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Remixing Lissabon
14.04.2011

Das große Erdbeben von Lissabon im November 1755 führte in Verbindung mit einem Großbrand und einem Tsunami zur nahezu vollständigen Zerstörung der portugiesischen Hauptstadt Lissabon. Die Katastrophe zog unter anderem unweigerlich ein generelles Umdenken der mittelalterlichen Bauweise nach sich. Der Marquis von Pombal steht als Gallionsfigur für die absolutistische Aufklärung des Landes und den Neuaufbau der Hauptstadt.

Insbesondere in der „Unterstadt", genannt „Baixa Pombalina", lässt sich heute anhand der alten Jugendstilbauten der Neuaufbau Lissabons dokumentieren. Die Baixa Pombalina ist so etwas wie das architektonische Prunkviertel der Stadt am Fluss Tejo. Im Herzen dieses historischen Stadtteils, an der Ecke Rua dos Fanqueiros und Rua da Conceição, befindet sich ein beispielhafter Zeitzeuge eines nach dem Aufklärer Pombal benannten Gebäudes: „Pombalino", ein Fachwerkgebäude aus dem achtzehnten Jahrhundert, das nun vom portugiesischen Architekten José Adrião renoviert wurde.

Nach holländischem Vorbild bestehen diese Fachwerkhäuser aus einem Pfahlwerk aus Stieleichen- und Steineichenstämmen. Bei der Renovierung des Hauses legte José Adrião besonderen Wert auf die Einbeziehung der Fachwerkelemente. Auch die typisch portugiesischen Fliesenbilder wurden sowohl im Innenbereich als auch bei der Fassadenverkleidung beibehalten. Helle, lichtdurchflutete Räume werden kontrastiert von einem von Generationen gezeichneten Holzdielenboden. Die Räume leben von den Rissen in den Balken, den maurischen Dekoren der Fliesen und der Zusammenstellung aus Flohmarktdesignklassikern.

www.joseadriao.com

FG + SG | Architectural Photography

Renovierung eines "Pombalinos" im Herzen Lissabons, aus dem achtzehnten Jahrhundert | Alle Fotos © Fernando Guerra und Sérgio Guerra | Architectural Photography

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