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Durch die Wände gehen
07.03.2010

Der Neubau der Kunstschule und die Galerie Stihl in Waiblingen bilden in direkter Nachbarschaft zum historischen Altstadtkern einen kulturbaulichen Höhepunkt der Stadt, die rund fünfzehn Kilometer nordöstlich von Stuttgart liegt.

Die zwei, ungefähr sechs Meter hohen, größtenteils eingeschossigen, hallenartigen Baukörper sind zwar getrennt voneinander verwirklicht, jedoch konsequent als eine gemeinsame bauliche Einheit entwickelt worden. Da natürliches Licht sowohl beim Betrachten von Kunstwerken als auch bei der eigenen künstlerischen Tätigkeit eine wesentliche Rolle spielt, wurde die bauliche Ausbildung der Hülle beider Baukörper vom Thema Licht und Lichtdurchlässigkeit bestimmt. Die Gebäude bestehen aus einer durchscheinenden, dreischichtigen Haut aus Profilglaselementen von Lamberts und transluzenter Wärmedämmung aus Glasgespinst der Firma Wacotech.

Aufgrund der durchscheinenden Materialität wirken die Gebäude von außen am Tage sehr leicht und nehmen sich im Vergleich zu ihrem historisch geprägten Umfeld zurück. Lediglich in der Nacht, wenn die Gebäude von innen beleuchtet sind, schimmern die gesamten Baukörper.

Befindet man sich bei Tage im Innenraum der Kunstschule oder der Galerie streut die Fassade das Tageslicht diffus in die Räume, so dass die Kunstwerke gleichmäßig beleuchtet werden. Die Fassade wirkt von innen wie eine diffuse Nebelwand, die man einfach durchschreiten kann.

Das Zusammenspiel aus funktionaler Anforderungen und schlauer Gestaltung des Stuttgarter Architekten Hartwig N. Schneider verleiht dem Gebäude eine wirkungsvolle Atmosphäre. Die Grenzen zwischen Innen und Außen verwischen, sind diffus und werden in diesem Sinne unsichtbar.

www.lamberts.info
www.wacotech.de


Foto © Christine Keinath, Kunstschule Waiblingen/Galerie Stiehl, Waiblingen, Deutschland
Foto © Christine Keinath, Kunstschule Waiblingen/Galerie Stiehl, Waiblingen, Deutschland
Foto © Christine Keinath
Foto © Wacotech
Foto © Christine Keinath
Foto © Christine Keinath
Foto © Christine Keinath
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