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Von Aufzügen lernen
von Martin Lewicki | 26. August 2014
Die Metropole Guangzhou: Moderne Wolkenkratzer benötigen hier Aufzüge mit hochintelligenten Steuerungstechnologien. Foto © Schindler AG
Der Traum von völlig autonomen Transportkapseln, die uns auf dem effizientesten Weg von A nach B befördern, ist schon Realität – allerdings nicht auf der Straße, sondern in modernen Wolkenkratzern. Hinter schlichten Aufzugstüren verbergen sich heute hochintelligente Steuerungstechnologien. Was in der Vertikale schon eindrucksvoll funktioniert, könnte bald auch den Verkehr auf unseren Straßen revolutionieren.

Frei nach dem Motto: „Höher, schneller, weiter“, soll im Jahr 2016 in der chinesischen Metropole Guangzhou der schnellste Aufzug der Welt mit 1.200 Metern pro Minute in die Höhe schießen. Das entspricht einer schwindelerregenden Geschwindigkeit von 72 km/h, die der japanische Hersteller „Hitachi“ mit seinen Aufzügen im Guangzhou CTF Finance Center erreichen will. Natürlich sind Luftdruck- und Rüttelausgleich inklusive, damit die Passagiere ihre 43-Sekunden-Fahrt ins 95. Stockwerk stressfrei absolvieren.

Doch bei Aufzügen ist es ähnlich wie bei Autos: Es kommt nicht unbedingt auf die Höchstgeschwindigkeit an, sondern auf die Effizienz und die schnellste Route bis zum Ziel. Um möglichst viele Passagiere innerhalb kürzester Zeit zu ihrem Ziel zu befördern, beschäftigt sich der Schweizer Hersteller „Schindler“ intensiv mit der intelligenten Steuerung seiner Aufzüge, um möglichst viele Passagiere innerhalb kürzester Zeit zu ihrem Ziel zu befördern.

Als wegweisend gilt die von Schindler entwickelte Port-Technologie. Das System berechnet für jeden Gebäudenutzer stets den effizientesten Weg zum Ziel. Über ein Touchscreen-Terminal wählen Besucher ihre gewünschte Etage an, wahlweise auch mit einer Zugangskarte, um die Nutzung der Fahrstühle zu beschränken. Anschließend wird jedem Passagier der Aufzug mit der optimalen Route empfohlen.

Die Zugangskarten lassen sich personalisieren, sodass jedem Passagier eine Liste seiner bevorzugten Ziele angezeigt wird. Das intelligente System berücksichtigt dabei die Bewegungsgewohnheiten der Person abhängig von Ort und Zeit. Zusätzlich lässt sich eine Karte so programmieren, dass sie nur die dem jeweiligen Benutzer zugänglichen oder für ihn relevanten Stockwerke anzeigt. Auch Menschen mit Behinderungen profitieren von den Zugangskarten, indem das System zum Beispiel für Rollstuhlfahrer mehr Zeit beim Einsteigen oder zusätzlichen Platz im Aufzug einkalkuliert. Und als I-Tüpfelchen kann dem Passagier im Aufzug ein individuelles Audiovisuelles Erlebnis geboten werden. Sowohl Musik als auch Videos auf einem Display können auf den jeweiligen Fahrstuhlnutzer oder eine bestimmte Gruppe so abgestimmt werden, dass eine angenehme Atmosphäre entsteht.

Das Port-System unterstützt auch die Evakuierung von Gebäuden. So können an den Eingabeterminals Instruktionen an Passagiere erteilt werden, ob sie beispielsweise auf einen Aufzug warten oder besser die Treppe benutzen sollen. Falls Aufzüge für die Evakuierung eingesetzt werden, treffen jeweils genügend Kabinen auf einem Stockwerk ein, um möglichst gleichzeitig alle anwesenden Personen zu evakuieren.

Die herausragende Eigenschaft des Port-Systems ist das Sammeln aller Eingabedaten im zentralen Verkehrsmanagementsystem. Durch ausgeklügelte Algorithmen kann das System eine Gruppierung von Personen vornehmen, die dasselbe Stockwerk ansteuern. Dadurch reduziert sich die Zahl der Zwischenstopps, die Passagiere kommen schneller ans Ziel. Die Effizienz-Optimierung des gesamten Aufzugsystems macht aber auch eine insgesamt geringere Anzahl an Fahrstühlen im Gebäude möglich und verringert letztlich auch den Energieverbrauch.

Interessant ist die Frage, ob sich solche Moblilitätslösungen aus der Vertikalen in die Horizontale, also vom Wolkenkratzer direkt auf die Straßen übertragen lassen? Damit beschäftigt sich der Experte für Transit Management Dr. Paul Friedli. Als Innovationsbeauftragter der Schindler AG, befasst sich Friedli täglich mit der Optimierung von Aufzügen und der Steuerung von Menschenströmen in riesigen Gebäudekomplexen mittels komplexer Algorithmen. Als Mitglied des Berliner Teams beim Audi Urban Future Award 2014 erforscht Friedli nun, wie auch Verkehrsteilnehmer stets den effizientesten Weg wählen können.

Tatsächlich werden in den kommenden Jahren autonom fahrende und miteinander vernetzte Autos völlig neue Möglichkeiten bieten, den Verkehrsfluss auf der Straße zu optimieren. Nach dem Vorbild von intelligenten Aufzüge könnte ein Cloud basiertes Transit-Management-System die Steuerung der Fahrzeuge unterstützen, um möglichst viele Menschen so schnell und so bequem wie möglich an ihre individuellen Ziele zu befördern – unfallfrei, stressfrei und mit On-Board-Entertainment.

Mehr Artikel zur Audi Urban Future Initiative 2014
Ehrgeiziger Plan: 2016 soll der schnellste Aufzug der Welt mit 1.200 Metern pro Minute in die Höhe schießen. Foto © Schindler AG
Der japanische Hersteller „Hitachi“ will Aufzüge entwickeln, die in einer 43-Sekunden-Fahrt das 95. Stockwerk erreichen können. Foto © Schindler AG
Der Hersteller „Schindler“ entwickelte die effiziente Port-Technologie für Aufzüge. Foto © Schindler AG
Über ein Touchscreen-Terminal wählen Besucher ihre gewünschte Etage an, wahlweise auch mit einer Zugangskarte Foto © Schindler AG
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News & Stories › 2014 › August
Von Aufzügen lernen
von Martin Lewicki | 26. August 2014
Die Firma Schindler entwickelt intelligente Beförderungssysteme für Aufzüge und Dr. Paul Friedli, Experte für Transit Management, überträgt deren Logik auf den Straßenverkehr.
Der Traum von völlig autonomen Transportkapseln, die uns auf dem effizientesten Weg von A nach B befördern, ist schon Realität – allerdings nicht auf der Straße, sondern in modernen Wolkenkratzern. Hinter schlichten Aufzugstüren verbergen sich heute hochintelligente Steuerungstechnologien. Was in der Vertikale schon eindrucksvoll funktioniert, könnte bald auch den Verkehr auf unseren Straßen revolutionieren.

Frei nach dem Motto: „Höher, schneller, weiter“, soll im Jahr 2016 in der chinesischen Metropole Guangzhou der schnellste Aufzug der Welt mit 1.200 Metern pro Minute in die Höhe schießen. Das entspricht einer schwindelerregenden Geschwindigkeit von 72 km/h, die der japanische Hersteller „Hitachi“ mit seinen Aufzügen im Guangzhou CTF Finance Center erreichen will. Natürlich sind Luftdruck- und Rüttelausgleich inklusive, damit die Passagiere ihre 43-Sekunden-Fahrt ins 95. Stockwerk stressfrei absolvieren.

Doch bei Aufzügen ist es ähnlich wie bei Autos: Es kommt nicht unbedingt auf die Höchstgeschwindigkeit an, sondern auf die Effizienz und die schnellste Route bis zum Ziel. Um möglichst viele Passagiere innerhalb kürzester Zeit zu ihrem Ziel zu befördern, beschäftigt sich der Schweizer Hersteller „Schindler“ intensiv mit der intelligenten Steuerung seiner Aufzüge, um möglichst viele Passagiere innerhalb kürzester Zeit zu ihrem Ziel zu befördern.

Als wegweisend gilt die von Schindler entwickelte Port-Technologie. Das System berechnet für jeden Gebäudenutzer stets den effizientesten Weg zum Ziel. Über ein Touchscreen-Terminal wählen Besucher ihre gewünschte Etage an, wahlweise auch mit einer Zugangskarte, um die Nutzung der Fahrstühle zu beschränken. Anschließend wird jedem Passagier der Aufzug mit der optimalen Route empfohlen.

Die Zugangskarten lassen sich personalisieren, sodass jedem Passagier eine Liste seiner bevorzugten Ziele angezeigt wird. Das intelligente System berücksichtigt dabei die Bewegungsgewohnheiten der Person abhängig von Ort und Zeit. Zusätzlich lässt sich eine Karte so programmieren, dass sie nur die dem jeweiligen Benutzer zugänglichen oder für ihn relevanten Stockwerke anzeigt. Auch Menschen mit Behinderungen profitieren von den Zugangskarten, indem das System zum Beispiel für Rollstuhlfahrer mehr Zeit beim Einsteigen oder zusätzlichen Platz im Aufzug einkalkuliert. Und als I-Tüpfelchen kann dem Passagier im Aufzug ein individuelles Audiovisuelles Erlebnis geboten werden. Sowohl Musik als auch Videos auf einem Display können auf den jeweiligen Fahrstuhlnutzer oder eine bestimmte Gruppe so abgestimmt werden, dass eine angenehme Atmosphäre entsteht.

Das Port-System unterstützt auch die Evakuierung von Gebäuden. So können an den Eingabeterminals Instruktionen an Passagiere erteilt werden, ob sie beispielsweise auf einen Aufzug warten oder besser die Treppe benutzen sollen. Falls Aufzüge für die Evakuierung eingesetzt werden, treffen jeweils genügend Kabinen auf einem Stockwerk ein, um möglichst gleichzeitig alle anwesenden Personen zu evakuieren.

Die herausragende Eigenschaft des Port-Systems ist das Sammeln aller Eingabedaten im zentralen Verkehrsmanagementsystem. Durch ausgeklügelte Algorithmen kann das System eine Gruppierung von Personen vornehmen, die dasselbe Stockwerk ansteuern. Dadurch reduziert sich die Zahl der Zwischenstopps, die Passagiere kommen schneller ans Ziel. Die Effizienz-Optimierung des gesamten Aufzugsystems macht aber auch eine insgesamt geringere Anzahl an Fahrstühlen im Gebäude möglich und verringert letztlich auch den Energieverbrauch.

Interessant ist die Frage, ob sich solche Moblilitätslösungen aus der Vertikalen in die Horizontale, also vom Wolkenkratzer direkt auf die Straßen übertragen lassen? Damit beschäftigt sich der Experte für Transit Management Dr. Paul Friedli. Als Innovationsbeauftragter der Schindler AG, befasst sich Friedli täglich mit der Optimierung von Aufzügen und der Steuerung von Menschenströmen in riesigen Gebäudekomplexen mittels komplexer Algorithmen. Als Mitglied des Berliner Teams beim Audi Urban Future Award 2014 erforscht Friedli nun, wie auch Verkehrsteilnehmer stets den effizientesten Weg wählen können.

Tatsächlich werden in den kommenden Jahren autonom fahrende und miteinander vernetzte Autos völlig neue Möglichkeiten bieten, den Verkehrsfluss auf der Straße zu optimieren. Nach dem Vorbild von intelligenten Aufzüge könnte ein Cloud basiertes Transit-Management-System die Steuerung der Fahrzeuge unterstützen, um möglichst viele Menschen so schnell und so bequem wie möglich an ihre individuellen Ziele zu befördern – unfallfrei, stressfrei und mit On-Board-Entertainment.

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