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von 2139 Forward End
Der Berliner Designer Youyuan Zhao.
Foto © Adam Drobiec, Stylepark
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Spirit

Tanz mit dem Wasser
Im Gespräch: Youyuan Zhao
18. März 2015
Adeline Seidel: Was hat sie zu ihrer Projektidee „Spirit“ inspiriert?

Youyuan Zhao: Für mich gibt es zwei Arten von Wasser: Wasser in der Natur und Wasser in der Stadt. Das Wasser in der Natur ist sehr eigensinnig und unberechenbar. Das Wasser in der Stadt hingegen ist sehr mechanisch und schweigsam. Meist ist es in Rohren verborgen und kaum sichtbar. Ich wollte es lebendig und ansprechbar machen, so dass eine neue Art der Kommunikation zwischen Wasser und Mensch entstehen kann. Mein Entwurf für das „Axor Inspiration Projects“ ist die Konkretisierung dieses Wunsches.

Wie muss ich mir das bei der Installation vorstellen?

Youyuan Zhao: „Spirit“ ist eine Tanzperformance, bei der ein Tänzer mit dem Wasser interagiert, so dass durch die Bewegungen des Tänzers immer wieder andere bewegliche Räume aus Wasser entstehen.

Und wie soll das technisch umgesetzt werden?

Youyuan Zhao: An einer Decke sind Rohre angebracht, durch die Wasser auf den Boden regnet. Im Grunde kann man sie sich als eine Art Pixel vorstellen – nur das die Rohre eben keine Farben abbilden, sondern aus ihnen Wasser in unterschiedlicher Intensität herabfallen kann. Eine Videokamera nimmt die Bewegungen des Tänzers auf und wandelt sie in Grauwerte um. Die Grauwerte werden an einen Motor gesendet, der dann Höhe und Position – und so auch die Menge des fallenden Wassers – bestimmt.

Und warum gerade der Tänzer? Das könnte ja auch einfach jemand sein, der durch die Installation geht …

Youyuan Zhao: Wasser reagiert ja eigentlich nur im physikalischen Sinne. Man muss Wasser schon berühren, um damit in Interaktion zu treten. Das wollte ich ändern, denn für einen Dialog braucht es meiner Meinung nach auch eine gewisse Distanz. Tanzen ist für mich ein Dialog mit dem Raum. Und durch einen Dialog zwischen einem Tänzer und Wasser werden Räume sichtbar, die sonst nur dem aufmerksamen Beobachter aufgefallen wären.

Ein Tänzer interagiert bei "Spirit" mit dem Wasser. Zeichnung © Youyuan Zhao
News & Stories › 2015 › März
Spirit

Tanz mit dem Wasser
18. März 2015
„Spirit“ ist der Titel des Wettbewerbsbeitrages des Designers Youyuan Zhao, bei dem ein Tänzer mit Wasser in einen Dialog treten soll. Adeline Seidel hat mit Youyuan Zhao über seinen Entwurf gesprochen.
Adeline Seidel: Was hat sie zu ihrer Projektidee „Spirit“ inspiriert?

Youyuan Zhao: Für mich gibt es zwei Arten von Wasser: Wasser in der Natur und Wasser in der Stadt. Das Wasser in der Natur ist sehr eigensinnig und unberechenbar. Das Wasser in der Stadt hingegen ist sehr mechanisch und schweigsam. Meist ist es in Rohren verborgen und kaum sichtbar. Ich wollte es lebendig und ansprechbar machen, so dass eine neue Art der Kommunikation zwischen Wasser und Mensch entstehen kann. Mein Entwurf für das „Axor Inspiration Projects“ ist die Konkretisierung dieses Wunsches.

Wie muss ich mir das bei der Installation vorstellen?

Youyuan Zhao: „Spirit“ ist eine Tanzperformance, bei der ein Tänzer mit dem Wasser interagiert, so dass durch die Bewegungen des Tänzers immer wieder andere bewegliche Räume aus Wasser entstehen.

Und wie soll das technisch umgesetzt werden?

Youyuan Zhao: An einer Decke sind Rohre angebracht, durch die Wasser auf den Boden regnet. Im Grunde kann man sie sich als eine Art Pixel vorstellen – nur das die Rohre eben keine Farben abbilden, sondern aus ihnen Wasser in unterschiedlicher Intensität herabfallen kann. Eine Videokamera nimmt die Bewegungen des Tänzers auf und wandelt sie in Grauwerte um. Die Grauwerte werden an einen Motor gesendet, der dann Höhe und Position – und so auch die Menge des fallenden Wassers – bestimmt.

Und warum gerade der Tänzer? Das könnte ja auch einfach jemand sein, der durch die Installation geht …

Youyuan Zhao: Wasser reagiert ja eigentlich nur im physikalischen Sinne. Man muss Wasser schon berühren, um damit in Interaktion zu treten. Das wollte ich ändern, denn für einen Dialog braucht es meiner Meinung nach auch eine gewisse Distanz. Tanzen ist für mich ein Dialog mit dem Raum. Und durch einen Dialog zwischen einem Tänzer und Wasser werden Räume sichtbar, die sonst nur dem aufmerksamen Beobachter aufgefallen wären.