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Gebyok inklusive
7. Oktober 2015
Im Haus von Eko Prawoto verbinden sich Zeiten, Räume und Materialien zu einem architektonischen Pastiche. Alle Fotos © Paul Kadarisman
Der Architekt Eko Prawoto baute sein Haus 1988 ursprünglich in einem neu erschlossenen Gebiet nordwestlich von Yogyakarta. Damals war das Grundstück noch von Reisfeldern umgeben und es gab keinen Stromanschluss. Das Haus war das erste in dieser Straße. Der westlich gelegene Teil des Grundstücks wurde zuerst genutzt und mit den Jahren allmählich in Richtung Osten erweitert. Um mehr Raum für die Bewohner zu schaffen, wurde das Haus nach und nach erweitert. Prawoto konzipierte ein Raumgefüge auf Basis eines 3 mal 3 Meter großen Rasters, welches die Grundlage für zukünftige Anbauten bilden sollte. Die tragende Konstruktion besteht aus Stützen und Trägern, sowie Rahmenelementen. Wände können, wenn notwendig, einfach entfernt werden.

Viele Materialien stammen aus alten Gebäuden und wurden wiederverwertet, oder für andere Zwecke eingesetzt: Gebyok (ein verziertes javanesisches Fassadenelement), Säulen, Balken, Türen, Fenster, Backsteine, Dachziegel und sogar eine komplette Limasan-Konstruktion wurden zusammengetragen. Trotz des geringen Volumens der Räume, sind diese aufgrund von Aussparungen und Öffnungen gut durchlüftet. Einige Dachüberstände sind als Schutz vor Regen und extremer Sonneneinstrahlung stark nach unten gezogen. Prawoto hat in der Mitte des Baus eine Art „Rückgrat“ in Form eines Korridors vorgesehen, der sich von Westen nach Osten erstreckt. Einige Räume der Westseite werden von Stahlbetonrahmen gestützt, der größte Teil des Hauses besteht allerdings aus Holzpfosten und -balken. Alle Räume haben Lüftungsöffnungen und bieten Ausblick auf den Garten. Die üppige Vegetation bildet eine natürliche Pufferzone und schützt die Wohnräume vor Hitze und Feuchtigkeit.

Eko Prawoto Architecture Workshop
Eko Agus Prawoto ist eine anerkannte Persönlichkeit in der Architektur- und Kunstszene Indonesiens. Er studierte von 1977 bis 1982 an der Universität Gajah Mada in Yogyakarta Architektur, bevor er sich für das Postgraduiertenprogramm am Berlage Institute in den Niederlanden (1991-93) einschrieb. Seine Karriere als Architekt hat Eko Agus Prawoto immer auch mit der Lehre verbunden. Gegenwärtig unterrichtet er an der Universität Kristen Duta Wacana in Yogyakarta. Seit den frühen 1990er Jahren war er freiberuflich tätig und gründete 2000 das Büro Eko Prawoto Architecture Workshop. Sein Leistungsspektrum umfasst alle Gebäudetypen, von Kunst- und Kulturbauten bis zu kommunalen Projektentwicklungen oder Privathäusern für bekannte Persönlichkeiten der indonesischen Kunstszene: Mella Jaarsma & Anindityo House (1995), Cemeti Art House (1997–1999), Jeannie & Lantip House (2003-2004), Butet Kartarejasa House (2001–2002), Djaduk Ferianto House (2004) und viele mehr. Eko Agus Prawoto ist außerdem ein passionierter und namhafter Installationskünstler, seine Arbeiten finden sich in Japan, Korea, Italien, Australien, den Niederlanden, Frankreich, Österreich und in Singapur.


Die Ausstellung
Tropicality Revisited – Neue Ansätze Indonesischer Architekten
Deutsches Architekturmuseum Frankfurt am Main
bis 3. Januar 2016
Di., Do. bis So. 11 bis 18 Uhr, Mi. 11 bis 20 Uhr
www.dam-online.de

Das Katalogbuch
Tropicality: Revisited
hrsg. v. Avianti Armand, Setiadi Sopandi
186 Seiten, IMAJI Publishing
Englisch ISBN: 978-602-9260-27-4

Der Text wurde mit freundlicher Genehmigung des D.A.M. von Stylepark aus den Beiträgen der Ausstellung ausgewählt.

Das Haus ist eine gewachsene Struktur aus unterschiedlichen, oftmals recycelten Materialien.
Prawoto konzipierte ein Raumgefüge auf Basis eines 3 mal 3 Meter großen Rasters, welches die Grundlage für zukünftige Anbauten bilden sollte
Die offenen Räume verhelfen sorgen für ausreichend Luftzirkulation.
Kein Raum gleicht dem anderen in Eko Prawotos Haus.
Auch die Inneneinrichtung ist eine herrliche Kollage.
Die Übergänge zwischen Drinnen und Draussen verschwimmen in diesem Haus.
In einem weiteren Anbau hat sein Architekturbüro Platz gefunden.
Viele Pflanzen sorgen für ein angenehmes Klima im Haus.
News & Stories › 2015 › Oktober
Gebyok inklusive
7. Oktober 2015
Im Haus von Eko Prawoto verbinden sich Zeiten, Räume und Materialien zu einem architektonischen Pastiche.
Der Architekt Eko Prawoto baute sein Haus 1988 ursprünglich in einem neu erschlossenen Gebiet nordwestlich von Yogyakarta. Damals war das Grundstück noch von Reisfeldern umgeben und es gab keinen Stromanschluss. Das Haus war das erste in dieser Straße. Der westlich gelegene Teil des Grundstücks wurde zuerst genutzt und mit den Jahren allmählich in Richtung Osten erweitert. Um mehr Raum für die Bewohner zu schaffen, wurde das Haus nach und nach erweitert. Prawoto konzipierte ein Raumgefüge auf Basis eines 3 mal 3 Meter großen Rasters, welches die Grundlage für zukünftige Anbauten bilden sollte. Die tragende Konstruktion besteht aus Stützen und Trägern, sowie Rahmenelementen. Wände können, wenn notwendig, einfach entfernt werden.

Viele Materialien stammen aus alten Gebäuden und wurden wiederverwertet, oder für andere Zwecke eingesetzt: Gebyok (ein verziertes javanesisches Fassadenelement), Säulen, Balken, Türen, Fenster, Backsteine, Dachziegel und sogar eine komplette Limasan-Konstruktion wurden zusammengetragen. Trotz des geringen Volumens der Räume, sind diese aufgrund von Aussparungen und Öffnungen gut durchlüftet. Einige Dachüberstände sind als Schutz vor Regen und extremer Sonneneinstrahlung stark nach unten gezogen. Prawoto hat in der Mitte des Baus eine Art „Rückgrat“ in Form eines Korridors vorgesehen, der sich von Westen nach Osten erstreckt. Einige Räume der Westseite werden von Stahlbetonrahmen gestützt, der größte Teil des Hauses besteht allerdings aus Holzpfosten und -balken. Alle Räume haben Lüftungsöffnungen und bieten Ausblick auf den Garten. Die üppige Vegetation bildet eine natürliche Pufferzone und schützt die Wohnräume vor Hitze und Feuchtigkeit.

Eko Prawoto Architecture Workshop
Eko Agus Prawoto ist eine anerkannte Persönlichkeit in der Architektur- und Kunstszene Indonesiens. Er studierte von 1977 bis 1982 an der Universität Gajah Mada in Yogyakarta Architektur, bevor er sich für das Postgraduiertenprogramm am Berlage Institute in den Niederlanden (1991-93) einschrieb. Seine Karriere als Architekt hat Eko Agus Prawoto immer auch mit der Lehre verbunden. Gegenwärtig unterrichtet er an der Universität Kristen Duta Wacana in Yogyakarta. Seit den frühen 1990er Jahren war er freiberuflich tätig und gründete 2000 das Büro Eko Prawoto Architecture Workshop. Sein Leistungsspektrum umfasst alle Gebäudetypen, von Kunst- und Kulturbauten bis zu kommunalen Projektentwicklungen oder Privathäusern für bekannte Persönlichkeiten der indonesischen Kunstszene: Mella Jaarsma & Anindityo House (1995), Cemeti Art House (1997–1999), Jeannie & Lantip House (2003-2004), Butet Kartarejasa House (2001–2002), Djaduk Ferianto House (2004) und viele mehr. Eko Agus Prawoto ist außerdem ein passionierter und namhafter Installationskünstler, seine Arbeiten finden sich in Japan, Korea, Italien, Australien, den Niederlanden, Frankreich, Österreich und in Singapur.


Die Ausstellung
Tropicality Revisited – Neue Ansätze Indonesischer Architekten
Deutsches Architekturmuseum Frankfurt am Main
bis 3. Januar 2016
Di., Do. bis So. 11 bis 18 Uhr, Mi. 11 bis 20 Uhr
www.dam-online.de

Das Katalogbuch
Tropicality: Revisited
hrsg. v. Avianti Armand, Setiadi Sopandi
186 Seiten, IMAJI Publishing
Englisch ISBN: 978-602-9260-27-4

Der Text wurde mit freundlicher Genehmigung des D.A.M. von Stylepark aus den Beiträgen der Ausstellung ausgewählt.