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Der diskrete Charme verborgener Qualitäten
von Thomas Wagner | 11.03.2010

Der Kreis der Anwendungen wird ständig größer, innerhalb dessen sich Produkte und Architektursysteme finden lassen, die es sich zur Aufgabe machen, ihre Funktion im Verborgenen zu erfüllen oder diese in ein Modul zu integrieren, das den gestalterischen Spielraum des Architekten erweitert, statt ihn einschränken. Wir haben es mit technischen Lösungen zu tun, die auf der Ebene der Raumwirkung und der ästhetischen oder stilistischen Parameter, mit deren Hilfe sie hergestellt wird, optisch Bescheidenheit demonstrieren. Diskretion und ästhetische Reduktion stehen auch im Vordergrund, wo es um Raumakustik oder Raumklima geht.

Eine optimale Akustik erleichtert das Zuhören und steigert das individuelle Wohlbefinden. Das gilt besonders für große Räume, in denen sich viele Menschen aufhalten, also etwa für Kindergärten, Schulen oder gastronomische Betriebe. Hier erlebt man es als besonders störend und anstrengend, wenn die Räume „hallen". Betroffen von einer schlechten Akustik - im Prinzip handelt es sich um ein Defizit in der akustischen Atmosphäre des Raumes - sind aber auch Geschäfte, Hotels, Museen, Konferenzräume und der private Wohnbereich.

Unter dem Namen CapaCoustic hat die Firma Caparol ein komplettes System für den gehobenen Innenausbau entwickelt, mit dessen Hilfe sich das akustische Raumklima nachhaltig verbessern lässt, ohne dass der Raum in seiner Grundstruktur gravierend verändert werden muss. Wichtigstes Merkmal des CapaCoustic-Systems ist es, dass die beschichteten Putzträgerplatten nicht als solche wahrgenommen werden. Die Oberfläche von CapaCoustic Fine etwa ist elegant und glatt, was einen besonders diskreten Einsatz ermöglicht. Aufgrund der Einstufung als nicht brennbar in Baustoffklasse A, können die Platten sogar in brandtechnisch sensiblen Räumen eingesetzt werden.

Nicht weniger diskret lässt sich das Klimaelement der Firma WEM Wandheizung einsetzen, das aus einer 25 Millimeter starken, mittels einer Glasfaserarmierung verstärkten Lehmplatte besteht, in die Warmwasser-Heizleitungen integriert sind. Das patentierte modulare Wandheizungssystem, das im Trockenbau verarbeitet wird, sorgt mittels Strahlungswärme nicht nur für ein behagliches und gesundes Wohnklima, es lässt sich vor allem problemlos an Wänden, Dachschrägen und Decken anbringen. Auch hier bleibt der Raum also frei von zusätzlichen Elementen. Ergänzt wird das WEM Klimaelement durch das Klimaregister MV, das auf Befestigungsschienen vormontiert ist und im Massivbau nach Geschmack und Bedarf verputzt werden kann.

Einen ganz anderen, indes nicht weniger attraktiven Weg der Integration in das Gesamtbild eines Gebäudes geht die Firma Belu Tec, die flächenbündige Garagen- und Knicktore sowie horizontale Faltläden herstellt. Die bis zu acht Meter breiten Garagentore fügen sich beispielsweise durch aufgesetzte Holzsegmente, Lamellen oder Lochbleche nicht nur optimal in die gewünschte Fassadengestaltung ein, sie verschmelzen geradezu mit der Fassade und bilden mit dieser optisch eine Einheit. Mit Hilfe der horizontalen Faltläden lassen sich ähnliche Effekte erzielen. Das Einsatzspektrum reicht hier vom Thekenabschluss im Innenbereich bis zur kompletten Fassade, die sich mittels der horizontal faltbaren Läden öffnen lässt, wodurch sich der Gesamteindruck des Gebäudes fundamental verändert.

Im Bereich der Türen offeriert die Firma Portarredo mit L'Invisibile eine Lösung, die dank einer neuen und raffinierten Technologie jede Art von Rahmen überflüssig macht und einen absolut nicht sichtbaren Wand-Tür-Übergang ermöglicht. Der aus Aluminium bestehende Strukturrahmen ist in der Lage, sich Mauern und Wänden in verschiedenen Stärken anzupassen. Das System kann sowohl zur Schiebe- als auch für Drucköffnung der Türen eingesetzt und mit so gut wie jedem Material verkleidet oder in der gleichen Farbe wie die Wand gestrichen werden. Auf diese Weise verschwinden die Türen optisch vollkommen, was dem Raum eine besondere Note gibt.

Ebenfalls im Bereich der Scharniere und Türbandsysteme bietet die Firma Simonswerk mit der Produktmarke Tectus ein verdeckt liegendes System an, das sich durch hohe Belastbarkeit ebenso auszeichnet wie durch komfortable Montage und das bei Wohnraumtüren wie bei Objekttüren eingesetzt werden kann. Und wer es unter der Dusche im anschließenden Badezimmer besonders edel und unauffällig liebt, der findet mit CeraLine der Firma Dallmer ein bodenebenes, überzeugend gestaltetes Abflusssystem, das mit der Vorstellung aufräumt, selbst aus hochwertigen Materialien gefertigte Duschen bräuchten in der Mitte eine sichtbaren Ablauf. Passend zum Ablaufsystem gibt es Abdeckungen in unterschiedlichen Materialien wie Aluminium, Glas oder Teakholz.


WEM-Klimaregister, eingesetzt bei der Renovierung | Foto © WEM Wandheizung GmbH
Die Garagen der Firma Belu Tec sind flächenbündig in die Fassaden integriert | Foto © Belu Tec
Der unsichtbare Übergang zwischen Wand und Tür | Foto © L'Invisibile by Portarredo
Verdeckt liegendes Türbandsystem TECTUS der Firma Simonswerk | Foto © Simonswerk
CeraLine Ablaufsystem der Firma Dallmer | Foto © Dallmer
CerLine © Dallmer
Die CapaCoustic Paneele von Caparol sind fugenlos in die Decke der Pinakothek der Moderne in München integriert | Foto © Haydar Koyupinar
Das CapaCoustic System verfügt über ausgezeichnete Schall-Absorptionswerte | Foto © H. Koyupinar
Der fertig gestellte Raum | Foto © WEM Wandheizung GmbH
Horizontale Faltläden von Belu Tec an der Fassade des Zentrums für Moderne Medizin, Köln Foto © Belu Tec
Kippung der Tür mit zentral gelegenem Stift | Foto © L'Invisibile by Portarredo
Dank TECTUS schließen die Türen flächenbündig | Foto © Simonswerk

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