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In der Pariser Galerie Kreo werden derzeit unter dem Titel „Man Machine“ die von Konstantin Grcic entworfenen Möbelobjekte aus Glas gezeigt. Alle Fotos © Sophia Walk, Stylepark
Mittels Kurbeln, Scharnieren, Kolben und pneumatischen Pumpen, die an die Automobilindustrie erinnern, lässt sich die Höhe dieses Tisches der Kollektion „Man Machine“ verstellen.
In der Architektur eines der am häufigsten eingesetzten Materialien, ist Industriefloatglas im Bereich des Objektdesigns eher rar.
Die Glasobjekte werden in der Galerie Kreo auf schlichten horizontalen und vertikalen Holztafeln präsentiert. Hier die Modelle „Table M“ und „Table M Smoke“.
Auch bei dieser Glastruhe erinnern die technischen Elemente an die Automobilindustrie.
Vom Gehsteig der Rue Dauphine aus durchquert man einen kleinen Innenhof, um zur Galerie Kreo zu gelangen.
Grcics gläserne Maschinen
von Sophia Walk
28. Februar 2014
Das Trottoir der Rue Dauphine im 6. Pariser Arrondissement ist schmal. Eines der Schaufenster, an denen man vorbeikommt, mutet an wie die Auslage eines Möbelladens. Auf der Fensterscheibe des Gebäudes mit der Hausnummer 31 aber steht in schwarzen Buchstaben „Galerie Kreo“. Die Möbelkollektion, die Konstantin Grcic hier präsentiert, besteht aus neun Teilen: einem Stuhl, vier Tischen unterschiedlicher Größe, einem Regal, einer Vitrine und zwei Truhen. Und sie ist eine Überraschung, verwendet Grcic für seine neuesten Entwürfe doch ausschließlich ein Material: Glas.

In der zeitgenössischen Architektur das am häufigsten eingesetzte Baumaterial, liegt es nicht eben nahe, Industriefloatglas in der Möbelherstellung einzusetzen. Im zeitgenössischen Design wurde es bislang jedenfalls eher selten eingesetzt.­ Für einen Industriedesigner wie Konstantin Grcic aber, der die Herausforderung schätzt und immer wieder mit neuen Materialien experimentiert hat, muss das Arbeiten mit Floatglas eine spannende Aufgabe gewesen sein. Beim Betreten der Galerie fallen einem die Möbelstücke direkt ins Auge. Ihre Klarheit ist frappierend.

Für die Glas-Kollektion arbeitete Grcic mit einer 1829 in Frankfurt am Main gegründeten Glasbau-Werkstatt zusammen. Die Nähe des Designs sowohl zur industriellen als auch zur handwerklichen Produktionsweise ist Teil seines Schaffensprozesses. Doch Grcic überrascht nicht allein mit der Wahl des Materials. Das Besondere an den neun Objekten ist, dass sie in sich beweglich sind. Wie das möglich ist? Mittels Kolben, pneumatischen Pumpen, Scharnieren und Kurbeln lassen sich die Komponenten eines jeden Möbelstücks – je nachdem, wie sie genutzt werden sollen – in ihrer Position verändern. Elemente aus schwarzem Silikon sorgen dabei für eine stabile Verbindung und machen es möglich, dass sich die Glasteile bewegen und gegeneinander verschieben lassen. Zugleich prägen sie das Erscheinungsbild der filigranen, luftig-leicht wirkenden Gebilde. Es sind diese Elemente, die den transparenten gläsernen Objekten einen technischen Charakter verleihen, sie gleichsam als Ingenieurkonstrukte aus dem Geist industrieller Produktion wirken lassen. Man ist geneigt zu sagen: Typisch Grcic.

Der Tisch „M“ etwa kann in der Höhe verstellt und je nach dem, wozu er genutzt werden soll, den Bedürfnissen angepasst werden. Im Fall des Stuhls ist es die Sitzposition, die, will man lesen oder ruhen, entsprechend justiert werden kann. Im Regal sind es rechteckige Holzelemente, die sich verschieben und als Buchstützen einsetzen lassen. Und die Deckel der Truhen, die aufgrund ihrer Transparenz nichts verbergen, können – fast schon konventionell – geöffnet und geschlossen werden. Womit der maschinelle Aspekt, ja das Maschinenhafte dieser Möbelkollektion deutlich wird. Was Konstantin Grcic auch dadurch kommentiert, dass er den Namen der Kollektion – „Man Machine“ – dem gleichnamigen Titel des 1978 erschienen Albums der legendären Band „Kraftwerk“ entlehnt hat. Hart, kristallklar, variabel, in Struktur und Funktion vollkommen durchsichtig – Möbel und Musik teilen viele Eigenschaften. Allerdings nur dann, wenn sie von Grcic und Kraftwerk stammen. Kein Wunder, dass beide nicht eben dazu neigen, es sich bequem zu machen.

Konstantin Grcic "Man Machine"
Galerie kreo
31, rue Dauphine
75006 Paris
bis 17. Mai

www.galeriekreo.fr
News & Stories › 2014 › Februar
Grcics gläserne Maschinen
von Sophia Walk | 28. Februar 2014
„Man Machine“ heißt die neueste Möbelkollektion von Konstantin Grcic. Präsentiert wird sie in der Galerie Kreo in Paris. Das Außergewöhnliche daran ist: Die Möbel sind aus Glas und in sich beweglich.
Das Trottoir der Rue Dauphine im 6. Pariser Arrondissement ist schmal. Eines der Schaufenster, an denen man vorbeikommt, mutet an wie die Auslage eines Möbelladens. Auf der Fensterscheibe des Gebäudes mit der Hausnummer 31 aber steht in schwarzen Buchstaben „Galerie Kreo“. Die Möbelkollektion, die Konstantin Grcic hier präsentiert, besteht aus neun Teilen: einem Stuhl, vier Tischen unterschiedlicher Größe, einem Regal, einer Vitrine und zwei Truhen. Und sie ist eine Überraschung, verwendet Grcic für seine neuesten Entwürfe doch ausschließlich ein Material: Glas.

In der zeitgenössischen Architektur das am häufigsten eingesetzte Baumaterial, liegt es nicht eben nahe, Industriefloatglas in der Möbelherstellung einzusetzen. Im zeitgenössischen Design wurde es bislang jedenfalls eher selten eingesetzt.­ Für einen Industriedesigner wie Konstantin Grcic aber, der die Herausforderung schätzt und immer wieder mit neuen Materialien experimentiert hat, muss das Arbeiten mit Floatglas eine spannende Aufgabe gewesen sein. Beim Betreten der Galerie fallen einem die Möbelstücke direkt ins Auge. Ihre Klarheit ist frappierend.

Für die Glas-Kollektion arbeitete Grcic mit einer 1829 in Frankfurt am Main gegründeten Glasbau-Werkstatt zusammen. Die Nähe des Designs sowohl zur industriellen als auch zur handwerklichen Produktionsweise ist Teil seines Schaffensprozesses. Doch Grcic überrascht nicht allein mit der Wahl des Materials. Das Besondere an den neun Objekten ist, dass sie in sich beweglich sind. Wie das möglich ist? Mittels Kolben, pneumatischen Pumpen, Scharnieren und Kurbeln lassen sich die Komponenten eines jeden Möbelstücks – je nachdem, wie sie genutzt werden sollen – in ihrer Position verändern. Elemente aus schwarzem Silikon sorgen dabei für eine stabile Verbindung und machen es möglich, dass sich die Glasteile bewegen und gegeneinander verschieben lassen. Zugleich prägen sie das Erscheinungsbild der filigranen, luftig-leicht wirkenden Gebilde. Es sind diese Elemente, die den transparenten gläsernen Objekten einen technischen Charakter verleihen, sie gleichsam als Ingenieurkonstrukte aus dem Geist industrieller Produktion wirken lassen. Man ist geneigt zu sagen: Typisch Grcic.

Der Tisch „M“ etwa kann in der Höhe verstellt und je nach dem, wozu er genutzt werden soll, den Bedürfnissen angepasst werden. Im Fall des Stuhls ist es die Sitzposition, die, will man lesen oder ruhen, entsprechend justiert werden kann. Im Regal sind es rechteckige Holzelemente, die sich verschieben und als Buchstützen einsetzen lassen. Und die Deckel der Truhen, die aufgrund ihrer Transparenz nichts verbergen, können – fast schon konventionell – geöffnet und geschlossen werden. Womit der maschinelle Aspekt, ja das Maschinenhafte dieser Möbelkollektion deutlich wird. Was Konstantin Grcic auch dadurch kommentiert, dass er den Namen der Kollektion – „Man Machine“ – dem gleichnamigen Titel des 1978 erschienen Albums der legendären Band „Kraftwerk“ entlehnt hat. Hart, kristallklar, variabel, in Struktur und Funktion vollkommen durchsichtig – Möbel und Musik teilen viele Eigenschaften. Allerdings nur dann, wenn sie von Grcic und Kraftwerk stammen. Kein Wunder, dass beide nicht eben dazu neigen, es sich bequem zu machen.

Konstantin Grcic "Man Machine"
Galerie kreo
31, rue Dauphine
75006 Paris
bis 17. Mai

www.galeriekreo.fr