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Lina Bo Bardis eigenes Wohnhaus ist noch ganz von der europäischen Moderne geprägt, ist aber zugleich in die brasilianische Natur integriert. Foto © Ioana Marinescu
Lebendig, spontan, brasilianisch
von Ralf Wollheim
30. Juni 2014
Selbst ein Trikot für den „futebol“ hat Lina Bo Bardi entworfen, aber bei einer Fußball-WM wurde es noch nie getragen. Als Architektin, Zeichnerin, Bühnenausstatterin und Möbeldesignerin war sie ein Multitalent. Problemlos wusste sie zwischen verschiedenen Bereichen zu wechseln, wobei sie keinen Unterschied zwischen Hoch- und Populärkultur machte. Ganz im Gegenteil: Die ursprüngliche brasilianische Kultur wurde ihr als Einwanderin aus Italien immer wichtiger und im Laufe der Zeit zur Inspiration für ihre zahlreichen Projekte.

Die Ausstellung „Lina Bo Bardi: Together“ im Deutschen Architektur Zentrum (DAZ) in Berlin konzentriert sich vor allem auf drei gebaute Projekte. Ihr eigenes Wohnhaus wird in einem kurzen Film von Tapio Snellmans und in Fotografien von Ioana Marinscu vorgestellt. Zu entdecken ist das „Glass House“ von 1951 in São Paulo, das noch ganz der europäischen, weißen Moderne verpflichtet ist. Allerdings versucht der Entwurf, die üppige tropische Vegetation auf spektakuläre Weise in den Bau einzubeziehen. Dafür wurde das Haus über einem Hang – beinahe schwebend – auf schlanke Stützen gestellt und um einen grünen, mit Bäumen bepflanzten Bereich herum gebaut. Die exotischen Pflanzen verraten zwar den Standort, das Haus aber entspricht weitgehend den Standards einer internationalen Moderne, wie sie in Brasilien bevorzugt in Rio de Janeiro gepflegt wurde.

Als Immigrantin aus Italien, die einige Jahre bei Gio Ponti gearbeitet hatte, bringen die 1914 in Rom geborene Achillina Bo und ihr Ehemann Pietro Maria Bardi 1946 eine europäisch geprägte Architektur- und Kunstauffassung nach São Paulo. Aber bereits in der Einrichtung ihres Hauses mit sehr eigenwilligen Möbeln, einer kunterbunten Sammlung von historischen Kleinskulpturen aus Europa und Asien sowie folkloristischen Objekten, zeigen sich Neugier und Offenheit der Architektin. Hier folgt die Ausstellung einem sehr privaten Ansatz. Neben Tapio Snellmans Filmen vermitteln die Beiträge der Künstlerin Madelon Vriesendorp einen ungewöhnlichen Blick auf Bo Bardis Werk. Zudem sind die Ergebnisse eines Workshops mit Kindern und andere Objekte der brasilianischen Populärkultur in den zahlreichen Holzschaukästen zu sehen. Auch hier gibt es keine Hierarchien. Artefakte brasilianischer Kunsthandwerker stehen neben Figuren aus Pappmaché, und kleine bunte Vögel bevölkern den Rest der Ausstellung. Der lebendige Eindruck wird verstärkt durch verschiedene Filmprojektionen, die Bo Bardis Bauten in der Nutzung zeigen. Da spielen alte Männer Schach, tanzen Paare und spielen Kinder im Regen.

Das Freizeitzentrum SESC Pompéia wird nicht als leerer Raum, nicht als reine Architektur vorgestellt, sondern so wie es heute noch genutzt wird. Bo Bardi vermied den Ausdruck Kulturzentrum, das klang ihr zu didaktisch. Während der 1977 beginnenden Planungsphase arbeitete sie vor Ort und versuchte herauszufinden, was die Bewohner eigentlich benötigen. So entstand 1982 in einer alten Fabrik, die sie spektakulär umbaute, schließlich eine Mischung aus Sporthalle, Theaterraum, Bibliothek und Freizeitzentrum. Unregelmäßig geformte Fenster durchbrechen den massiven Stahlbeton des alten Gebäudes aus den 1920er Jahren, das durch mehrere Brücken mit zwei Türmen mit den notwendigen Nebenräumen verbunden ist. Die Verbindungsgänge überspannen einen Fluss, der direkt an der Fabrik vorbeiführt. Die dramatische Geste hat also einen guten Grund.

Auch ein weiteres Gebäude Bo Bardis ist durch seine öffentliche Nutzung und seine große Akzeptanz in der Bevölkerung geprägt. Das Kunstmuseum MASP in São Paulo fällt zuerst durch seine wuchtige Konstruktion auf. Ein Teil des Museums ist in einen Hang eingegraben, Ausstellungs- und Nebenräume wurden zum Teil unterirdisch untergebracht, sodass das Dach des Sockels als Aussichtsplattform genutzt werden kann. Ein anderer Teil des Museums mit großzügig verglasten Ausstellungsräumen hängt an zwei roten Betonbügeln und bildet über einem 70 Meter breiten Platz ein schattenspendendes Dach. Bo Bardi hat diesen Platz an einer stark befahrenen Hauptstraße gelegenen Platz von Anfang an als Ruhepunkt verstanden und Aktivitäten für diesen Luftraum eingeplant. Noch heute ist es einer der wenigen öffentlich genutzten Plätze in der Stadt und dient häufig, wie gerne betont wird, als spontaner Treffpunkt auch für Demonstrationen. So zeigt die Ausstellung Lina Bo Bardi als eine Architektin des sozialen Lebens und vermittelt durch die ungewöhnliche Präsentation brasilianische Lebensfreude, was ganz im Sinne der Künstlerin sein dürfte.

Während die Ausstellung einen persönlichen Bezug zur Architektin herstellt, beschreibt Margaret Becker in ihrem Buch „Der Raum des Öffentlichen“ eine ganze Generation von Architekten, die in São Paulo erstaunliche Bauten hervorgebracht hat. Sie bilden die so genannte „Escola Paulista“, die Schule von São Paulo. Damit grenzen sie sich von Rio de Janeiro und der dort populären internationalen Moderne ab, vor allem natürlich von Oscar Niemeyer, dem omnipräsenten Vertreter einer eher verspielten und exklusiven Architektur. Ganz anders dagegen die Bauten in São Paulo, die mit eher rohen Materialien und großen Gesten Räume für eine soziale Gemeinschaft entwerfen. Die riesigen Betonkonstruktionen sehen von außen oft abweisend aus, schützen aber dadurch vor dem heißen Sonnenlicht und beherbergen im Inneren eine erstaunlich offene Struktur. Die Architekturfakultät FAU USP in São Paulo, 1968 nach Plänen von Vilanova Artigas erbaut, ist das beste Beispiel dafür. Tief heruntergezogene Betonwände werden von X-förmigen Stützen getragen und lassen den Baukörper schwer und massiv erscheinen. In seinem Inneren jedoch gibt sich der Betonkubus erstaunlich hell und offen. Unter dem schützenden Dach gibt es nur einen offenen Eingangsbereich, schwellenlos gelangt man so direkt in die riesige Atriumhalle, die für Lehrveranstaltungen, Ausstellungen oder Feste genutzt wird. Rampen erschließen die verschiedenen Ebenen und sind zugleich Orte der Kommunikation.

Ähnliche Ansätze findet man bei Paulo Mendes da Rochas Projekt für die Weltausstellung 1970 in Osaka. Eine riesige Dachkonstruktion scheint auf der hügeligen Landschaft aufzuliegen und bietet einen fließenden Übergang zu den für Veranstaltungen und Präsentationen vorbehaltenen Flächen. Für ein Museum für brasilianische Skulptur oder ein Kulturzentrum für den Industrieverband des Bundesstaates São Paulo FIESP, findet Mendes da Rocha ähnlich große umfassende Konstruktionen. Auch Fábio Penteado oder MMBB Arquitetos gehören zu der „Escola Paulista“ und sind lohnende Entdeckungen. Lina Bo Bardi hat dabei eine Außenseiterposition behauptet. Ihre Bauten entsprechen zwar dem Geist der „Schule“, doch war sie zu vielseitig interessiert an Kunst und Kultur Brasiliens, um als reine Architektin zu gelten. Die Ausstellung im DAZ vermittelt dies auf anschauliche Weise.

Lina Bo Bardi: Together
Deutsches Architektur Zentrum, Berlin (DAZ)
bis 17. August 2014
www.daz.de


Der Raum des Öffentlichen
Die Escola Paulista und der Brutalismus in Brasilien
Margret Becker
Hardcover, 279 Seiten, deutsch
Reimer Verlag, Berlin, 2012
49,00 Euro
www.reimer-mann-verlag.de

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Viva Lina! Eine Italienerin in Brasilien: Enttäuscht von der politischen Entwicklung in ihrer Heimat, kehrte Lina Bo Bardi Italien nach dem Zweiten Weltkrieg den Rücken.
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Foto © Copyright Instituto Bo Bardi
Jede Menge skurrile Objekte und Filmprojektionen prägen diese ungewöhnliche Architekturausstellung. Foto © Ioana Marinescu
Aus einer ehemaligen Fabrik wurde ein Freizeitzentrum. Heutzutage würde man die Entstehungsgeschichte als Partizipationsprozess bezeichnen. Filmstill © Tapio Snellman
Die Konstruktion des Kunstmuseums in São Paulo ist spektakulär. Der unter dem Gebäude liegende Platz bietet einen schattigen Ort. Filmstill © Tapio Snellman
Das Buch „Der Raum des Öffentlichen - Die Escola Paulista und der Brutalismus in Brasilien" von Margret Becker, gewährt einen faszinierenden Einblick in ein noch immer wenig bekanntes Kapitel der brasilianischen Architekturgeschichte. Foto © Reimer Verlag
Im Geiste der „Esola Paulista": Das Kulturzentrum für den Industrieverband des Bundesstaates São Paulo FIESP des Architekten Paulo Mendes da Rocha. Foto © flickr – connectionconsulting
Die Ausstellung vermittelt in zahlreichen Vitrinen Lina Bo Bardis Freude am Leben und ihre Liebe zur brasilianischen Kultur. Foto © Schnepp Renou
Das Atrium der Architekturfakultät in São Paulo des Architekten Vilanova Artigas ist nach allen Seiten offen und wird für Lehrveranstaltungen und Ausstellungen genutzt. Foto © Margret Becker
Der Bowl Chair, den Bo Bardi für eigenes Haus entworfen hat, wird heute von Arper in einer limitierten Auflage hergestellt. Foto © Philip Heckhausen
Architektur › 2014 › Juni
Lebendig, spontan, brasilianisch
von Ralf Wollheim | 30. Juni 2014
Die Ausstellung „Lina Bo Bardi: Together“ im Deutschen Architektur Zentrum DAZ in Berlin widmet sich einer leidenschaftlichen Verfechterin sozialen Bauens in Brasilien, die innerhalb der „Escola Paulista“ jedoch eine Außenseiterin geblieben ist.
Selbst ein Trikot für den „futebol“ hat Lina Bo Bardi entworfen, aber bei einer Fußball-WM wurde es noch nie getragen. Als Architektin, Zeichnerin, Bühnenausstatterin und Möbeldesignerin war sie ein Multitalent. Problemlos wusste sie zwischen verschiedenen Bereichen zu wechseln, wobei sie keinen Unterschied zwischen Hoch- und Populärkultur machte. Ganz im Gegenteil: Die ursprüngliche brasilianische Kultur wurde ihr als Einwanderin aus Italien immer wichtiger und im Laufe der Zeit zur Inspiration für ihre zahlreichen Projekte.

Die Ausstellung „Lina Bo Bardi: Together“ im Deutschen Architektur Zentrum (DAZ) in Berlin konzentriert sich vor allem auf drei gebaute Projekte. Ihr eigenes Wohnhaus wird in einem kurzen Film von Tapio Snellmans und in Fotografien von Ioana Marinscu vorgestellt. Zu entdecken ist das „Glass House“ von 1951 in São Paulo, das noch ganz der europäischen, weißen Moderne verpflichtet ist. Allerdings versucht der Entwurf, die üppige tropische Vegetation auf spektakuläre Weise in den Bau einzubeziehen. Dafür wurde das Haus über einem Hang – beinahe schwebend – auf schlanke Stützen gestellt und um einen grünen, mit Bäumen bepflanzten Bereich herum gebaut. Die exotischen Pflanzen verraten zwar den Standort, das Haus aber entspricht weitgehend den Standards einer internationalen Moderne, wie sie in Brasilien bevorzugt in Rio de Janeiro gepflegt wurde.

Als Immigrantin aus Italien, die einige Jahre bei Gio Ponti gearbeitet hatte, bringen die 1914 in Rom geborene Achillina Bo und ihr Ehemann Pietro Maria Bardi 1946 eine europäisch geprägte Architektur- und Kunstauffassung nach São Paulo. Aber bereits in der Einrichtung ihres Hauses mit sehr eigenwilligen Möbeln, einer kunterbunten Sammlung von historischen Kleinskulpturen aus Europa und Asien sowie folkloristischen Objekten, zeigen sich Neugier und Offenheit der Architektin. Hier folgt die Ausstellung einem sehr privaten Ansatz. Neben Tapio Snellmans Filmen vermitteln die Beiträge der Künstlerin Madelon Vriesendorp einen ungewöhnlichen Blick auf Bo Bardis Werk. Zudem sind die Ergebnisse eines Workshops mit Kindern und andere Objekte der brasilianischen Populärkultur in den zahlreichen Holzschaukästen zu sehen. Auch hier gibt es keine Hierarchien. Artefakte brasilianischer Kunsthandwerker stehen neben Figuren aus Pappmaché, und kleine bunte Vögel bevölkern den Rest der Ausstellung. Der lebendige Eindruck wird verstärkt durch verschiedene Filmprojektionen, die Bo Bardis Bauten in der Nutzung zeigen. Da spielen alte Männer Schach, tanzen Paare und spielen Kinder im Regen.

Das Freizeitzentrum SESC Pompéia wird nicht als leerer Raum, nicht als reine Architektur vorgestellt, sondern so wie es heute noch genutzt wird. Bo Bardi vermied den Ausdruck Kulturzentrum, das klang ihr zu didaktisch. Während der 1977 beginnenden Planungsphase arbeitete sie vor Ort und versuchte herauszufinden, was die Bewohner eigentlich benötigen. So entstand 1982 in einer alten Fabrik, die sie spektakulär umbaute, schließlich eine Mischung aus Sporthalle, Theaterraum, Bibliothek und Freizeitzentrum. Unregelmäßig geformte Fenster durchbrechen den massiven Stahlbeton des alten Gebäudes aus den 1920er Jahren, das durch mehrere Brücken mit zwei Türmen mit den notwendigen Nebenräumen verbunden ist. Die Verbindungsgänge überspannen einen Fluss, der direkt an der Fabrik vorbeiführt. Die dramatische Geste hat also einen guten Grund.

Auch ein weiteres Gebäude Bo Bardis ist durch seine öffentliche Nutzung und seine große Akzeptanz in der Bevölkerung geprägt. Das Kunstmuseum MASP in São Paulo fällt zuerst durch seine wuchtige Konstruktion auf. Ein Teil des Museums ist in einen Hang eingegraben, Ausstellungs- und Nebenräume wurden zum Teil unterirdisch untergebracht, sodass das Dach des Sockels als Aussichtsplattform genutzt werden kann. Ein anderer Teil des Museums mit großzügig verglasten Ausstellungsräumen hängt an zwei roten Betonbügeln und bildet über einem 70 Meter breiten Platz ein schattenspendendes Dach. Bo Bardi hat diesen Platz an einer stark befahrenen Hauptstraße gelegenen Platz von Anfang an als Ruhepunkt verstanden und Aktivitäten für diesen Luftraum eingeplant. Noch heute ist es einer der wenigen öffentlich genutzten Plätze in der Stadt und dient häufig, wie gerne betont wird, als spontaner Treffpunkt auch für Demonstrationen. So zeigt die Ausstellung Lina Bo Bardi als eine Architektin des sozialen Lebens und vermittelt durch die ungewöhnliche Präsentation brasilianische Lebensfreude, was ganz im Sinne der Künstlerin sein dürfte.

Während die Ausstellung einen persönlichen Bezug zur Architektin herstellt, beschreibt Margaret Becker in ihrem Buch „Der Raum des Öffentlichen“ eine ganze Generation von Architekten, die in São Paulo erstaunliche Bauten hervorgebracht hat. Sie bilden die so genannte „Escola Paulista“, die Schule von São Paulo. Damit grenzen sie sich von Rio de Janeiro und der dort populären internationalen Moderne ab, vor allem natürlich von Oscar Niemeyer, dem omnipräsenten Vertreter einer eher verspielten und exklusiven Architektur. Ganz anders dagegen die Bauten in São Paulo, die mit eher rohen Materialien und großen Gesten Räume für eine soziale Gemeinschaft entwerfen. Die riesigen Betonkonstruktionen sehen von außen oft abweisend aus, schützen aber dadurch vor dem heißen Sonnenlicht und beherbergen im Inneren eine erstaunlich offene Struktur. Die Architekturfakultät FAU USP in São Paulo, 1968 nach Plänen von Vilanova Artigas erbaut, ist das beste Beispiel dafür. Tief heruntergezogene Betonwände werden von X-förmigen Stützen getragen und lassen den Baukörper schwer und massiv erscheinen. In seinem Inneren jedoch gibt sich der Betonkubus erstaunlich hell und offen. Unter dem schützenden Dach gibt es nur einen offenen Eingangsbereich, schwellenlos gelangt man so direkt in die riesige Atriumhalle, die für Lehrveranstaltungen, Ausstellungen oder Feste genutzt wird. Rampen erschließen die verschiedenen Ebenen und sind zugleich Orte der Kommunikation.

Ähnliche Ansätze findet man bei Paulo Mendes da Rochas Projekt für die Weltausstellung 1970 in Osaka. Eine riesige Dachkonstruktion scheint auf der hügeligen Landschaft aufzuliegen und bietet einen fließenden Übergang zu den für Veranstaltungen und Präsentationen vorbehaltenen Flächen. Für ein Museum für brasilianische Skulptur oder ein Kulturzentrum für den Industrieverband des Bundesstaates São Paulo FIESP, findet Mendes da Rocha ähnlich große umfassende Konstruktionen. Auch Fábio Penteado oder MMBB Arquitetos gehören zu der „Escola Paulista“ und sind lohnende Entdeckungen. Lina Bo Bardi hat dabei eine Außenseiterposition behauptet. Ihre Bauten entsprechen zwar dem Geist der „Schule“, doch war sie zu vielseitig interessiert an Kunst und Kultur Brasiliens, um als reine Architektin zu gelten. Die Ausstellung im DAZ vermittelt dies auf anschauliche Weise.

Lina Bo Bardi: Together
Deutsches Architektur Zentrum, Berlin (DAZ)
bis 17. August 2014
www.daz.de


Der Raum des Öffentlichen
Die Escola Paulista und der Brutalismus in Brasilien
Margret Becker
Hardcover, 279 Seiten, deutsch
Reimer Verlag, Berlin, 2012
49,00 Euro
www.reimer-mann-verlag.de

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