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Ausloten der Dimensionen
von Jörg Zimmermann | 27. September 2011
„Rapport" – Der Titel weist ganz einfach in die Irre. Weder eine militärische Meldung noch die textile oder grafische Wiederholung von Mustern und Ornamenten stehen hier zur Diskussion. Der Titel verschleiert den Inhalt der Ausstellung in der Eingangshalle der Berlinischen Galerie, die auch keine Ausstellung ist, sondern eine schlichte Intervention. Einen Eingriff, den Jürgen Mayer H. routiniert vorgenommen hat, und der ihn durch eine Tür führt, die Grenzgängern zwischen Architektur, Design und Kunst allenthalben offen steht. Das Experimentelle steht im Mittelpunkt der Arbeit. Das Ausloten von Räumen und Perspektiven, die Beeinflussung von Wahrnehmung durch Material und Dimension.

Den Ausgangspunkt für viele seiner Arbeiten bilden „Datenschutzmuster", übereinander gefügte Buchstaben- und Zahlenkolonen, die auf Rückseiten von Formularen oder auf Futterpapiere in Briefumschlägen gedruckt, einzig dazu gedacht sind, die Inhalte von Briefen und anderen schriftlichen Mitteilungen zu verbergen und vor neugierigen, unerwünschten Blicken zu schützen.

Muster, die im Zweidimensionalen eine strenge Funktion erfüllen, verlassen den bekannten Kontext und finden nun ihren Platz in der dritten Dimension. Jürgen Mayer H. nutzt Boden und Wand der Eingangshalle als Analogie zum Briefumschlag. Auf fast der gesamten Höhe von zehn Metern kleidet ein heller Teppichboden, mit schwarzen Mustern – Zahlen, Buchstaben und Linien – bedruckt, die Flächen aus. Es gibt keine erkennbaren Grenzen der stark vergrößerten Muster, keine erfassbaren Wiederholungen, so wenig wie der Teppichboden mit einem klaren, geraden Schnitt eine Grenze in den Raum zieht.

Jürgen Mayer H. gibt mit diesen „experimentellen Raumstrukturen", ermöglicht durch Vorwerk Teppich, einen frischen Einblick in seinen interdisziplinären Ansatz. „Founded pattern" nennt der Architekt als Bezugspunkte seiner Arbeit, Zufälliges, Beiläufiges liefert die Basis seine Transformationen von Dimensionen und Zusammenhängen.

J. Mayer H. Rapport. Experimentelle Raumstrukturen
Von 16. September 2011 bis 9. April 2012
Berlinische Galerie
www.berlinischegalerie.de
Installation "Rapport. Experimentelle Raumstrukturen" von J. Mayer H., Fotos: Jörg Zimmermann
Der Architekt Jürgen Mayer H. verfügt über eine umfangreiche Sammlung von "Datenschutzmustern". In der Berlinischen Galerie wird eine Auswahl als Slideshow gezeigt.
News & Stories › 2011 › September
Ausloten der Dimensionen
von Jörg Zimmermann | 27. September 2011
Datenschutzmuster, Zahlen- und Buchstabenkolonen ohne inhaltliche Bedeutung, bilden den Ausgangspunkt für „Rapport", eine Intervention des Architekten Jürgen Mayer H. in der Berlinischen Galerie. Übergroß legen sich die Zeichen auf Boden und Wände und bilden eine „experimentelle Raumstruktur".
„Rapport" – Der Titel weist ganz einfach in die Irre. Weder eine militärische Meldung noch die textile oder grafische Wiederholung von Mustern und Ornamenten stehen hier zur Diskussion. Der Titel verschleiert den Inhalt der Ausstellung in der Eingangshalle der Berlinischen Galerie, die auch keine Ausstellung ist, sondern eine schlichte Intervention. Einen Eingriff, den Jürgen Mayer H. routiniert vorgenommen hat, und der ihn durch eine Tür führt, die Grenzgängern zwischen Architektur, Design und Kunst allenthalben offen steht. Das Experimentelle steht im Mittelpunkt der Arbeit. Das Ausloten von Räumen und Perspektiven, die Beeinflussung von Wahrnehmung durch Material und Dimension.

Den Ausgangspunkt für viele seiner Arbeiten bilden „Datenschutzmuster", übereinander gefügte Buchstaben- und Zahlenkolonen, die auf Rückseiten von Formularen oder auf Futterpapiere in Briefumschlägen gedruckt, einzig dazu gedacht sind, die Inhalte von Briefen und anderen schriftlichen Mitteilungen zu verbergen und vor neugierigen, unerwünschten Blicken zu schützen.

Muster, die im Zweidimensionalen eine strenge Funktion erfüllen, verlassen den bekannten Kontext und finden nun ihren Platz in der dritten Dimension. Jürgen Mayer H. nutzt Boden und Wand der Eingangshalle als Analogie zum Briefumschlag. Auf fast der gesamten Höhe von zehn Metern kleidet ein heller Teppichboden, mit schwarzen Mustern – Zahlen, Buchstaben und Linien – bedruckt, die Flächen aus. Es gibt keine erkennbaren Grenzen der stark vergrößerten Muster, keine erfassbaren Wiederholungen, so wenig wie der Teppichboden mit einem klaren, geraden Schnitt eine Grenze in den Raum zieht.

Jürgen Mayer H. gibt mit diesen „experimentellen Raumstrukturen", ermöglicht durch Vorwerk Teppich, einen frischen Einblick in seinen interdisziplinären Ansatz. „Founded pattern" nennt der Architekt als Bezugspunkte seiner Arbeit, Zufälliges, Beiläufiges liefert die Basis seine Transformationen von Dimensionen und Zusammenhängen.

J. Mayer H. Rapport. Experimentelle Raumstrukturen
Von 16. September 2011 bis 9. April 2012
Berlinische Galerie
www.berlinischegalerie.de