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Schwedisch leicht
von Daniel von Bernstorff | 15. Februar 2014
The Contradiction of Silence by Bolon
Schon die Ankunft in der schwedischen Metropole hat etwas Beschwingtes und Unbeschwertes. Am Flughafen, der mit den besten skandinavischen Designprodukten ausgestattet ist, treffen wir auf gut gekleidete und lässige Menschen. Im Arlanda-Express, der den Flughafen innerhalb von 20 Minuten mit dem Stadtzentrum verbindet, erwartet uns kostenfreies W-Lan, und das Umsteigen am Hauptbahnhof in den „Pendeltåg“ (eine Art S-Bahn) ist ein Kinderspiel. Ausgeruht und bester Laune betritt man das unweit des Zentrums gelegene Messegelände. Die Freundlichkeit am Empfang ist ebenso legendär wie es die köstlichen Käsebrote im neuen Pressezentrum sind.

In der Eingangshalle erwartet uns die angenehm unspektakuläre und gleichzeitig poetische Installation des dänisch-italienischen Designduos GamFratesi, diesjähriger „Guest of Honour“ bei der Stockholm Furniture Fair.

Die Messe selbst punktet mit Übersichtlichkeit und offenen Standkonzepten. Alle führenden skandinavischen Designlabels sind ebenso vertreten wie internationale Marken, die Qualität von Herstellern und Produkten ist durchgehend hoch. Dabei steht – wie wir es auch schon auf der imm cologne beobachten konnten – weniger ein Feuerwerk an Neuheiten im Mittelpunkt als eine intelligente Weiterentwicklung und Anpassung bestehender Produkte und Kollektionen. Zu sehen unter anderem bei String, wo auf der Basis des klassischen Regalsystems eine Kollektion von Büromöbeln entstanden ist. Oder bei der schwedischen Leuchtenmanufaktur Wästberg, für die Nendo aus seiner bestehenden Kollektion eine neue Serie aus Einrichtungs-Accessoires entworfen hat. Bei Gärsnäs wird die über 100-jährige Tradition des Familienunternehmens geschickt in eine zeitgemäße Designsprache übersetzt.

Überall herrscht eine fröhliche und lockere Stimmung, ob bei den jungen Designern und Schulen im „Greenhouse“, an den Ständen der „jungen skandinavischen Wilden“ Muuto, Gubi, Offecct und Hay, oder bei den Etablierten wie Swedese, Lammhults und Bla Station. Man sieht sich, man trifft sich, man kommuniziert, pflegt Netzwerke und fast nebenbei werden natürlich auch Geschäfte gemacht. Dass dieser Aspekt in Stockholm nicht im Vordergrund steht, macht die Messe neben ihrer Übersichtlichkeit so sympathisch.

Abends setzt sich dieser Eindruck bei den zahlreichen Events der Stockholm Design Week in der Stadt nahtlos fort. Da lädt die holländische Designerin Ineke Hans zum „Meet and Greet“ zu Iittala, feiert Arper in seinem Showroom den „Bowl Chair“ von Lina Bo Bardi und da präsentiert der omnipräsente Luca Nichetto seine neue Kollektion für De La Espada. Ein unbestrittener Höhepunkt ist der Auftritt von Bolon – in diesem Jahr nicht auf der Messe präsent – in der innerstädtischen Snickarbacken. Für die neue Kollektion „Silence“ ist ein wunderbarer Film des Choreographen Alexander Ekman entstanden, der in einer mit dem „Beckmans College of Design“ entworfenen Szenografie zu sehen war. Ein gutes Beispiel für die kreative Auseinandersetzung mit anderen Disziplinen, für die Bolon wie kaum eine andere Firma im Designbereich steht.

So macht Stockholm auch in diesem Jahr seinem Ruf als unbestrittenem Zentrum skandinavischen Designs mit großer Leichtigkeit alle Ehre.
Willkommen in Stockholm! Alle Fotos © Franziska Holzmann
Links: Der Stuhl „Dent Wood“ von O4i für Bla Station – einer der Hingucker der Messe. Rechts: Geknicktes Stahlrohr – gesehen bei Bla Station.
Gubi ist dezeit eine der angesagtesten Brands aus Dänemark.
Die Leuchtenserie w132 von Nendo für Wästberg.
Links: Skandinavische Klassiker bei Carl Hansen. Rechts: Detail bei Carl Hansen.
Links: Prägnante Details bei Gärsnäs – ein Familienunternehmen mit 100 jähriger Tradition. Rechts: Hochwertige Holzarbeiten sind eines der Markenzeichen von Gärsnäs.
Spekakuläre Installation bei Delightfull.
Die finnische Firma Nikari aus der Kunsthandwerk-Hochburg Fiskars arbeitet ausschließlich mit Holz.
Klassiker neu definiert bei Fredericia.
Impressionen beim schwedischen Hersteller Foglia.
Links: Meet and Greet mit ausgewählten Designern im Hinterhof von Iittala. Rechts: Neues vom schwedischen Hersteller String.
Architektonisches Detail am Stockholmer Hauptbahnhof.
Produkte
Blå Station: Straw Table @ Stylepark
Blå Station
Straw Table
osko + deichmann
Carl Hansen & Søn: CH_24 @ Stylepark
Carl Hansen & Søn
CH_24
Hans J. Wegner
String: string® system @ Stylepark
String
string® system
Nisse Strinning
Delightfull: Botti Deckenleuchte @ Stylepark
Delightfull
Botti Deckenleuchte
Blå Station: Dent Wood @ Stylepark
Blå Station
Dent Wood
o4i Design Studio
Gubi: Ronde Pendelleuchte groß @ Stylepark
Gubi
Ronde Pendelleuchte groß
Oliver Schick
Gärsnäs: Neptunus II @ Stylepark
Gärsnäs
Neptunus II
Âke Axelsson
Bolon: Wing 7 @ Stylepark
Bolon
Wing 7
News & Stories › 2014 › Februar
Schwedisch leicht
von Daniel von Bernstorff | 15. Februar 2014
Die Stockholm Furniture Fair hat sich in den letzten Jahren zu einer ernst zu nehmenden Konkurrenz zur imm cologne und zum Salone in Mailand entwickelt – nicht zuletzt aufgrund der zahlreichen Veranstaltungen der parallel stattfindenden Stockholm Design Week.
Schon die Ankunft in der schwedischen Metropole hat etwas Beschwingtes und Unbeschwertes. Am Flughafen, der mit den besten skandinavischen Designprodukten ausgestattet ist, treffen wir auf gut gekleidete und lässige Menschen. Im Arlanda-Express, der den Flughafen innerhalb von 20 Minuten mit dem Stadtzentrum verbindet, erwartet uns kostenfreies W-Lan, und das Umsteigen am Hauptbahnhof in den „Pendeltåg“ (eine Art S-Bahn) ist ein Kinderspiel. Ausgeruht und bester Laune betritt man das unweit des Zentrums gelegene Messegelände. Die Freundlichkeit am Empfang ist ebenso legendär wie es die köstlichen Käsebrote im neuen Pressezentrum sind.

In der Eingangshalle erwartet uns die angenehm unspektakuläre und gleichzeitig poetische Installation des dänisch-italienischen Designduos GamFratesi, diesjähriger „Guest of Honour“ bei der Stockholm Furniture Fair.

Die Messe selbst punktet mit Übersichtlichkeit und offenen Standkonzepten. Alle führenden skandinavischen Designlabels sind ebenso vertreten wie internationale Marken, die Qualität von Herstellern und Produkten ist durchgehend hoch. Dabei steht – wie wir es auch schon auf der imm cologne beobachten konnten – weniger ein Feuerwerk an Neuheiten im Mittelpunkt als eine intelligente Weiterentwicklung und Anpassung bestehender Produkte und Kollektionen. Zu sehen unter anderem bei String, wo auf der Basis des klassischen Regalsystems eine Kollektion von Büromöbeln entstanden ist. Oder bei der schwedischen Leuchtenmanufaktur Wästberg, für die Nendo aus seiner bestehenden Kollektion eine neue Serie aus Einrichtungs-Accessoires entworfen hat. Bei Gärsnäs wird die über 100-jährige Tradition des Familienunternehmens geschickt in eine zeitgemäße Designsprache übersetzt.

Überall herrscht eine fröhliche und lockere Stimmung, ob bei den jungen Designern und Schulen im „Greenhouse“, an den Ständen der „jungen skandinavischen Wilden“ Muuto, Gubi, Offecct und Hay, oder bei den Etablierten wie Swedese, Lammhults und Bla Station. Man sieht sich, man trifft sich, man kommuniziert, pflegt Netzwerke und fast nebenbei werden natürlich auch Geschäfte gemacht. Dass dieser Aspekt in Stockholm nicht im Vordergrund steht, macht die Messe neben ihrer Übersichtlichkeit so sympathisch.

Abends setzt sich dieser Eindruck bei den zahlreichen Events der Stockholm Design Week in der Stadt nahtlos fort. Da lädt die holländische Designerin Ineke Hans zum „Meet and Greet“ zu Iittala, feiert Arper in seinem Showroom den „Bowl Chair“ von Lina Bo Bardi und da präsentiert der omnipräsente Luca Nichetto seine neue Kollektion für De La Espada. Ein unbestrittener Höhepunkt ist der Auftritt von Bolon – in diesem Jahr nicht auf der Messe präsent – in der innerstädtischen Snickarbacken. Für die neue Kollektion „Silence“ ist ein wunderbarer Film des Choreographen Alexander Ekman entstanden, der in einer mit dem „Beckmans College of Design“ entworfenen Szenografie zu sehen war. Ein gutes Beispiel für die kreative Auseinandersetzung mit anderen Disziplinen, für die Bolon wie kaum eine andere Firma im Designbereich steht.

So macht Stockholm auch in diesem Jahr seinem Ruf als unbestrittenem Zentrum skandinavischen Designs mit großer Leichtigkeit alle Ehre.