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Zwei Ideotypen
Philippe Starcks neue Stuhllinie für Kartell
29. März 2016
Foto © Kartell
Der König hat nicht nur zwei Körper, er braucht auch zwei Stühle – Generic A und Generic C.
Es ist immer wieder nett zu erfahren, wie höfisch sich die französische Gesellschaft noch immer fühlt – trotz oder wegen der Revolution. Auch Philippe Starck gibt sich royalistisch, wenn er auf einen der Vorläufer seines jüngsten Projekts für Kartell hinweist: „Mit dieser Arbeit hatte ich bereits begonnen, der erste Schritt war bereits ‚Louis Ghost‘. Bereits der Stuhl ‚Louis Ghost‘ war ein Versuch, das allgemeine Wesen, die Essenz, dieses klassischen Möbelstücks zu finden, das Geschichte geschrieben hat, unsere Geschichte – die verschiedenen Könige, Ludwig XIV. und Ludwig XVI. in Frankreich, in Italien haben die Könige andere Namen und in England wiederum andere –, aber diese Könige haben immer auf solchen Stühlen gesessen und das Volk, das heißt wir, strebte stets danach, auch auf dem Stuhl des Königs zu sitzen.“

Der Thron des Bürgers wird überall gebraucht. Also präsentiert Kartell eine neue Stuhllinie von Philippe Starck, die „generische Ideotypen“ jener Stühle bereitstellt, wie sie in Behörden oder in Cafés und Restaurants zum Einsatz kommen. Weil bei solchen Allerweltsstühlen Form und Ästhetik zweitrangig werden, beschreibt Starck – immer schon der beste Verkäufer seiner eigenen Ideen – den kreativen Prozess des Projekts als Rückkehr zur wahren Essenz, zur Seele der Dinge und ihrer Funktion.

Wobei sich der Designer gefragt hat: „Warum sollte man eine Kollektion mit dem Namen ,Generic’ machen ¬– nun ja, weil in allem ein Geheimnis liegt. Das Geheimnis ergibt sich aus diesem grafischen Zeichen: der Quadratwurzel. Das heißt, wir suchen die Quadratwurzel von etwas, was bereits vorhanden ist. Und darin verbirgt sich das Geheimnis. Wenn wir die Quadratwurzel ziehen, teilen, teilen, teilen, teilen wir etwas, bis es unteilbar ist. So entsteht etwas, von dem wir nichts mehr subtrahieren können. Es ist eine vom intellektuellen und wirtschaftlichen Standpunkt aus interessante Arbeit ... Ökonomie und Ökologie werden bei diesem Projekt großgeschrieben. Schlussendlich handelt es sich um eine Arbeit über die Intelligenz des Materials, die Intelligenz des Objekts.“

Konkret repräsentiert „Generic A“ die Gattung „Behörde“, also den Kern des Stuhls, wie wir ihn etwa in einem Krankenhaus, in einer Polizeidienststelle oder in einem Ministerium finden. Wogegen „Generic C“ den essenziellen Stuhl für Cafés, Kneipen und Gaststätten repräsentiert.
Starck weiß auch, weshalb das interessant ist – und teilt es uns sogleich mit: „Ein generisches Objekt kann nicht modisch sein. Und wie bereits Coco Chanel sagte, wenn etwas nicht modisch ist, kann es auch nicht aus der Mode kommen.“ (tw)

www.kartell.com
www.starck.com
Video © Kartell
News & Stories › 2016 › März
Zwei Ideotypen
29. März 2016
Philippe Starcks neue Stuhllinie für Kartell

Der König hat nicht nur zwei Körper, er braucht auch zwei Stühle – Generic A und Generic C.
Es ist immer wieder nett zu erfahren, wie höfisch sich die französische Gesellschaft noch immer fühlt – trotz oder wegen der Revolution. Auch Philippe Starck gibt sich royalistisch, wenn er auf einen der Vorläufer seines jüngsten Projekts für Kartell hinweist: „Mit dieser Arbeit hatte ich bereits begonnen, der erste Schritt war bereits ‚Louis Ghost‘. Bereits der Stuhl ‚Louis Ghost‘ war ein Versuch, das allgemeine Wesen, die Essenz, dieses klassischen Möbelstücks zu finden, das Geschichte geschrieben hat, unsere Geschichte – die verschiedenen Könige, Ludwig XIV. und Ludwig XVI. in Frankreich, in Italien haben die Könige andere Namen und in England wiederum andere –, aber diese Könige haben immer auf solchen Stühlen gesessen und das Volk, das heißt wir, strebte stets danach, auch auf dem Stuhl des Königs zu sitzen.“

Der Thron des Bürgers wird überall gebraucht. Also präsentiert Kartell eine neue Stuhllinie von Philippe Starck, die „generische Ideotypen“ jener Stühle bereitstellt, wie sie in Behörden oder in Cafés und Restaurants zum Einsatz kommen. Weil bei solchen Allerweltsstühlen Form und Ästhetik zweitrangig werden, beschreibt Starck – immer schon der beste Verkäufer seiner eigenen Ideen – den kreativen Prozess des Projekts als Rückkehr zur wahren Essenz, zur Seele der Dinge und ihrer Funktion.

Wobei sich der Designer gefragt hat: „Warum sollte man eine Kollektion mit dem Namen ,Generic’ machen ¬– nun ja, weil in allem ein Geheimnis liegt. Das Geheimnis ergibt sich aus diesem grafischen Zeichen: der Quadratwurzel. Das heißt, wir suchen die Quadratwurzel von etwas, was bereits vorhanden ist. Und darin verbirgt sich das Geheimnis. Wenn wir die Quadratwurzel ziehen, teilen, teilen, teilen, teilen wir etwas, bis es unteilbar ist. So entsteht etwas, von dem wir nichts mehr subtrahieren können. Es ist eine vom intellektuellen und wirtschaftlichen Standpunkt aus interessante Arbeit ... Ökonomie und Ökologie werden bei diesem Projekt großgeschrieben. Schlussendlich handelt es sich um eine Arbeit über die Intelligenz des Materials, die Intelligenz des Objekts.“

Konkret repräsentiert „Generic A“ die Gattung „Behörde“, also den Kern des Stuhls, wie wir ihn etwa in einem Krankenhaus, in einer Polizeidienststelle oder in einem Ministerium finden. Wogegen „Generic C“ den essenziellen Stuhl für Cafés, Kneipen und Gaststätten repräsentiert.
Starck weiß auch, weshalb das interessant ist – und teilt es uns sogleich mit: „Ein generisches Objekt kann nicht modisch sein. Und wie bereits Coco Chanel sagte, wenn etwas nicht modisch ist, kann es auch nicht aus der Mode kommen.“ (tw)

www.kartell.com
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