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2013 oder Schluss mit dem Aberglauben
von Thomas Wagner | 1. Januar 2013
Animation © Sabrina Spee, Stylepark

Jetzt schlägt’s 13. Das Jahr ist noch taufrisch, und schon wird es schief beäugt. Denn ach, die 13, sie hat keinen guten Ruf. Vielen gilt sie sogar als ausgesprochene Unglückszahl. 13 Gäste an einem Tisch? Nie und nimmer. Zimmer Nummer 13 im Hotel? Will keiner. Wohnen im 13. Stock? Nein danke. So geht das in einem fort. Und jetzt auch das noch: Willkommen im Jahr 2013!

Etwas seltsam ist der Aberglaube freilich schon. Schließlich kann der Freitag, wenn er auf einen 13. fällt, sowenig etwas für die Chronologie wie das gerade aus der Taufe gehobene Jahr. Nach 2012 kommt nun einmal 2013. Was ist schon dabei? Wo aber kommt das mulmige Gefühl her, das so manchen Zeitgenossen beschleicht?

Lassen wir zahlenmystische Spekulationen beiseite, so müssen wir feststellen: Auch wenn heuer nicht alles eitel Sonnenschein ist, der Verdacht gegen 2013 wird von Ereignissen genährt, die – nein, nicht 100, sondern 99 Jahre zurückliegen. Erster Weltkrieg ... und alles, was danach kam. Das Jahr 1913, im ängstlich-nostalgischen Rückblick wird es zum „Vorabend“ sämtlicher Jahrhundertkatastrophen verklärt. Bei so viel rückwärtsgewandter Prophetie muss der durchschnittliche Fernsehzuschauer doch denken: Oh je oh je, was da wohl wieder heraufzieht?

Nun ist aber Schluss mit dem Aberglauben, Schluss mit retrogradem Erzittern! Geschichte wiederholt sich nicht. Und wenn, dann in einem anderen Jahr, an einem anderen Tag. 13 = 12 + 1. Weshalb sich ängstigen, nur, weil eine Ziffer aus der Reihe tanzt? Wer 13 nicht für eine Glückszahl hält, ist ein Hasenfuß, einer, der sich anpasst, statt sich die 13 zum Vorbild zu nehmen und selbst aus der Reihe zu tanzen. Markiert die schöne, wilde 13 etwa keinen Freudensprung? Einen spontanen Hüpfer von der Eins zur Drei? Einen beherzten Satz über das Erwartbare hinaus? Selbst das Christentum verdankt der 13 mehr als man denkt. Oder hab ich falsch gezählt: Jesus hatte 12 Jünger, was, nimmt man ihn dazu, eine Gruppe von – 13 – entschlossenen Männern macht.

Wer weiß, vielleicht wird 2013 – trotz all den abergläubischen Zweiflern – ja ein wildes, überraschendes, gutes, schönes, sprunghaftes, erfolgreiches, tänzelndes, beglückendes Jahr? Noch weiß ja keiner, was kommen wird. Noch verbirgt sich alles im Nebel des Möglichen.

Zwei Dinge stehen freilich schon fest:

1. Die Sache mit dem Maya-Kalender hat sich wohl ein für allemal erledigt. Es hat 13 geschlagen – und wir haben den Weltuntergang mal wieder übersprungen.

2. Wie viele Freitage 2013 auch auf einen 13. fallen, ein Datum wird es im Jahr 13 nach der Jahrtausendwende mit Sicherheit nicht geben: den 13.13.13! Es wäre bestimmt ein Glückstag gewesen.

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News & Stories › 2013 › Januar
2013 oder Schluss mit dem Aberglauben
von Thomas Wagner | 1. Januar 2013
Willkommen im Neuen Jahr! Sicher, nicht alles ist über Nacht anders oder gar besser geworden. Aber muss 13 deshalb gleich eine Unglückszahl sein?
Jetzt schlägt’s 13. Das Jahr ist noch taufrisch, und schon wird es schief beäugt. Denn ach, die 13, sie hat keinen guten Ruf. Vielen gilt sie sogar als ausgesprochene Unglückszahl. 13 Gäste an einem Tisch? Nie und nimmer. Zimmer Nummer 13 im Hotel? Will keiner. Wohnen im 13. Stock? Nein danke. So geht das in einem fort. Und jetzt auch das noch: Willkommen im Jahr 2013!

Etwas seltsam ist der Aberglaube freilich schon. Schließlich kann der Freitag, wenn er auf einen 13. fällt, sowenig etwas für die Chronologie wie das gerade aus der Taufe gehobene Jahr. Nach 2012 kommt nun einmal 2013. Was ist schon dabei? Wo aber kommt das mulmige Gefühl her, das so manchen Zeitgenossen beschleicht?

Lassen wir zahlenmystische Spekulationen beiseite, so müssen wir feststellen: Auch wenn heuer nicht alles eitel Sonnenschein ist, der Verdacht gegen 2013 wird von Ereignissen genährt, die – nein, nicht 100, sondern 99 Jahre zurückliegen. Erster Weltkrieg ... und alles, was danach kam. Das Jahr 1913, im ängstlich-nostalgischen Rückblick wird es zum „Vorabend“ sämtlicher Jahrhundertkatastrophen verklärt. Bei so viel rückwärtsgewandter Prophetie muss der durchschnittliche Fernsehzuschauer doch denken: Oh je oh je, was da wohl wieder heraufzieht?

Nun ist aber Schluss mit dem Aberglauben, Schluss mit retrogradem Erzittern! Geschichte wiederholt sich nicht. Und wenn, dann in einem anderen Jahr, an einem anderen Tag. 13 = 12 + 1. Weshalb sich ängstigen, nur, weil eine Ziffer aus der Reihe tanzt? Wer 13 nicht für eine Glückszahl hält, ist ein Hasenfuß, einer, der sich anpasst, statt sich die 13 zum Vorbild zu nehmen und selbst aus der Reihe zu tanzen. Markiert die schöne, wilde 13 etwa keinen Freudensprung? Einen spontanen Hüpfer von der Eins zur Drei? Einen beherzten Satz über das Erwartbare hinaus? Selbst das Christentum verdankt der 13 mehr als man denkt. Oder hab ich falsch gezählt: Jesus hatte 12 Jünger, was, nimmt man ihn dazu, eine Gruppe von – 13 – entschlossenen Männern macht.

Wer weiß, vielleicht wird 2013 – trotz all den abergläubischen Zweiflern – ja ein wildes, überraschendes, gutes, schönes, sprunghaftes, erfolgreiches, tänzelndes, beglückendes Jahr? Noch weiß ja keiner, was kommen wird. Noch verbirgt sich alles im Nebel des Möglichen.

Zwei Dinge stehen freilich schon fest:

1. Die Sache mit dem Maya-Kalender hat sich wohl ein für allemal erledigt. Es hat 13 geschlagen – und wir haben den Weltuntergang mal wieder übersprungen.

2. Wie viele Freitage 2013 auch auf einen 13. fallen, ein Datum wird es im Jahr 13 nach der Jahrtausendwende mit Sicherheit nicht geben: den 13.13.13! Es wäre bestimmt ein Glückstag gewesen.