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Die Natur ins Haus holen
06.07.2010

„Bringing the outdoors in" ist ein beliebtes Thema, nicht nur für amerikanische Architekten. Das von dem schwedischen Architekturbüro Jonas Lindvall A&D entworfene Privathaus in einem kleinen Dorf südlich von Malmö realisiert dieses Konzept in großzügiger Art und Weise: Bodentiefe Fensterwände, die sich ganz öffnen lassen, erlauben eine nahtlose Verbindung von Innen- und Außenraum. Das Haus liegt an einem ehemaligen Steinbruch - heute ein idyllischer See -, dessen Interieur größtenteils auch von Lindvall entworfen worden ist.

An der exklusiven Villa zeigt sich auch eines der wesentlichen Gestaltungsmerkmale minimalistischer Architektur: die reduzierte Formensprache lebt ganz zentral von ihrer Materialqualität und deren handwerklich präzisen Verarbeitung, wie sie augenfällig an der Marmorausstattung der Bäder, an den schlichten aber ausdrucksstarken Bodenbelägen und an der genauen Oberflächenbehandlung der Wandflächen ablesbar wird. Dabei wird auch offenbar, woran unsere Wertschätzung an der klassischen Moderne krankt: Nimmt der Architekt von einem ohnehin schon reduzierten System etwas weg, bringt dies das Gleichgewicht ins Schwanken. Das heißt, ein formal gleiches Design in schlechterer Verarbeitung oder minderwertigeren Materialien kann nur noch schwer überzeugen.

www.jonaslindvall.com

all photos courtesy of Lindvall A&D