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Elementfassadensystem CW 86-EF

Stylepark-ID: 60.6311.00001
Kategorien: Außenwand / FassadeFassadenMetalltafel-Fassaden
Produktbeschreibung


Konstruktive Herausforderungen
Zu den architektonischen Highlights der Ferrari World zählen vor allem die Fassaden. Sie verleihen dem Gebäude im Zusammenspiel mit der aufsehenerregenden Dachkonstruktion seinen außergewöhnlich dynam

ischen Charakter. Trotz der hoch komplexen Form der Außenhülle war der Zeitplan für ihre Realisierung eng gesteckt. Von den ersten Design-Meetings im Frühjahr 2008 verging nur gut ein Jahr bis zur Montage der letzten Paneele der 18.000 m2 großen Außenfass

ade des Gebäudekerns und der 11.000 m2 großen Trichterfassade im Zentrum des Gebäudes. Realisiert wurden die aufwändigen Konstruktionen vom belgischen Fassadenbauer JAP – Jungbluth Alu Partners. Als Systemgeber erhielt Reynaers Aluminium den Zuschlag. Auc

h bei der Ausführung der so genannten Bullnose, einer voluminösen Aluminiumkonstruktion, die den Abschluss eines jeden der der Außenfassade vorgelagerten Wartungsgänge bildet, setzten die Architekten und Bauherren auf das Know-how des weltweit agierenden

Aluminium-Spezialisten.

Standard-Systems als Basis
Die Außenfassade des umbauten Innenkomplexes, dem so genannten Shield, ist als Elementfassade mit aufsteigendem Höhenprofil von 12 bis auf 20 Meter konzipiert. Montiert wurde d

ie vorgehängte Aluminiumfassade auf eine Stahlunterkonstruktion. So kann der komplette Innenraum, trotz des umgebenden Wüstenklimas, auf eine konstante Temperatur von ca. 25 Grad temperiert werden. Das Erscheinungsbild der im Wechsel mit transparenten Iso

liergläsern und Ferrari-roten Aluminium-Paneelen bestückten Fassade wurde durch das architektonische Gesamtkonzept vorgegeben, das endgültige Profildesign ergab sich allerdings erst aus den statischen Berechnungen. Zur Realisierung sämtlicher gestellter A

nforderungen war ein modulares System notwendig, das nicht nur die höchsten europäischen Anforderungen an die Luftdurchlässigkeit (EN 12207), Widerstandsfähigkeit gegen Windlast (EN 12210) und Schlagregendichtheit (EN 12208) erfüllt, sondern zudem auch de

n Schallschutz zwischen den Gebäudeebenen sicherstellt. Angesicht des umfassenden Leistungskatalogs erwies sich das sehr flexibel auslegbare Elementfassadensystem Reynaers CW 86-EF als ideales Basissystem für die Fassade des Shields. Auf Grundlage des Sta

ndardsystems konzipierte Reynaers eine ganze Reihe objektspezifischer Sonderlösungen. Insgesamt entwickelte der Systemgeber für das Gesamtprojekt fast 30 neue Profile, zwölf Dichtungen und eine stattliche Anzahl neuer Beschläge. Als vertikale Rahmenprofil

e der innen und außen verschiedenfarbigen Fassade wurden thermisch getrennte, maßgefertigte Rahmenprofile in den Breiten 186 mm und 105 mm sowie einer Tiefe von 158 mm eingesetzt. Die horizontalen Rahmenprofile haben die Abmessungen 105 mm (Breite) mal 15

8 mm (Tiefe). Die Sprossenprofile sind in der Größenordnung 67 mm (Breite) mal 120 mm (Tiefe) ausgeführt. Die Vorhangfassade wurde mit speziellen, mittels Zusatzwinkeln stabil in den Profilen verankerten Beschlägen in die Stahlkonstruktionen der Wartungsg

änge eingehängt. Für den sicheren Abtransport anfallender Feuchtigkeit sorgen bei der um zwölf Grad nach außen geneigten Fassade kaskadenartig aufgebaute Dichtungsebenen.

Sonderlösungen für Trichter-Fassade

Für den großfläch

igen Licht-Glas-Trichter in der Mitte der Ferrari World mussten die Reynaers Konstrukteure eine komplett neue Systemlösung, inklusive Haupt- und Nebenprofilen, Dichtungen und Beschlägen entwickeln. Aufgrund der besonderen Form wurde die Aluminiumfassade a

uf ein 3D-Stahlträgersystem montiert. So können mögliche Ausdehnungen durch die hohen Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht sicher aufgenommen werden. Gewährleistet wird dies auch durch die eigens konzipierten Verbindungslemente, mit denen die Fas

sadenpaneele an ihren Kreuzpunkten auf dem Stahlgerüst fixiert sind. Das neu entwickelte Fassadensystem hat alle obligatorischen AWW-Tests (Luft-, Wind- und Wasserdichtigkeit) bestanden und entspricht ebenfalls den strengsten europäischen Standards. Die F

orm der Profile war auch hier durch die gewünschte architektonische Optik festgelegt. Die endgültigen Abmessungen der Profile mit Fiberglas-verstärkter thermischer Trennung ergaben sich wie bei der Außenfassade aus den Trägheitsberechnungen. Im Dachbereic

h hat die Trichterfassade einen Durchmesser von 100 Meter, am Boden von 17 Meter. Die meisten Paneele der Fassade sind darum trapezförmig. Während die kreisrunde Form im untersten Segment bereits mit 30 Einheiten geschlossen ist, sind im zweiten Drittel b

ereits 60 und im oberen Drittel der 45 Meter hohen Konstruktion 120 Fassadenelemente in aufsteigender Größenordnung notwendig. Realisiert wurde die Trichterform durch einen konstruktiven Kniff - den Einsatz von dreieckigen Fassadenpaneelen zum Abschluss d

es ersten und des zweiten Drittels der Fassade. Sie ermöglichten die Teilung der Elementgrößen bei gleichförmig durchlaufenden Profilen. Ein weiteres beachtenswertes Detail sind die dreiteiligen Hauptdichtungen der Vertikalprofile. Sie umschließen die ges

amte äußere Struktur und dichten die glasumfassenden Profile trotz der geschwungenen Form der Gesamtkonstruktion innen und außen zuverlässig ab. In den 30 Ebenen der Trichterfassade wurden insgesamt 2.640 Sonnenschutz-Isoliergläser verbaut.

>Alle Abbildungen:

FERRARI World, Abu Dhabi
Architekt: Benoy Architects,
Eigenschaften
Oberfläche gefalzt
Farben Rottöne