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Bodenständige Experimente
von Bastian Prillwitz | 13. Januar 2011
Teppichböden hatten es in den vergangenen Jahren nicht leicht. Holz- und Steinfußböden, Architekturböden aus Linoleum oder purem Estrich wurden dem textilen Bodenbelag gern vorgezogen. Da der Teppichboden - entgegen seines aktuellen Rufs - für das Raumklima viele Vorzüge besitzt, lohnt es sich, einen genaueren Blick auf ihn zu werfen.

Der industrielle Teppichboden als Meterware ist noch relativ jung. Im ausgehenden neunzehnten Jahrhundert konnten die Flachgewebe erstmals in großen Mengen industriell hergestellt werden. Die Konkurrenz der bis dahin vorherrschenden, handgeknüpften Orientteppiche und Gobelins machte es dem Webteppich trotz erschwinglicher Preise weiterhin schwer, Eingang in die Stuben der Gründerzeit zu finden. Erst in den Büroräumen und im Wohnungsbau der Nachkriegszeit fand der textile Bodenbelag große Verbreitung. Heute, in Zeiten von weitläufigen Wohn- und Arbeitsbereichen, fallen auch die Bodenflächen entsprechend groß aus. Die Räume erscheinen vergleichsweise leer, wodurch der Boden gut sichtbar ist und im Fokus der Raumgestaltung steht. Mit der Rückkehr des Dekorativen in Kunst, Architektur und Design finden auch lange Zeit verpönte Elemente wie Tapeten und Teppiche wieder in unsere Räume zurück. Und dennoch kann man die Renaissance des weichen und warmen Bodenbelags nicht als ästhetischen Rückgriff bezeichnen. Der Teppichboden wurde weiterentwickelt und Hersteller wie Vorwerk arbeiten daran, den gewebten Bodenbelag wieder vollends salonfähig zu machen. Unter dem Namen „Transflooring" möchte das Hamelner Traditionsunternehmen den Fußboden förmlich zur Bühne für Design und Wohnkultur werden lassen. Kein Wunder, dass zur aktuellen Kollektion „Selected Rugs" Entwürfe von Zaha Hadid oder Hadi Teherani zählen.

Vorwerk setzt auf ungewohnte Materialien und Strukturen, auf hochfloorige Frisées und kühle Gemische aus Wolle und Leinen. Ergebnis sind überraschende Strukturen im Detail und spannungsvolle Flächen im Raum. „Steel", „Karacta", „Field" und „Twin" heißen die verschiedenen Ausführungen. Bei Vorwerk sieht man in ihnen nicht nur eigenständige Bodenelemente; man betrachtet sie auch als Teil von Kombinationen mit anderen Bodenbelägen. „Steel" mit seinen schimmernden Metallfasern und Papierstrukturen wirkt linear, technisch und dennoch warm. Das Spiel von hoch und tief, glänzend und matt bestimmt „Karacta" mit seinen breiten, handgewebten Kordelstrukturen und glänzenden, synthetischen Fasern. Und die Wirkung von „Field" beruht auf den weichen Bewegungen und der schimmernden Farbigkeit hoher Flore.

Über ihre visuelle Gestaltung hinaus zeichnen sich die Bodenbeläge von „Selected Rugs" durch weitere wichtige Eigenschaften aus. Sie wirken in hohem Maße Schall- und Wärme dämmend und binden Staub- und Schwebeteilchen. Nicht zuletzt die Ressourcen schonende Produktion und die gute gesundheitliche Verträglichkeit könnten Teppichböden schon bald wieder zum festen Bestandteil zeitgenössischer Interieurs werden lassen.

www.vorwerk-teppich.de
Via
Field
Steel von Vorwerk
Karacta
Twin