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Und ewig lockt das Licht
von Armin Scharf | 20. März 2014
Keine Zukunftsmusik mehr: Comedd OLEDs weisen jetzt schon eine Betriebsdauer von insgesamt 100.000 Stunden auf. Foto © Fraunhofer COMEDD
Es dürfte vor allem das Licht sein, das die Kreativen und Gestalter vom 30. März bis 4. April 2014 wieder nach Frankfurt locken wird. Obwohl deutlich technischer orientiert als die Euroluce, ihr italienisches Pendant im Rahmen der Salone di Mobile in Mailand, zieht die Light+Building eine Vielzahl designorientierter Aussteller an. Denn in Zeiten der LED ist das Zusammenspiel aus Technik und Design wichtiger denn je: Gerade bei der Gestaltung von LED-Leuchten beeinflussen die neuen technischen Möglichkeiten den konzeptionellen Entwurf.

LED: Nach der Revolution die Evolution

Welche Neuheiten erwarten uns auf der Messe 2014? Die Hersteller halten sich im Vorfeld naturgemäß bedeckt, und die Ankündigungen der Messeveranstalter klingen bereits vertraut: Intelligente Nachhaltigkeit, Smart Powered Building, Mensch und Licht – das lässt weniger Innovationen, als vielmehr eine Weiterführung der großen Themen der letzten Jahre erwarten.

Die Aussteller werden demnach vor allem den aktuellen Stand der LED-Technik präsentieren, die, im Gegensatz zu den konventionellen Leuchtmitteln, noch Raum für wirkliche Innovationen bieten. So werden bei Design Plus, einem Wettbewerb für zukunftsweisende Produktleistungen, vorwiegend Gestaltungsentwürfe mit LED-Technik präsentiert. Die Revolution ist zwar vorbei, aber die Entwicklung geht weiter: Bei den Leuchtenherstellern stehen nun Themen wie Alterungsverhalten, Ersatzmodule und Normierung im Vordergrund.

Die neue Designvielfalt

Nachdem marktführende Hersteller der Lichtbranche ihre Werkzeugkästen schon flächendeckend auf LED umgestellt haben, liegt das Augenmerk jetzt auf neuen Produktideen und einem Design, das mit konventionellen Lichtquellen noch nicht realisierbar war. Miniaturisierte Bauformen, der Einsatz von Kunststoffen, die Integration von Möbeln sowie eine neue Raum- und Fassadengestaltung stehen nun im Fokus. Immer leistungsfähigere Module mit LED-Lichtquellen und Steuerelektronik sind als Halbzeug auch für die Produktion der Manufakturen verfügbar und lassen – ähnlich wie die Niedervolt-Halogentechnik Anfang der 80er Jahre – auf eine Vielzahl neuer, kleiner Anbieter mit originellen Designideen hoffen. Aber auch Besitzer von Designklassikern können wieder durchatmen: Das Angebot an sogenannten Retrofit-LED-Lampen, mit denen sich viele konventionelle Lampen ohne Qualitätseinbußen stromsparend ersetzen lassen, wird stetig vielfältiger.

Auf einer Wellenlänge: Der Mensch und das Licht

Immer mehr ist aber auch die Wirkung des Lichts auf den menschlichen Bioorganismus von Interesse. So kann Licht als physiologisch wirkende Stimulanz eingesetzt werden: Durch Veränderung der Lichtfarbe können LED-Leuchtsysteme die Konzentrationsfähigkeit fördern oder in Räumen ohne Tageslicht den natürlichen Lichtverlauf simulieren - mit hohem Rotanteil frühmorgens und abends sowie höherem Blauanteil vormittags und nachmittags. Je kälter die Lichtfarbe, umso stärker wird das Nervensystem aktiviert, so die bisherigen Erkenntnisse. Das lässt Raum für viele Anwendungsmöglichkeiten, etwa am Arbeitsplatz oder in Kliniken sowie in der Pflege.

Auch marktführende Hersteller wie Zumtobel werden neue Systeme zu diesem Thema präsentieren: „Limbic Lighting“ soll direkt auf unser Stammhirn wirken und positive Emotionen evozieren – so das Versprechen des Herstellers, der in Zusammenarbeit mit der Gruppe Nymphenburg eine Studie präsentiert, die auf Erkenntnissen der Neurowissenschaften basiert. Für den privaten Gebrauch konnte sich der Philips-Konzern gemeinsam mit Apple die Vormachtmachtstellung sichern: Bereits Anfang 2013 stellte er „Hue“ vor, ein Set aus einer iPhone-App, einem Funk-Gateway und drei drahtlos in Helligkeit und Farbe steuerbaren LED-Birnen, sodass die Farbwiedergabe der Raumbeleuchtung individuell und drahtlos geregelt werden kann.

OLED: Wieder kurz vor dem Durchbruch

Die organische Leuchtdiode wurde in den vergangen Jahren auf jeder Messe in Form interessanter Prototypen präsentiert, um danach gleich wieder aus der Wahrnehmungsebene des Besuchers zu entschwinden. Auch im Jahr 2014 werden spektakuläre Ideen vorgestellt, ja sogar einige Anwendungen stehen im Raum. Philips bietet mit dem „Lumiblade-Modul“ ein fünf Millimeter dünnes Orientierungsschild an, das durch die Integrierung von OLEDs ein homogenes Licht auf die Glasplatten abstrahlt. Mit 210 x 105 Millimetern Abmessung reichen die derzeit verfügbaren Produktionsanlagen vollkommen aus – größere OLED-Elemente sind wirtschaftlich noch nicht darstellbar. Erst wenn das Rolle-zu-Rolle-Verfahren stabil ist, dürften auch größere Formate realisierbar und vor allem bezahlbar werden. Das Fraunhofer Institut und Tridonic stellen sich derzeit mit ihrem Verbundprojekt R2flex dieser großen Herausforderung.

Tridonic präsentierte kürzlich auch ein OLED-Element mit einer Effizienz von 50 Lumen je eingesetztem Watt und einer Lichtleistung von 70 Lumen bei einer Fläche von 200 x 50 Millimetern. Zum Vergleich: Eine konventionelle Glühbirne produziert um die 10-15 Lumen pro Watt. Neben der Größe stellt die luftdichte Kapselung der organischen Polymere nach wie vor ein Problem dar: Ist die nicht gewährleistet, sinkt die Lebensdauer rapide. Philips gibt bei seiner Notleuchte immerhin fünf Jahre an.

Auch wenn sich Faktoren wie Lebensdauer, Größe, Lichtleistung und Lichtqualität von Messe zu Messe verbessern, befindet sich die OLED streng genommen nach wie vor im Forschungsstadium, das eine serielle Produktion für den Alltagsgebrauch noch nicht ermöglicht. Doch unabhängig davon: Die OLED ist interessant - Geduld durchaus angebracht. Denn sie gilt mit ihrem Flächenlicht als ideale Ergänzung zur Punktlichtquelle LED - zweifellos werden sich Designer auch von dieser Technologie zu ganz neuen Konzepten inspirieren lassen.
„FastFlex LED-Modul“ - entwickelt für Außen- und Industriebeleuchtungen, besteht aus einer LED-Platine und einer Abdeckung mit optischen Linsen, die etliche Abstrahlcharakteristiken bieten. Foto © Philips
„Match“ besteht aus individuell addierbaren LED-Elementen mit jeweils drei Watt Leistung am Ende der dünnen Alu-Stange, die filigrane, räumlich abgestimmte Lichtskulpturen ermöglichen. Foto © Vibia
Philips präsentiert seine OLED-Entwicklungen unter der Bezeichnung „Lumiblade“. Foto © Philips
Das Lichtregelsystem „HealWell“ wurde in der Hamburger Asklepios Klinik installiert, um den Schlaf-Wach-Rhythmus der Patienten unterstützen. Foto © Philips
Das homogene Flächenlicht ist eine der interessantesten Eigenschaften der OLED, die Philips hier erstmals für dauerbeleuchtete Hinweisschilder nutzt. Foto © Philips
Im Rahmen des Verbundprojektes „R2Flex“, das sich der Rolle-zu-Rolle-Fertigung organischer Bauelemente widmete, entstand dieses Modell einer Tischleuchte mit flexibler OLED-Bestückung. Foto © Tridonic
Produkte
Modular: Oleaf Tischlampe @ Stylepark
Modular
Oleaf Tischlampe
Couvreur.Devos
Modular: Oleaf Deckenleuchte @ Stylepark
Modular
Oleaf Deckenleuchte
Couvreur.Devos
Philips Lumiblade: Lumiblade Glow @ Stylepark
Philips Lumiblade
Lumiblade Glow
Philips Lumiblade: Lumiblade Mr Ed @ Stylepark
Philips Lumiblade
Lumiblade Mr Ed
Established & Sons: Edge @ Stylepark
Established & Sons
Edge
Amanda Levete
Black Body: OLÉ @ Stylepark
Black Body
OLÉ
Bertrand Médas
News & Stories › 2014 › März
Und ewig lockt das Licht
von Armin Scharf | 20. März 2014
Effizienter, hochwertiger und preisgünstiger: Die LED hat sich zum neuen Standard-Leuchtmittel entwickelt und macht neuartiges Design möglich. Die Light+Building 2014 dürfte in dieser Hinsicht so manche Überraschung bieten, während die OLED weiterhin ein Randthema bleibt.
Es dürfte vor allem das Licht sein, das die Kreativen und Gestalter vom 30. März bis 4. April 2014 wieder nach Frankfurt locken wird. Obwohl deutlich technischer orientiert als die Euroluce, ihr italienisches Pendant im Rahmen der Salone di Mobile in Mailand, zieht die Light+Building eine Vielzahl designorientierter Aussteller an. Denn in Zeiten der LED ist das Zusammenspiel aus Technik und Design wichtiger denn je: Gerade bei der Gestaltung von LED-Leuchten beeinflussen die neuen technischen Möglichkeiten den konzeptionellen Entwurf.

LED: Nach der Revolution die Evolution

Welche Neuheiten erwarten uns auf der Messe 2014? Die Hersteller halten sich im Vorfeld naturgemäß bedeckt, und die Ankündigungen der Messeveranstalter klingen bereits vertraut: Intelligente Nachhaltigkeit, Smart Powered Building, Mensch und Licht – das lässt weniger Innovationen, als vielmehr eine Weiterführung der großen Themen der letzten Jahre erwarten.

Die Aussteller werden demnach vor allem den aktuellen Stand der LED-Technik präsentieren, die, im Gegensatz zu den konventionellen Leuchtmitteln, noch Raum für wirkliche Innovationen bieten. So werden bei Design Plus, einem Wettbewerb für zukunftsweisende Produktleistungen, vorwiegend Gestaltungsentwürfe mit LED-Technik präsentiert. Die Revolution ist zwar vorbei, aber die Entwicklung geht weiter: Bei den Leuchtenherstellern stehen nun Themen wie Alterungsverhalten, Ersatzmodule und Normierung im Vordergrund.

Die neue Designvielfalt

Nachdem marktführende Hersteller der Lichtbranche ihre Werkzeugkästen schon flächendeckend auf LED umgestellt haben, liegt das Augenmerk jetzt auf neuen Produktideen und einem Design, das mit konventionellen Lichtquellen noch nicht realisierbar war. Miniaturisierte Bauformen, der Einsatz von Kunststoffen, die Integration von Möbeln sowie eine neue Raum- und Fassadengestaltung stehen nun im Fokus. Immer leistungsfähigere Module mit LED-Lichtquellen und Steuerelektronik sind als Halbzeug auch für die Produktion der Manufakturen verfügbar und lassen – ähnlich wie die Niedervolt-Halogentechnik Anfang der 80er Jahre – auf eine Vielzahl neuer, kleiner Anbieter mit originellen Designideen hoffen. Aber auch Besitzer von Designklassikern können wieder durchatmen: Das Angebot an sogenannten Retrofit-LED-Lampen, mit denen sich viele konventionelle Lampen ohne Qualitätseinbußen stromsparend ersetzen lassen, wird stetig vielfältiger.

Auf einer Wellenlänge: Der Mensch und das Licht

Immer mehr ist aber auch die Wirkung des Lichts auf den menschlichen Bioorganismus von Interesse. So kann Licht als physiologisch wirkende Stimulanz eingesetzt werden: Durch Veränderung der Lichtfarbe können LED-Leuchtsysteme die Konzentrationsfähigkeit fördern oder in Räumen ohne Tageslicht den natürlichen Lichtverlauf simulieren - mit hohem Rotanteil frühmorgens und abends sowie höherem Blauanteil vormittags und nachmittags. Je kälter die Lichtfarbe, umso stärker wird das Nervensystem aktiviert, so die bisherigen Erkenntnisse. Das lässt Raum für viele Anwendungsmöglichkeiten, etwa am Arbeitsplatz oder in Kliniken sowie in der Pflege.

Auch marktführende Hersteller wie Zumtobel werden neue Systeme zu diesem Thema präsentieren: „Limbic Lighting“ soll direkt auf unser Stammhirn wirken und positive Emotionen evozieren – so das Versprechen des Herstellers, der in Zusammenarbeit mit der Gruppe Nymphenburg eine Studie präsentiert, die auf Erkenntnissen der Neurowissenschaften basiert. Für den privaten Gebrauch konnte sich der Philips-Konzern gemeinsam mit Apple die Vormachtmachtstellung sichern: Bereits Anfang 2013 stellte er „Hue“ vor, ein Set aus einer iPhone-App, einem Funk-Gateway und drei drahtlos in Helligkeit und Farbe steuerbaren LED-Birnen, sodass die Farbwiedergabe der Raumbeleuchtung individuell und drahtlos geregelt werden kann.

OLED: Wieder kurz vor dem Durchbruch

Die organische Leuchtdiode wurde in den vergangen Jahren auf jeder Messe in Form interessanter Prototypen präsentiert, um danach gleich wieder aus der Wahrnehmungsebene des Besuchers zu entschwinden. Auch im Jahr 2014 werden spektakuläre Ideen vorgestellt, ja sogar einige Anwendungen stehen im Raum. Philips bietet mit dem „Lumiblade-Modul“ ein fünf Millimeter dünnes Orientierungsschild an, das durch die Integrierung von OLEDs ein homogenes Licht auf die Glasplatten abstrahlt. Mit 210 x 105 Millimetern Abmessung reichen die derzeit verfügbaren Produktionsanlagen vollkommen aus – größere OLED-Elemente sind wirtschaftlich noch nicht darstellbar. Erst wenn das Rolle-zu-Rolle-Verfahren stabil ist, dürften auch größere Formate realisierbar und vor allem bezahlbar werden. Das Fraunhofer Institut und Tridonic stellen sich derzeit mit ihrem Verbundprojekt R2flex dieser großen Herausforderung.

Tridonic präsentierte kürzlich auch ein OLED-Element mit einer Effizienz von 50 Lumen je eingesetztem Watt und einer Lichtleistung von 70 Lumen bei einer Fläche von 200 x 50 Millimetern. Zum Vergleich: Eine konventionelle Glühbirne produziert um die 10-15 Lumen pro Watt. Neben der Größe stellt die luftdichte Kapselung der organischen Polymere nach wie vor ein Problem dar: Ist die nicht gewährleistet, sinkt die Lebensdauer rapide. Philips gibt bei seiner Notleuchte immerhin fünf Jahre an.

Auch wenn sich Faktoren wie Lebensdauer, Größe, Lichtleistung und Lichtqualität von Messe zu Messe verbessern, befindet sich die OLED streng genommen nach wie vor im Forschungsstadium, das eine serielle Produktion für den Alltagsgebrauch noch nicht ermöglicht. Doch unabhängig davon: Die OLED ist interessant - Geduld durchaus angebracht. Denn sie gilt mit ihrem Flächenlicht als ideale Ergänzung zur Punktlichtquelle LED - zweifellos werden sich Designer auch von dieser Technologie zu ganz neuen Konzepten inspirieren lassen.