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von 2143 Forward End
New York, New York
von Daniel von Bernstorff | 27. Mai 2008
Um es gleich vorweg zu nehmen: Ein Besuch der ICFF in New York ist kein unbedingtes Muss des Design-Enthusiasten. Die Messe, immer etwa einen Monat nach der Mailänder Möbelmesse gelegen, bringt weder Produktneuheiten noch interessante Entwicklungen auf den Markt. Mailand etwas aufgewärmt, wie bei der Präsentation des Myto von Konstantin Grcic für Plank oder dem massiven aber lustlosen Gemeinschaftsauftritt italienischer Firmen, organisiert vom Mailänder Messeveranstalter Cosmit. Man spürt es deutlich, was hier zieht, ist nicht die Messe, sondern die Stadt selbst. New York zeigt sich im Mai von seiner besten Seite, die Showrooms von Bisazza, Sicis, Luceplan, Ingo Maurer, Fritz Hansen und allen anderen laden zum abendlichen Cocktail nach Soho, Murray Moss glänzt in seinem Shop an der Green Street mit museal wirkenden Installationen aus Delfter Porzellan, an jeder Ecke trifft man bekannte und vor allem entspannte Menschen, die dem europäischen Alltagsstress für ein paar Tage entfliehen. Es scheint fast, als nutze die Design-Community New York zum kräftigen Durchatmen nach der Mega-Veranstaltung in Mailand, zum Auftanken neuer Energie. Im New Museum von Sanaa, der sensationellen neu gestalteten griechisch-römischen Abeilung des Metropolitain Museum, der spektakulären Ausstellung von Cai Guo-Quiang im Guggenheim Museum oder bei Olafur Eliasson im MoMa und PS1 – hier verbringt man den Messetag ohne schlechtes Gewissen, hier trifft man sich außerhalb der abgetretenen Design-Pfade und sammelt Inspirationen. Seien wir ehrlich: das ist es, was uns jährlich im Mai in den Big Apple zieht.

Natürlich gibt es auch auf der Messe ein paar Highlights. Die wunderbaren Chandeliers der kanadischen Firma Bocci, der beherzte Auftritt der jungen türkischen Firma Gaia & Gino oder auch der Stuhl der schwedischen Designer Cate & Nelson, der aus verschieden farbigen Stoffschichten besteht, die sich nach Lust und Laune kombinieren lassen.

Erstaunlich die gute Präsenz spanischer (organisiert vom Außenhandelsinstitut ICEX) und skandinavischer Firmen. Deutsche dagegen fehlten fast völlig. Auch das ist eine – eher traurige – Erkenntnis dieser Veranstaltung. Andere Länder sind uns bei gemeinsamen Auftritten bei Designveranstaltungen um Längen voraus.

So bleibt wie jedes Jahr dieses typische New York Gefühl: Viel gesehen und erlebt, viele getroffen…. Und war da nicht noch eine Messe?
Grid Vase von Jaime Hayon für Gaia & Gino
Edra
Chandelier von Bocci
Oz von Cate & Nelson