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Haus S in Wiesbaden von Christ-Christ Architekten
11.01.2012

Es handelt sich um eine Bauaufgabe, die immer häufiger ins Zentrum heutiger Stadtentwicklung rückt: Wie lässt es sich mit freien Dachflächen umgehen? Eine Möglichkeit: Sie werden zu einem Grundstück, auf dem eigenständige Baukörper errichtet werden können. Mittels einer solchen städtischen Nachverdichtung durch Nutzung der Dachlandschaft gewinnt man wertvolles Bauland. Dabei wird der Architekt mit der Frage konfrontiert, wie er mit der bestehenden Bausubstanz umgehen soll.

Im vorliegenden Fall ging es um einen Bungalow, den der Wiesbadener Innenarchitekt Wilfried Hilger in den 1960er Jahren für sich und seine Familie errichtet hatte. Die neuen Besitzer, eine vierköpfige Familie, benötigten mehr Platz, weshalb die Entscheidung getroffen wurde, das bestehende Gebäude zu erweitern. Das Ergebnis: Das Haus wurde komplett saniert, umgebaut und aufgestockt. Entworfen hat das Ensemble das Wiesbadener Architektenduo Christ-Christ.

Um den Charakter des bestehenden Gebäudes durch die Aufstockung nicht allzu sehr zu beeinträchtigen, wurden auf das weit auskragende Flachdach drei einzelne Baukörper gesetzt, die mittels eines gläsernen Ganges luftig-leicht miteinander verbunden sind. Zwischen den drei Baukörpern entstanden so unterschiedliche Freibereiche: Eine naturnahe Wiese mit kleinem Apfelbaum im Südwesten, ein ruhiger, steinbelegter Hof mit einer Küsten-Kiefer im Norden und eine Dachterrasse im Osten, neben die eine Magnolie gepflanzt wurde. In einem der Baukörper ist das Elternschlafzimmer mit Ankleide und Bad untergebracht. Die beiden anderen dienen als Wohn- beziehungsweise Arbeitszimmer. Das Erdgeschoss wurde größtenteils von bestehenden Wänden und Einbauten befreit, so dass der Wohnraum nun nahezu über die gesamte Geschossfläche reicht. Die offene Küche wurde inmitten des Wohnraums positioniert. Auf dieser Ebene sind auch die Kinderzimmer mit Ankleide und Bad untergebracht. Im Untergeschoss befinden sich ein Gästezimmer und eine Einliegerwohnung. Durch den Einsatz von Dreischeiben-Wärmeschutzverglasung, hohen Dämmstärken im Bereich der Aufstockung sowie eine komplette Dämmung des Bestandes ist ein energetisch optimiertes Gebäude entstanden.

www.christ-christ.cc

Open Air Kino auf dem Dach
Der Verbindungsgang zwischen den Arbeitsräumen ist aus Profilbaugläsern von Pilkington mit integrierter transluzenter Wärmedämmung von Wacotech konstruiert
Fliesen von Royal Mosa, Spots von Modular
Bodenebenes Duschsystem Poresta Slot von Illbruck
Haus S in Wiesbaden, von Christ-Christ Architekten | Alle Fotos © Thomas Herrmann, Stuttgart
Badewanne und Waschtische von Duravit
Blick in das Atrium: Schiebefenster von Schüco
Küche und Dunstabzugshaube von Bulthaup

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