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Peter Gawlik, Geschäftsführer der MBN GmbH – Proled

Neue Denkanstöße

Die MBN GmbH – Proled ist ein Spezialist für die Entwicklung, Herstellung und Distribution von LED-Beleuchtung. Was beim Diskurs über "gutes Licht" oft zu wenig Beachtung erfährt und welche Rolle das Unternehmen zukünftig erfüllen möchte, sagt uns Geschäftsführer Peter Gawlik im Interview.
03.03.2022

Anna Moldenhauer: Herr Gawlik, Sie haben neben der Geschäftsführung des Unternehmens mawa auch die Geschäftsführung der MBN GmbH – Proled und der Proled Holding GmbH übernommen. In welche Richtung möchten Sie die Segel setzen?

Peter Gawlik: Aktuell sind wir im Projektgeschäft tätig und bemühen uns intensiv, unser umfangreiches Angebot verständlicher zu präsentieren. Wir stärken im Markt unsere Beraterrolle für ArchitektInnen, LichtplanerInnen, FachplanerInnen, ElektrounternehmerInnen und alle weiteren Lichtbegeisterten. Es wird oft über "gutes Licht" gesprochen, ohne das wirklich klar ist, was damit eigentlich gemeint ist. Wie es zu realisieren ist. Wir möchten in der Anwendung von gutem Licht die Vermittlerrolle innehaben, ohne dabei teuer zu sein. Ein Produktportfolio anbieten, das - in Zusammenarbeit mit unseren Schwesterunternehmen mawa und Uni-Bright - im technischen und im dekorativen Licht den echten "One-Stop-Shop" ermöglicht.

Wie würden Sie "gutes Licht" definieren?

Peter Gawlik: Es gab in der Lichtindustrie in den letzten Jahren eine Art Digitalisierungswahn, der außer Acht gelassen hat, was Licht eigentlich schon immer war und weiterhin ist: mit das stärkste emotionale Gestaltungselement im Innen- wie im Außenraum. In dem Glauben die Lichtindustrie und alle dazugehörigen Prozesse digitalisieren zu können, wurde diese Emotionalität oft hintenangestellt. Eine Beleuchtung muss maximal energieeffizient sein, dabei allen technischen Anforderungen genügen und trotzdem als natürliche Hauptaufgabe den Raum gestalten. Die Kunst ist, auf alle Parameter zu achten, die technisch und emotional relevant sind. Gutes Licht wertet einen mittelmäßigen Raum auf, schlechtes Licht zerstört einen schönen Raum. Dabei ist es uns immer wieder zentrales Anliegen, dass gutes Licht nicht teuer sein muss.

1996 kam die erste weiße LED auf den Markt und 2005 spezialisierte sich die MBN GmbH – Proled ausschließlich auf LEDs. Warum hat man damals beschlossen alles auf eine Karte zu setzen – trotz der Unsicherheiten im Markt über die Zukunft der LEDs?

Peter Gawlik: Die MBN GmbH mit dem Markennamen Proled hat ihre Wurzeln im Eventbereich und der Show-, Studio- und Bühnenbeleuchtung. Ein Geschäftsfeld, das wir auch heute erfolgreich bedienen. Vieles was heute in der Architekturbeleuchtung Standard ist, kommt oftmals aus der Bühnenbeleuchtung. Die Wahrnehmung des Zuschauers wird auf dem engen Raum der Bühne durch gesetzte Lichtakzente gesteuert. Der Gründer der MBN GmbH, Bernd Menrad, hat diesen Zusammenhang erkannt und den Weg in der neuen Technologie der LED konsequent verfolgt, wofür ich ihm sehr dankbar bin. Für das Unternehmen gab es keine "Erblast" im analogen Licht. Man konnte also völlig frei direkt mit der LED-Technologie starten.

Die MBN GmbH – Proled bietet viele Möglichkeiten, die LED-Beleuchtung an die individuellen Projekte anzupassen, was für ihr Unternehmen einen enormen Mehraufwand bedeutet. Warum ist Ihnen dieser Service dennoch wichtig?

Peter Gawlik: Es ist uns sehr wichtig, nah am Markt zu sein und zu verstehen wo die Herausforderungen liegen, Lösungsansätze benötigt werden, unsere Kunden auf einen verlässlichen Partner im komplexen Projekt bauen wollen. Nur so lässt sich herausfinden, mit welchen Systemen und Produkten man neue Denkanstöße in den Markt hineingeben kann. Das lineare Licht wurde über viele Jahre in erster Linie für räumliche Effekte verwendet – zum Beispiel für das Nachzeichnen von Verläufen im Raum oder an der Gebäudekontur. Da geschieht gerade ein Wandel, denn das Licht selbst, seine Wirkung und die Möglichkeiten, aus dem linearen Verlauf heraus diese zu steuern, rücken immer mehr in den Fokus. Für die Marke Proled ist das lineare Licht ein sehr wichtiger Geschäftsbereich. Gleichzeitig entwickeln wir Down Lights, Schienenstrahler, Außenbeleuchtung und die Kompetenz in der digitalen Steuerung weiter. Wir sind ein Verbund von mehreren Unternehmen und durch die Zusammengehörigkeit und sehr enge Zusammenarbeit mit unseren Schwesterunternehmen mawa und Unibright haben wir in nahezu allen Fragen des guten Lichts und des guten Designs Antworten auf die Fragen unserer Licht-Kunden.

Gibt es ein aktuelles Produktprojekt, das in Kürze präsentiert wird und das Sie bereits ansprechen können?

Peter Gawlik: Aktuell feilen wir unter anderem an einem neuen System um zukünftig über flexible lineare Lösungen große Flächen im Innen- und Außenraum sehr homogen vertikal zu beleuchten. Selbstverständlich energieeffizient und sehr bodenständig im Preis. Das ist eines der spannenden Projekte, an denen wir gerade arbeiten.

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