo 1 - 9 © David Grandorge
Zaha Hadid; Photo © Steve Double
News & Stories › 2009 › Februar
Fundstücke: Schnürwerk mit Kultstatus
von Sandra Hofmeister | 1. Februar 2009
Von Kopf bis Fuß auf Zaha eingestellt: Nicht nur Bauwerke, Raumfiguren, Sofas, auch Schuhe gibt es demnächst in Zaha Hadids dynamischer Handschrift.
Dass Zaha Hadid ein rundherum zukunftsorientiertes Phänomen ist, wussten wir schon lange. Schließlich sind die kühnen Kurven und in Beton gegossenen Kapriolen der in Bagdad geborenen Architektin nicht nur schnöde Nutzbauten, sondern viel mehr: Bekenntnisse zu einer Lebensauffassung, die unbeirrt nach vorne blickt und statt des Stillstands die Dynamik in sich trägt. Es entspricht daher der Sache selbst und ihren Prinzipien, dass Zaha Hadid Architects nicht nur Museen, Fabriken, Bahnhöfe und Feuerwehrhäuschen entwerfen, sondern auch Blumenvasen, Besteck und Sofas. Ob diese Alltagsgegenstände nun immer praktikabel sind, mag dahingestellt bleiben, kommt einem aber angesichts der Strahlkraft des Gesamtwerks fast nebensächlich vor. Hier geht es um Visionen! Um Weltanschauungen! Nicht um lieblose Routine.

Einer der letzten Design-Coups von Zaha Hadid entdeckt nun ein neues Feld für sich, nämlich die Mode. Sicherlich war sie schon immer ein Thema, wenn auch nicht als kurzweiliger Ausdruck einer Saison. Die Londoner Architekten entwarfen kürzlich schillernd glänzende Sandalen aus Kunststoff, ohne Nähte und - wie nicht anders zu erwarten - äußerst dynamisch! Das Gehwerk macht die Entwurfsansätze von Gebäuden sichtbar, windet sich um den Fußknöchel und wickelt sich auf kurvigem Keilabsatz in Richtung Knie. Zukunftsträchtig sind die Sandalen, aus einem Guss gefertigt als ob's selbstverdichtender Beton wäre. Wer diese Schuhe trägt, muss über dem Boden schweben: wasserdicht, Recycling-tauglich, und der Zukunft zugewandt. Vielleicht muss man sich sogar wie in einem Science-Fiction-Film mit Zahas Schuhen fühlen. Doch das ist nur eine Vermutung. Gerne hätten wir ein Exemplar getestet, um zu beweisen, dass Zahas Schuhe viel mehr sind als schnöde Gummilatschen. Doch leider muss der Test noch warten, denn die Sandalen sind noch nicht im Handel. Sie wurden für den Brasilianischen Schuhhersteller Melissa entwickelt, der sich auf Kunststoff spezialisiert hat und neben Flipflops von Gisele Bündchen, Entwürfen von Vivienne Westwood oder den Campana Brüdern nun auch Zahas Schuhe in sein Sortiment aufnimmt. Als Limited Edition in insgesamt acht Farben. Ein Paar soll 200 Euro kosten und in Europa schon bald im Dover Street Market in London zu haben sein. Wie viele Exemplare es insgesamt geben wird, ist noch ungewiss, doch schon ab nächster Saison könnte die extravagante Fußbekleidung für Furore sorgen, an einem der berühmten Strände von Brasilien oder vielleicht doch irgendwo in Europa.

Sicher wird irgendwann der Tag kommen, an dem wir dann in Zahas Häusern wohnen, in ihren Kleider und Schuhen auf ihrem Sofa sitzen und aus ihren Tassen Kaffee trinken können. Und wenn dieser Tag da ist, dann ist die Zukunft zur Gegenwart geworden.

www.melissa.com.br/zahahadid