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von 2140 Forward End
Wie schmeckt Zukunft?
von Adeline Seidel | 28. April 2015
Der Salone gewährte auch diesmal Einblicke in ein automobiles Wunderland. Es gab Straßen aus feinem Marmor, sinnliche Erlebnisse und Fahrzeugträume mit Unwahrscheinlichkeitsantrieb.
In Zukunft dann doch mit dem Unendlichen Unwahrscheinlichkeitsantrieb von A nach B kommen, wie es bei „Per Anhalter durch die Galaxis“ üblich war? Hierbei handelt es sich um einen Raumschiffantrieb, der die Bewältigung von gewaltigen Distanzen ohne Zeitverlust erlaubt. Und dadurch werden unwahrscheinliche Dinge auf einmal wahrscheinlich. Bild © Stylepark
Es war eigentlich schon immer der hehre Wunsch der Automobil-Kreateure, ihren Kunden Emotionen zu entlocken – „aus Freude am Fahren“ und „mit Technik, die begeistert“. Wohlwissend, dass jene Momente, in denen uns die Endorphine ein Jauchzen entlocken, weil wir vorbeirauschen an herrlicher Landschaftskulisse, mit wehendem Haar und 200 Sachen, doch eher spärlich gesät sind. Die Automobilität im Alltag sieht anders und zumeist weniger freudvoll aus: Da schieben wir uns im Schritttempo durch die Straßen, drehen endlose Runden, um einen Parkplatz zu ergattern, es wird geschnitten, ausgebremst und gedrängelt bis das bekannte Autofahrer-Syndrom uns Worte entlockt, die wir eigentlich nicht sagen wollten.

Damit man all das vergisst und Autofahren, Automarken und das Auto selbst wieder als etwas Wunderbares im Hinterstübchen abspeichert, dafür lassen sich die Hersteller zum Mailänder Salone alljährlich etwas einfallen. Markeninszenierung heißt das dann und alljährlich mit dabei sind namhafte Künstler und Designer. Sie sollen uns mit ihren Installationen aus unserer – möglicherweise etwas eingefahrenen – Einstellung in Sachen Auto herauslocken und gleichzeitig „neue Impulse in das Unternehmen“ bringen. Die Inszenierungen fallen naturgemäß recht unterschiedlich aus, wobei immer wieder dasselbe Mantra auftaucht: Die Zukunft der Mobilität.
  • Edel-Pop und eigen: Jaime Hayons Wunderland für Mini.
    Foto © BMW Mini
Die Carrara-Carrera-Bahn
Beginnen wir bei Jaime Hayons Wunderland für Mini. Es liegt ästhetisch irgendwo zwischen Comic-Chic und den Musikvideos der Band Zoot Woman. Eine Straße aus weißem Carrara-Marmor samt goldenen Mittelstreifen windet sich durch den Raum, aufgeständert auf einen kobaltblauen Sockel. Eine Hochstraße, wenn man so will, die subtil ein M nachzeichnet. Statt eines Autos stehen zwei Roller – sogenannte Citysurfer – an den Enden der Carrara-Bahn Spalier. Die darf man zwar Vorort nicht fahren, aber es geht hier ja auch um „Urban Perspectives“. Um sie einzufangen, hat Jaime Hayon gleich eine ganze Welt entwickelt: Da gibt es Jacken – die urbane Variante einer Anglerweste mit viel Platz für Gadgets – und Helme, die aussehen wie die Masken von Superhelden, auf dass man sich bestens ausgestattet in die fröhliche Welt des Großstadtdschungels hineinbegeben kann. Nicht mit einem Mini, denn der steckt im Verkehr fest, sondern mit eben einen solchen E-Tretroller, mit dem man überall entlang brausen kann. Fahren sorgt bei Mini also wieder für „Fun“.
  • Bei Peugeot bewegten sich die LED-Grashalme eher emotionslos zu den Klavierklängen. Foto © Robert Volhard, Stylepark
  • Für den E-Roller „Citysurfer“ hat Hayon jede Menge Accessoires entwickelt. Eine Jacke mit zahlreichen Taschen ...
  • ... und Helme, die an Superhelden erinnern. Fotos © BMW
Stehts bemüht
Wir alle wissen, dass es die Emotionen sind, die den Kauf unbewusst längst vollzogen haben, bevor wir uns mit vermeintlicher Rationalität für das eine und gegen das andere Gefährt entscheiden. Und diese unbewussten Entscheidungsprozesse möchten die Hersteller – mal mehr, mal weniger subtil – auch in Mailand beeinflussen.
Peugeot hat sich für die direkte Variante entschieden: „Motion & Emotion“ heißt es da. Begrüßt wurde man mit einer Wohlfühlkaffeebar für Hipster, die man in Autotüren gesägt hatte. Ein kurzer Gang durch die Unternehmensgeschichte (vom Hackebeil über die Pfeffermühle zum Auto) endete dann in einer Wiese aus LED-Grashalmen, die sich zum Takt von Live-Klaviermusik wiegten. Subtil war bei dieser Markenpräsentation vor allem die Bewegung der Grashalme.
Hyundai dagegen setzte auf eine Art Steampunk-Ästhetik: Die kinetische Installation von Reuben Margolin füllte mit allen ihren Rädern und Fäden eine ganze Halle. Die Wellenbewegung der sogenannten „Helio Curve“ wirkte wie in einer Filmanimation, Schönheit und Detailliertheit dieser durchaus komplexen Mechanik sind faszinierend – aber wer die Arbeiten von Margolin kennt, weiß, dass er das immer so macht.

  • Hyundai hat den Künstler Reuben Margolin engagiert und die kinetische Installation „Helio Curve“ in Mailand präsentiert.
    Foto © Robert Volhard, Stylepark
  • Lexus lockte mit einer „Reise der Sinne“, die der Designer Philippe Nigro gestaltet hat. Foto © Robert Volhard, Stylepark
Im gustatorischen Kabinett
Bei Lexus schickten der Designer Philippe Nigro und der Koch Hajime Yoneda die Besucher auf eine „Reise der Sinne“. Denn, so erfahren wir aus der Pressemitteilung, das Thema „Sinne“ sei für Lexus von absoluter Relevanz, weil auch das Fahrerlebnis ein rein sinnliches sei. Das begänne schon beim Geräusch des Motors, beim Anblick des Wageninneres – und so weiter und so weiter. Damit man sich seiner Sinne in Mailand bewusst werde, schickten Nigro und Yoneda den Besucher zunächst einmal in ein Spiegelkabinett, in dessen Mitte ein geistergleiches Auto stand. Es folgten drei weitere Räume, bei denen Essen und Sinneserlebnisse unsere Wahrnehmungsfähigkeit herausfordern sollten: So erhielt man beispielsweise ein Fläschchen mit Kristallen, die, auf die Zunge gelegt, im Mund bitzelten und so tatsächlich den Eindruck vermittelten, es würde um einen herum regnen. Spätestens nach drei weiteren gustatorischen Finten war man dann doch etwas übersättigt.
  • Während Nigro für das visuelle Reiseerlebnis sorgte, versprach der Koch Hajime Yoneda ein Geschmacksereignis: Kristalle, die im Mund platzen, vermittelten den Eindruck, es würde in der Installation regnen.
    Foto © Lexus
  • Bei BMW präsentierte Alfredo Häberli sein Traummobil auch als perfekt ausgeführtes Holzskelett. Man munkelte, ob Häberli möglicherweise ein ausgesprochener Star Wars Fan sei, wirft das Modell doch einen Schatten, der dem „Millennium Falken“ ausgesprochen ähnlich ist.
    Foto © Adeline Seidel, Stylepark
Häberlis Traum
Nach solcherart sensueller Penetration erschien einem die Solo-Show von Alfredo Häberli für BMW fast schon erholsam, auch wenn der Titel der Inszenierung – „Spheres“ – anderes vermuten ließ. Gezeigt wurde eine klassische Ausstellung: Zeichnungen, Modellstudien, zwei große Objekte. Im Mittelpunkt stand Häberlis Traummobil – ein Gefährt, das weder Auto, noch Schiff, noch Flugzeug sein will. Die Form des Objektes regt dafür ganz herrlich die Phantasie an: Für den einen ist es eine futuristische Yacht, für den anderen ein Raumschiff, wieder andere denken an einen Laubbläser oder sehen darin einen Hochhaus. Und weil man nicht weiß, ob das Gefährt nun fährt (es hat ja nur ein Rad), segelt (die breite Rückenflosse muss jedenfalls einige Seitenwinde aushalten) oder gar mit einem Unendlichen Unwahrscheinlichkeitsantrieb voran kommt, wie er in Douglas Adams „Per Anhalter durch die Galaxis“ beschrieben wird, bleibt es ein feiner Fetisch, der Traum eines Jungen, endlich auch mal ein Auto – oder so was – zu designen. Wem mag man das verübeln?
  • Ein Hochhaus? Ein erhobener Zeigefinger? Häberli hat eine Form geschaffen, die viele Assoziationen hervorruft.
    Foto © Adeline Seidel, Stylepark
  • Die BMW Inszenierung war eine klassische Ausstellung: Zeichnungen, Modellstudien und Skulpturen. Foto © BMW
  • Häberlis Mobil ist weder Flugzeug, noch Schiff, noch Auto.
    Foto © Adeline Seidel, Stylepark
Wo bitte geht’s in die Zukunft?
Bei alledem darf eines nicht fehlen: die Zukunft. Spätestens im schön aufgemachten Katalog zu „Spheres“ ist von ihr zu lesen. „Die Installation visualisiert die vielen Schichten, die mit Blick auf die Zukunft von Mobilität in Erwägung gezogen werden müssen.“ Und Mini fordert: “Die Installation ‚Urban Perspectives‘ präsentiert Visionen der urbanen Mobilität von morgen in Form einer imaginären Welt“. Sätze, die ein ähnliches penetrantes Ploppen im Kopf verursachen wie Yonedas Kristalle. Denn leider sind die dem Event geschuldeten Inszenierungen kein, oder nur sehr eingeschränkt, ein Beitrag zu einer Diskussion ums Automobildesign oder um wirklich nötige Entwicklungen, Szenarien und Ideen zum Thema Mobilität.


Weniger Fun-Faktor, mehr Inhalt
Leicht beunruhigt stellt man sich deshalb die Frage: Womit beschäftigen sich die Automobilhersteller neben dem Alltagsgeschäft eigentlich in ihren Denklaboren? Darüber ist wenig zu hören. Substituieren sie mit ihren hübschen Inszenierungen vielleicht ihren schmerzlich vermissten Beitrag zu einer Gestaltungsdebatte? Oder darf im hartumkämpften Wettbewerb nichts dergleichen mehr an die Öffentlichkeit dringen? Dabei erinnern wir uns alle nur zu gern an „Gina“, das BMW-Konzeptauto mit einer Karosserie aus Stoff von Chris Bangle (News&Stories vom 23. Juni 2008). Gina beeinflusst noch heute die Debatten zum Thema Autogestaltung, neue Materialien und auch um die Emotionalität rund um das Produkt. Solche Konzepte nicht nur auf Automobilmessen vorzustellen, wäre mit Sicherheit eine jener „Ideen, die begeistern“.
  • Wohin geht die Reise geht, mit zukünftigen Mobilität, das bleibt im Ungewissen. Foto © BMW
News & Stories › 2015 › April
Wie schmeckt Zukunft?
von Adeline Seidel | 28. April 2015
Der Salone gewährte auch diesmal Einblicke in ein automobiles Wunderland. Es gab Straßen aus feinem Marmor, sinnliche Erlebnisse und Fahrzeugträume mit Unwahrscheinlichkeitsantrieb.
Es war eigentlich schon immer der hehre Wunsch der Automobil-Kreateure, ihren Kunden Emotionen zu entlocken – „aus Freude am Fahren“ und „mit Technik, die begeistert“. Wohlwissend, dass jene Momente, in denen uns die Endorphine ein Jauchzen entlocken, weil wir vorbeirauschen an herrlicher Landschaftskulisse, mit wehendem Haar und 200 Sachen, doch eher spärlich gesät sind. Die Automobilität im Alltag sieht anders und zumeist weniger freudvoll aus: Da schieben wir uns im Schritttempo durch die Straßen, drehen endlose Runden, um einen Parkplatz zu ergattern, es wird geschnitten, ausgebremst und gedrängelt bis das bekannte Autofahrer-Syndrom uns Worte entlockt, die wir eigentlich nicht sagen wollten.

Damit man all das vergisst und Autofahren, Automarken und das Auto selbst wieder als etwas Wunderbares im Hinterstübchen abspeichert, dafür lassen sich die Hersteller zum Mailänder Salone alljährlich etwas einfallen. Markeninszenierung heißt das dann und alljährlich mit dabei sind namhafte Künstler und Designer. Sie sollen uns mit ihren Installationen aus unserer – möglicherweise etwas eingefahrenen – Einstellung in Sachen Auto herauslocken und gleichzeitig „neue Impulse in das Unternehmen“ bringen. Die Inszenierungen fallen naturgemäß recht unterschiedlich aus, wobei immer wieder dasselbe Mantra auftaucht: Die Zukunft der Mobilität.
Beginnen wir bei Jaime Hayons Wunderland für Mini. Es liegt ästhetisch irgendwo zwischen Comic-Chic und den Musikvideos der Band Zoot Woman. Eine Straße aus weißem Carrara-Marmor samt goldenen Mittelstreifen windet sich durch den Raum, aufgeständert auf einen kobaltblauen Sockel. Eine Hochstraße, wenn man so will, die subtil ein M nachzeichnet. Statt eines Autos stehen zwei Roller – sogenannte Citysurfer – an den Enden der Carrara-Bahn Spalier. Die darf man zwar Vorort nicht fahren, aber es geht hier ja auch um „Urban Perspectives“. Um sie einzufangen, hat Jaime Hayon gleich eine ganze Welt entwickelt: Da gibt es Jacken – die urbane Variante einer Anglerweste mit viel Platz für Gadgets – und Helme, die aussehen wie die Masken von Superhelden, auf dass man sich bestens ausgestattet in die fröhliche Welt des Großstadtdschungels hineinbegeben kann. Nicht mit einem Mini, denn der steckt im Verkehr fest, sondern mit eben einen solchen E-Tretroller, mit dem man überall entlang brausen kann. Fahren sorgt bei Mini also wieder für „Fun“.Wir alle wissen, dass es die Emotionen sind, die den Kauf unbewusst längst vollzogen haben, bevor wir uns mit vermeintlicher Rationalität für das eine und gegen das andere Gefährt entscheiden. Und diese unbewussten Entscheidungsprozesse möchten die Hersteller – mal mehr, mal weniger subtil – auch in Mailand beeinflussen.
Peugeot hat sich für die direkte Variante entschieden: „Motion & Emotion“ heißt es da. Begrüßt wurde man mit einer Wohlfühlkaffeebar für Hipster, die man in Autotüren gesägt hatte. Ein kurzer Gang durch die Unternehmensgeschichte (vom Hackebeil über die Pfeffermühle zum Auto) endete dann in einer Wiese aus LED-Grashalmen, die sich zum Takt von Live-Klaviermusik wiegten. Subtil war bei dieser Markenpräsentation vor allem die Bewegung der Grashalme.
Hyundai dagegen setzte auf eine Art Steampunk-Ästhetik: Die kinetische Installation von Reuben Margolin füllte mit allen ihren Rädern und Fäden eine ganze Halle. Die Wellenbewegung der sogenannten „Helio Curve“ wirkte wie in einer Filmanimation, Schönheit und Detailliertheit dieser durchaus komplexen Mechanik sind faszinierend – aber wer die Arbeiten von Margolin kennt, weiß, dass er das immer so macht.

Bei Lexus schickten der Designer Philippe Nigro und der Koch Hajime Yoneda die Besucher auf eine „Reise der Sinne“. Denn, so erfahren wir aus der Pressemitteilung, das Thema „Sinne“ sei für Lexus von absoluter Relevanz, weil auch das Fahrerlebnis ein rein sinnliches sei. Das begänne schon beim Geräusch des Motors, beim Anblick des Wageninneres – und so weiter und so weiter. Damit man sich seiner Sinne in Mailand bewusst werde, schickten Nigro und Yoneda den Besucher zunächst einmal in ein Spiegelkabinett, in dessen Mitte ein geistergleiches Auto stand. Es folgten drei weitere Räume, bei denen Essen und Sinneserlebnisse unsere Wahrnehmungsfähigkeit herausfordern sollten: So erhielt man beispielsweise ein Fläschchen mit Kristallen, die, auf die Zunge gelegt, im Mund bitzelten und so tatsächlich den Eindruck vermittelten, es würde um einen herum regnen. Spätestens nach drei weiteren gustatorischen Finten war man dann doch etwas übersättigt.Nach solcherart sensueller Penetration erschien einem die Solo-Show von Alfredo Häberli für BMW fast schon erholsam, auch wenn der Titel der Inszenierung – „Spheres“ – anderes vermuten ließ. Gezeigt wurde eine klassische Ausstellung: Zeichnungen, Modellstudien, zwei große Objekte. Im Mittelpunkt stand Häberlis Traummobil – ein Gefährt, das weder Auto, noch Schiff, noch Flugzeug sein will. Die Form des Objektes regt dafür ganz herrlich die Phantasie an: Für den einen ist es eine futuristische Yacht, für den anderen ein Raumschiff, wieder andere denken an einen Laubbläser oder sehen darin einen Hochhaus. Und weil man nicht weiß, ob das Gefährt nun fährt (es hat ja nur ein Rad), segelt (die breite Rückenflosse muss jedenfalls einige Seitenwinde aushalten) oder gar mit einem Unendlichen Unwahrscheinlichkeitsantrieb voran kommt, wie er in Douglas Adams „Per Anhalter durch die Galaxis“ beschrieben wird, bleibt es ein feiner Fetisch, der Traum eines Jungen, endlich auch mal ein Auto – oder so was – zu designen. Wem mag man das verübeln?Bei alledem darf eines nicht fehlen: die Zukunft. Spätestens im schön aufgemachten Katalog zu „Spheres“ ist von ihr zu lesen. „Die Installation visualisiert die vielen Schichten, die mit Blick auf die Zukunft von Mobilität in Erwägung gezogen werden müssen.“ Und Mini fordert: “Die Installation ‚Urban Perspectives‘ präsentiert Visionen der urbanen Mobilität von morgen in Form einer imaginären Welt“. Sätze, die ein ähnliches penetrantes Ploppen im Kopf verursachen wie Yonedas Kristalle. Denn leider sind die dem Event geschuldeten Inszenierungen kein, oder nur sehr eingeschränkt, ein Beitrag zu einer Diskussion ums Automobildesign oder um wirklich nötige Entwicklungen, Szenarien und Ideen zum Thema Mobilität.


Leicht beunruhigt stellt man sich deshalb die Frage: Womit beschäftigen sich die Automobilhersteller neben dem Alltagsgeschäft eigentlich in ihren Denklaboren? Darüber ist wenig zu hören. Substituieren sie mit ihren hübschen Inszenierungen vielleicht ihren schmerzlich vermissten Beitrag zu einer Gestaltungsdebatte? Oder darf im hartumkämpften Wettbewerb nichts dergleichen mehr an die Öffentlichkeit dringen? Dabei erinnern wir uns alle nur zu gern an „Gina“, das BMW-Konzeptauto mit einer Karosserie aus Stoff von Chris Bangle (News&Stories vom 23. Juni 2008). Gina beeinflusst noch heute die Debatten zum Thema Autogestaltung, neue Materialien und auch um die Emotionalität rund um das Produkt. Solche Konzepte nicht nur auf Automobilmessen vorzustellen, wäre mit Sicherheit eine jener „Ideen, die begeistern“.