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Macchina per il caffè:
La Cornuta von Giò Ponti für La Pavoni
20. Juni 2015
Nicht einfach eine mechanische Maschine zur Zubereitung des „caffè“: „La Cornuta“ von Giò Ponti, 1948 für La Pavoni entworfen. Foto © La Pavoni
Was für eine Maschine! Giò Ponti hat seine berühmte Kaffeemaschine „La Cornuta“ 1948 für La Pavoni entworfen. In dieser Skulptur aus glänzendem Metall mit ihrem kraftvollen Profil verbinden sich Mechanik und Energie, Eleganz und Maschinenästhetik auf einem nur selten erreichten gestalterischen Niveau. „La Cornuta“ ist beileibe nicht einfach eine mechanische Maschine zur Zubereitung des typischen italienischen „caffè“. Was Giò Ponti geschaffen hat, ist ein Motor, aus dem konzentrierte Energie in Form von Kaffee fließt.

Giò Ponti, der am Mailänder Polytechnikum Architektur studiert und 1928 die Architektur-, Design- und Kunstzeitschrift „Domus“ gegründet hat, organisierte die Maschine erstmals konsequent horizontal und formte die Zuleitungen zu den Siebträgern bei seiner „Gehörnten“ zu verchromten, aus dem zylindrischen Gehäuse ragenden Hörnern.

Die Futuristen hatten zu Beginn des 20. Jahrunderts das Neue zu ihrer Religion gemacht und die Maschine zur Lehrmeisterin einer künstlerischen Sensibilität erhoben. Ihr Interesse galt weniger der äußeren Gestalt der Maschine als ihrem Geist. Ihre Teile gehorchen nicht einfach einer bestimmten Funktion und folgen nicht nur einer aus der Wissenschaft übernommenen Regel, sie verkörpern ein ureigenes lyrisches Gesetz. Mit dem Funktionalismus, wie er in Deutschland oder den Vereinigten Staaten gepflegt wurde, hat das wenig gemein. Während sich Schönheit dort allein auf Sachlichkeit reimt, folgen die Italiener ihrem ureigenen Drang nach „bellezza“ und wollen stets eine „bella macchina“ bauen. Bis heute verkörpern italienische Maschinen diese typische Mischung aus Geist, Rhythmus und Innerlichkeit.

Für einen italienischen Ingenieur, der immer auch ein Künstler ist, vollends für einen Architekten und Designer wie Giò Ponti, bedeutet eine Maschine weit mehr als eine Konstruktion, die zu Diensten ist, wenn man sie braucht. So tritt das Gehäuse von „La Cornuta“ denn auch auf als mächtiger Block, in dem unbändige Kräfte verborgen walten und über dem sich, je nach Ausführung, zwei, drei oder vier nicht weniger mächtige „Hörner“ erheben, als handele es sich um an den Motorblock angeflanschte Auspuffkrümmer. Eben „una bella macchina“!

www.gioponti.org

www.lapavoni.it
Ponti organisierte die Maschine erstmals konsequent horizontal. Foto © La Pavoni
Ein mächtiger Block, in dem unbändige Kräfte verborgen walten. Foto © La Pavoni
Und die „Hörner“ vermitteln den Eindruck von an den Motorblock angeflanschten Auspuffkrümmern. Foto © La Pavoni
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News & Stories › 2015 › Juni
Macchina per il caffè:
La Cornuta von Giò Ponti für La Pavoni
von Thomas Wagner | 20. Juni 2015
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde sie von den Futuristen in den Rang einer Gottheit erhoben: la macchina.
Was für eine Maschine! Giò Ponti hat seine berühmte Kaffeemaschine „La Cornuta“ 1948 für La Pavoni entworfen. In dieser Skulptur aus glänzendem Metall mit ihrem kraftvollen Profil verbinden sich Mechanik und Energie, Eleganz und Maschinenästhetik auf einem nur selten erreichten gestalterischen Niveau. „La Cornuta“ ist beileibe nicht einfach eine mechanische Maschine zur Zubereitung des typischen italienischen „caffè“. Was Giò Ponti geschaffen hat, ist ein Motor, aus dem konzentrierte Energie in Form von Kaffee fließt.

Giò Ponti, der am Mailänder Polytechnikum Architektur studiert und 1928 die Architektur-, Design- und Kunstzeitschrift „Domus“ gegründet hat, organisierte die Maschine erstmals konsequent horizontal und formte die Zuleitungen zu den Siebträgern bei seiner „Gehörnten“ zu verchromten, aus dem zylindrischen Gehäuse ragenden Hörnern.

Die Futuristen hatten zu Beginn des 20. Jahrunderts das Neue zu ihrer Religion gemacht und die Maschine zur Lehrmeisterin einer künstlerischen Sensibilität erhoben. Ihr Interesse galt weniger der äußeren Gestalt der Maschine als ihrem Geist. Ihre Teile gehorchen nicht einfach einer bestimmten Funktion und folgen nicht nur einer aus der Wissenschaft übernommenen Regel, sie verkörpern ein ureigenes lyrisches Gesetz. Mit dem Funktionalismus, wie er in Deutschland oder den Vereinigten Staaten gepflegt wurde, hat das wenig gemein. Während sich Schönheit dort allein auf Sachlichkeit reimt, folgen die Italiener ihrem ureigenen Drang nach „bellezza“ und wollen stets eine „bella macchina“ bauen. Bis heute verkörpern italienische Maschinen diese typische Mischung aus Geist, Rhythmus und Innerlichkeit.

Für einen italienischen Ingenieur, der immer auch ein Künstler ist, vollends für einen Architekten und Designer wie Giò Ponti, bedeutet eine Maschine weit mehr als eine Konstruktion, die zu Diensten ist, wenn man sie braucht. So tritt das Gehäuse von „La Cornuta“ denn auch auf als mächtiger Block, in dem unbändige Kräfte verborgen walten und über dem sich, je nach Ausführung, zwei, drei oder vier nicht weniger mächtige „Hörner“ erheben, als handele es sich um an den Motorblock angeflanschte Auspuffkrümmer. Eben „una bella macchina“!

www.gioponti.org

www.lapavoni.it