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Kampf der Dinge
von Daniel von Bernstorff | 28. Juni 2007

Nach langjähriger öffentlicher Abwesenheit eröffnet das Werkbundarchiv - Museum der Dinge das erste Mal als Museum mit einer ständigen Sammlung am 28. Juni 2007 am neuen Standort in Berlin-Kreuzberg. Diese Wieder- oder besser Neueröffnung mit der Ausstellung "Kampf der Dinge" steht ganz im Zeichen des Kerngeschäfts der Institution: Der Deutsche Werkbund.

Im Jahr 2007 wird die in München gegründete Vereinigung von Kunst und Industrie hundert Jahre alt. Das Werkbundarchiv - Museum der Dinge nimmt als kritischer "Erbeverwalter" das Jubiläum zum Anlass, um im Rahmen seines Eröffnungsprojekts den Blick auf die im Kontext der Produkt- und Sachkultur des 20. Jahrhunderts sichtbar gewordene Programmatik dieser Reformbewegung zu werfen. Die Zielsetzungen des Werkbunds werden vor dem Hintergrund der heutigen Produktkultur auf ihre Zukunftstauglichkeit geprüft.

Der Werkbund hat als Teil der utopischen Kulturtendenzen zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine Lebensreform angestrebt. Durch eine reformierte, modern-sachliche Gestaltung von industriell gefertigten Produkten, von Architektur und Lebensraum sollte der zunehmenden Entfremdung entgegengewirkt und ein neuer Verständigungszusammenhang zwischen Entwerfer, Produzent, Verkäufer und Verbraucher über die Etablierung ethisch fundierter Werte wie Qualität, Materialgerechtigkeit, Ehrlichkeit, Funktionalität, Nützlichkeit und Nachhaltigkeit geschaffen werden.

Die verschiedenen Strategien innerhalb des Werkbund liefen darauf hinaus, das Bild einer Einheit stiftenden Kultur aufrechtzuerhalten.

Letztendlich hat der Werkbund versucht, eine Übereinstimmung von Gebrauchswert und Tauschwert von Produkten zu erreichen, vor allem über den Weg der aus der Technik abgeleiteten Funktionalität und Sachlichkeit der Dinge. Er wollte die Dinge als stumme Diener und nicht als verführende, das Leben dominierende und eigenmächtige Warenfetische.

Für die Eröffnungsausstellung ausgewählt wurden die Objektbereiche, die geeignet sind, zum einen die Grundlagen der historischen Werkbundarbeit zu vermitteln und zum anderen die zeitgenössische Produktkultur vor diesem thematischen Hintergrund zu reflektieren.

Werkbundarchiv-Museum der Dinge
Oranienstr.25
10999 Berlin

www.museumderdinge.de

News & Stories › 2007 › Juni
Kampf der Dinge
von Daniel von Bernstorff | 28. Juni 2007
In Berlin eröffnet heute das Werkbundarchiv - Museum der Dinge an neuem Standort.
Nach langjähriger öffentlicher Abwesenheit eröffnet das Werkbundarchiv - Museum der Dinge das erste Mal als Museum mit einer ständigen Sammlung am 28. Juni 2007 am neuen Standort in Berlin-Kreuzberg. Diese Wieder- oder besser Neueröffnung mit der Ausstellung "Kampf der Dinge" steht ganz im Zeichen des Kerngeschäfts der Institution: Der Deutsche Werkbund.

Im Jahr 2007 wird die in München gegründete Vereinigung von Kunst und Industrie hundert Jahre alt. Das Werkbundarchiv - Museum der Dinge nimmt als kritischer "Erbeverwalter" das Jubiläum zum Anlass, um im Rahmen seines Eröffnungsprojekts den Blick auf die im Kontext der Produkt- und Sachkultur des 20. Jahrhunderts sichtbar gewordene Programmatik dieser Reformbewegung zu werfen. Die Zielsetzungen des Werkbunds werden vor dem Hintergrund der heutigen Produktkultur auf ihre Zukunftstauglichkeit geprüft.

Der Werkbund hat als Teil der utopischen Kulturtendenzen zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine Lebensreform angestrebt. Durch eine reformierte, modern-sachliche Gestaltung von industriell gefertigten Produkten, von Architektur und Lebensraum sollte der zunehmenden Entfremdung entgegengewirkt und ein neuer Verständigungszusammenhang zwischen Entwerfer, Produzent, Verkäufer und Verbraucher über die Etablierung ethisch fundierter Werte wie Qualität, Materialgerechtigkeit, Ehrlichkeit, Funktionalität, Nützlichkeit und Nachhaltigkeit geschaffen werden.

Die verschiedenen Strategien innerhalb des Werkbund liefen darauf hinaus, das Bild einer Einheit stiftenden Kultur aufrechtzuerhalten.

Letztendlich hat der Werkbund versucht, eine Übereinstimmung von Gebrauchswert und Tauschwert von Produkten zu erreichen, vor allem über den Weg der aus der Technik abgeleiteten Funktionalität und Sachlichkeit der Dinge. Er wollte die Dinge als stumme Diener und nicht als verführende, das Leben dominierende und eigenmächtige Warenfetische.

Für die Eröffnungsausstellung ausgewählt wurden die Objektbereiche, die geeignet sind, zum einen die Grundlagen der historischen Werkbundarbeit zu vermitteln und zum anderen die zeitgenössische Produktkultur vor diesem thematischen Hintergrund zu reflektieren.

Werkbundarchiv-Museum der Dinge
Oranienstr.25
10999 Berlin

www.museumderdinge.de