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Ein Kristall aus Beton und Glas
04.06.2010

Das (postalisch) erste Haus an der Coleman Street, im Finanzzentrum Londons, ist ein neunstöckiges Bürogebäude mit einer oval geformten Grundfläche. Von außen betrachtet wirkt es aufgrund seiner kantigen Fassadenkonstruktion als sei es dem Bild eines großen Kristalls entlehnt: Unregelmäßig geformte und hochpolierte Betonfertigteile bilden die skulpturale Rahmenkonstruktion, in die scheinbar rahmenlose, dunkelblau schimmernde Fensterfronten eingelassen sind. Das englische Architekturbüro David Walker Architects nutzte das Konstruktionssystem aus Betonfertigbauteilen, um diese kristalline Optik zu erzeugen.

Für die Riegel- und Stützenkonstruktion wurden 425 Betonfertigteile von dem belgischen Unternehmen Decomo gefertigt, das sich auf die Planung und Realisierung von Betonkonstruktionen spezialisiert hat. Die Planung der Architekten von David Walker sah vor, dass keine Form mehr als sechs Mal in der gesamten Gebäudestruktur verbaut wird. Die abwechslungsreiche Anordnung der geometrischen Einzelformen stellt jedoch beim Betrachten des Baus insgesamt eine formale Symmetrie dar.

Das Gebäude ist dabei nicht nur ästhetisch ansprechend, sondern auch in technischer Hinsicht beispielhaft. Das harmonische Fassadenbild entsteht durch „Structural Glazing": Eine mechanische und von außen sichtbare Halterung der einzelnen Glasscheiben entfällt. Stattdessen wurden sie an allen vier Seiten auf die Rahmenkonstruktion geklebt. Das Sonnenschutzglas (ipasol neutral 68/37) der Firma Interpane verhindert, dass sich die Büroräume im Sommer zu stark aufheizen, ohne dabei die Lichtdurchlässigkeit übermäßig einzuschränken.

www.interpane.com
www.decomo.be

www.dwarchitects.co.uk

Foto © Interpane
Illustration des Lageplans © dwarchitects
One Coleman Street, London, UK | Foto © Interpane
Foto © Interpane
Installation der Betonfertigteile | Foto © Decomo