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MfG, nun kommt die LED
von Silke Gehrmann-Becker | 14. April 2010
"HNO, EKG und AOK
LBS, WKD und IHK
UKW, NDW und Hubert Kah
BTM, BKA, hahahaha
LTU, TNT und IRA
NTV, THW und DPA
H&M, BSB und FDH
SOS, 110 - tatütata
SED, FDJ und KDW
FAZ, BWL und FDP
EDV, IBM und www
HSV, VfB, olé olé
ABC, DAF und OMD
TM3, A&O und AEG
TUI, UVA und UVB"
Die Fantastischen Vier

Als die Fantastischen Vier 1999 ihre Single „MfG - Mit freundlichen Grüßen" auf den Markt brachten, konnte die LED noch nicht überzeugend punkten. Keine Erwähnung im Who-is-Who der Abkürzungen, deren Hitliste die „Licht emittierende Diode" im Jahr 2010 sicherlich mit Abstand anführen würde. Ob Automobil- und Elektroindustrie, Licht- und Leuchtenhersteller, Medizin- und Werbetechnik: Die LED hat sich von einem reinen Anzeigenelement auf kleinstem Raum zu einer eigenständigen, effizienten Beleuchtungsquelle gemausert. Längst zieren LEDs nicht mehr nur Displays und haben Xenon als Leuchtmittel in Scheinwerfern abgelöst, sondern werden auch im Bereich Straßenbeleuchtung und zunehmend in Privathaushalten eingesetzt. Möglich ist dies zum einen durch deren Weiterentwicklung, was die Leuchtstärke der winzigen Lämpchen angeht, zum anderen auch durch das farbige Spektrum des erzeugten Lichts. So konnte seit den Anfängen der LED zu Beginn der 1960er Jahre ihre Lichtausbeute um mehr als das Tausendfache gesteigert werden - von unter 0,1 Lumen/Watt auf nahezu 100 Lumen/Watt. Zum Vergleich: Eine herkömmliche, von der EU bereits auf den Index gesetzte 100 W Glühbirne kommt im Mittelwert auf 15 Lumen/Watt, eine Energiesparlampe auf 60. Kein Wunder also, dass die größte Leuchtreklame der Welt, das Bayer-Kreuz in Leverkusen, statt mit 40 W Glühbirnen seit August 2009 nun dank 1.710 „liquid LEDs", also flüssigkeitsgekühlter LED-Lampen, erstrahlt. Sie überzeugten die Ingenieure der Bayer AG durch ihr großes Energiesparpotenzial, ihre lange Haltbarkeit (rund 40.000 Stunden), ihre Lichtfarbe in der Version warmweiß und die einfache Möglichkeit, sie mittels Bajonettanschluss in die bereits vorhandenen Lampenfassungen zu integrieren. Die Leuchtdioden der liquid LEDs, die vom taiwanesischen Hersteller Liquileds stammen, werden in ihrem mit Weißöl gefüllten Glasballon nicht nur gekühlt, sondern leuchten so auch in einem erweiterten Streuwinkel von 130 Grad - eine wichtige Voraussetzung für den Einsatz in einer von allen Seiten sichtbaren Leuchtreklame.

Da ist es nicht verwunderlich, wenn die LED auf der Light+Building in Frankfurt am Main bei vielen Herstellern auf dem Messestand vertreten ist. Ging es in den vergangenen Jahren vor allem um die Weiterentwicklung der LED-Technologie, insbesondere die „Verfeinerung" des bis dato sehr kalten, bläulich-schimmernde Licht und dessen Reichweite, so steht mit der rasanten Entwicklung der Halbleiterkristalle und ihrer Funktionstiefen nun endlich die Anwendung und Gestaltung von Produkten im Vordergrund.

So gehören LED-Orientierungsleuchten in Steckdosen bei nahezu allen namhaften Herstellern zum Standardprogramm - entsprechend dem jeweiligen Schalterdesign wirft eine ausgelassene Lichtleiste einen indirekten, blendungsfreien Lichtkegel nach unten. Auch können bereits installierte Steckdosen oft problemlos nachgerüstet werden. Einige der LED-Steckdosen verfügen über einen individuell einstellbaren Dämmerungswert, ein integrierter Lichtsensor aktiviert die LED und stellt einen großen Vorteil der stromabhängigen Halbleiter dar, der ein großes Potenzial in sich birgt: LEDs sind als elektronische Bauteile steuerbar.

Osram Opto Semiconductors zeigt in der Festhalle der Frankfurter Messe eine Rauminstallation des Lichtplanungsbüros „LichtKunstLicht", in der hunderte organische LEDs, sogenannte OLEDs, die Hauptrolle spielen: Großflächige Spiegelpanele werden nahezu frei im Raum schweben und Wände sowie Teile der Decke und des Fußbodens bilden. Andreas Schulz von LichtKunstLicht, der federführend für das Projekt verantwortlich ist, erklärt dazu: „Mit der OLED wird der Architektur ein neuer Baustoff geschenkt, der unsere Wahrnehmung von Raum und Licht verändern wird - unser Entwurf ist ein Sneak-Preview in die Zukunft des Lichts".

Mit Spannung wird der Messeauftritt von Erco in Halle 3.0 (Stand A11) erwartet: Angekündigt ist „die umfangreichste Produkteinführung der Firmengeschichte", unter anderem die Präsentation des Deckeneinbauleuchten-Programms „Quintessence", das auf energiesparende LED-Technologie und Wandflutung setzt und so den Sehkomfort optimieren soll.

Auch Santa & Cole zeigen LED-Beleuchtung: Die Außenleuchte „Rama" wurde von Gonzalo Milá für die Zukunftstechnologie adaptiert. Allein die Suche nach LED-Beleuchtung im digitalen Ausstellerverzeichnis der Light+Building ergibt 676 Treffer - und verspricht eine Vielzahl interessanter Produktneuheiten für den Innen- und Außenbereich.


Light+Building 2010
11. April 2010 - 16. April 2010
Messe Frankfurt
Ludwig-Erhard-Anlage 1, Frankfurt am Main
Öffnungszeiten 11. April -15. April 2010: 9 - 18 Uhr; 16. April 2010: 9 -17 Uhr

light-building.messefrankfurt.com
LED throwies, photo: Akimbomidget
Bayer-Kreuz in Leverkusen
LED throwies, photo: c3o
UV LED
Bayer-Kreuz in Leverkusen